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Mo., 26.09.2016

SCP-Trainer hadert nach 0:3-Packung: Hat er falsch aufgestellt? Müller sucht die Schuld bei sich

Ratlos, in sich gekehrt, wie ein Häufchen Elend: Paderborns Trainer René Müller am Regensburger Spielfeldrand.

Ratlos, in sich gekehrt, wie ein Häufchen Elend: Paderborns Trainer René Müller am Regensburger Spielfeldrand. Foto: Andreas Nickl

Von Peter Klute

Regensburg  (WB). Die Enttäuschung war nach eigener Aussage »wahnsinnig groß«. Dennoch war die Erkenntnis von René Müller nach der 0:3 (0:3)-Klatsche des SC Paderborn beim SSV Jahn Regensburg bemerkenswert. »Vielleicht habe ich mich 66 Stunden nach dem Spiel gegen Chemnitz für die falsche Elf entschieden«, sagte der SCP-Trainer.

Seine Intention, das selbe Potenzial wie beim 4:2-Sieg am Mittwochabend aufs Feld zu schicken, war klar und nachvollziehbar. »Wir haben dieses Spiel in einer Minute gedreht, diese Euphorie wollte ich mitnehmen«, erklärte Müller. Was er nach dem Abpfiff empfand, liest sich so: »Wir haben hier völlig verdient verloren und viel, viel vermissen lassen. Das war so nicht zu erwarten. Wir waren zu keiner Phase in der Lage, Zweikämpfe zu suchen, geschweige denn sie zu finden. So waren die Gegentore nur eine Frage der Zeit.« Genau so kam es. Nur in den ersten zehn Minuten war sein Team auf Augenhöhe, der Rest war zum Vergessen. So versinkt der SCP im Mittelmaß.

»Mit dem 0:3 noch gut bedient«

Dass am Ende ein Chancenverhältnis von 10:3 für die Gastgeber sowie fünf Aluminiumtreffer zu Buche standen, zeigt, dass das Ergebnis eher höher als niedriger ausfallen hätte können. So konnten die überforderten Gäste froh sein, dass es bei den drei Gegentoren durch Marco Grüttner (23.) und Jann George (34./45.) blieb. Torwart Lukas Kruse (»Mit dem 0:3 sind wir noch gut bedient«) war zu bedauern, doch ausgerechnet er stellte fest: »Nach zwei Siegen war nicht alles weiß, aber jetzt ist nicht alles schwarz.«

Sein Trainer hatte bei der Chancenfülle des Gegners und der Vielzahl an eigenen Fehlern überhaupt keine Lust, sich an die zwei eigenen Riesenmöglichkeiten durch Sven Michel (26.) und Zlatko Dedic (38.) zu erinnern. Schon nach knapp 20 Minuten hatte Müller seine Reservisten zum Warmmachen geschickt, nach dem Halbzeitpfiff blieb er erstmal eine Weile auf seinem Stuhl sitzen, bevor er in die Kabine ging. Auf die Frage, ob es dort laut oder leise zugegangen sei, antwortete er: »Ein Gemisch aus beidem.«

Schlechter Abschluss der Englischen Woche

Thomas Bertels wurde da schon konkreter: »Erst war es leise, dann wurde es immer lauter. Aber das kam mehr aus der Spielerecke.« Bertels war außer sich und zweifelte am Teamgeist: »Hier fehlt es an allem. Wir lassen uns mit zwei, drei Aktionen total auseinanderziehen und sprechen nicht mit einer Sprache.« Auch Kapitän Tim Sebastian war komplett bedient: »Das war ganz schwach und sollte gut aufgearbeitet werden. Es ist frustrierend, dass wir eine bis dahin gute Woche so abschließen. Anscheinend haben uns die zwei Siege nicht gut getan.«

Regensburg schien dagegen aus dem 0:4 in Zwickau die richtigen Schlüsse gezogen zu haben. »Wir haben einen der Topfavoriten aufgefressen«, sagte Trainer Heiko Herrlich. Topfavorit? Der verletzte Jahn-Kapitän und frühere Paderborner Markus Palionis traute seinen Augen nicht: »Wir haben fünfmal nicht gewonnen und so viele Verletzte. Doch Paderborn hat eine richtige Grütze gespielt.«

Kommentare

Wie man´s macht...

Im Nachhinein ist man natürlich immer schlauer, aber so oder so kann es gut oder schlecht gehen. Und in beiden Fällen weiß an es hinterher besser.

Klar ist, dass eine Stammformation seine Vorteile hat. Auch ist klar, dass wir auf den Positionen 15 bis 20 nicht gleichwertig besetzt sind (aus finanziellen Zwängen).

Das macht eine "Rotation" in solchen Wochen nicht einfach

Was mir hingegen auffällt, ist, dass das Spiel einfach schneller werden muss. Dem Gegner wird es zu einfach gemacht, Lücken hinten zuzulaufen. Da ist es schon verwunderlich, dass wir bisher relativ viele Tore gemach haben.

Trotzdem liegt da der Schlüssel.

1 Kommentare

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