>

Fr., 30.09.2016

Paderborns Mittelfeldspieler trifft auf seinen Ex-Klub Rostock Bickel: »Ich habe hier noch viel vor«

Christian Bickel fühlt sich wohl beim SCP. Mit Teamkollege Sven Michel (rechts) will er heute einen Heimsieg feiern.

Christian Bickel fühlt sich wohl beim SCP. Mit Teamkollege Sven Michel (rechts) will er heute einen Heimsieg feiern. Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein

Paderborn(WB). Erst fangen, dann finden und am Ende steht eine stabile Mannschaft, die konstant guten Fußball spielt: Für Christian Bickel ist der Weg des SC Paderborn vorgezeichnet. Am Freitag (Anstoß: 19 Uhr, Benteler-Arena) trifft der Mittelfeldspieler auf seinen Ex-Verein FC Hansa Rostock.

Dass eine völlig umgekrempelte Mannschaft Zeit braucht, um nach zwei Abstiegen, zehn neuen Spielern und 21 Abgängen wieder in die Spur zu finden, ist verständlich. Dass die Geduld der SCP-Anhänger dennoch überstrapaziert ist, das hat auch Christian Bickel schon hautnah miterlebt. Der offensive Mittelfeldmann besuchte kürzlich einen Fanclub und kam mit dieser Erkenntnis zurück: »Nach jeder Niederlage fühlen sich unsere Anhänger zurückversetzt in alte Zeiten. Aber irgendwann müssen unsere Fans auch mal vergessen, was in den vergangenen Monaten passiert ist.«

Bickel bittet um Geduld, um mehr Vertrauen und um noch mehr Zutrauen in die Stärke des neuen SCP. »Ich habe im Juni meinen Vertrag nicht nur um drei Jahre verlängert, weil ich mich mit meiner Familie hier sehr wohl fühle. Ich habe auch bis 2019 verlängert, weil ich mit diesem Club noch sehr viel vor habe.«

"

Irgendwann müssen unsere Fans auch mal vergessen, was in den vergangenen Monaten passiert ist.

Christian Bickel

"

Was das heißt, ist kein Geheimnis: Als der 25-Jährige vor 14 Monaten Rostock über Nacht verließ, lockte den Spezialisten für die ruhenden Bälle besonders eines: die 2. Liga. »Mein Wechsel tat Hansa nicht gut, das weiß ich«, sagt Bickel. Die 250.000 Euro Ablöse nahm der letzte DDR-Meister zwar gerne, sportlich geriet die Hansa-Kogge aber in schwere See. Doch das ist Vergangenheit: »Ich freue mich auf ein Wiedersehen. Aber während der 90 Minuten blende ich alles aus. Da geht es nur um Punkte für Paderborn.«

Wie das gehen soll, sagt der Trainer. René Müller fordert die Grundtugenden ein , will defensiv wie offensiv ein drittligawürdiges Zweikampfverhalten sehen und sagt: »Das ist die allererste Bürgerpflicht. Wer defensiv die Zweikämpfe nicht annimmt und sich offensiv nicht durchsetzt, der braucht erst gar nicht über Taktik oder Aufstellung zu reden.«

Hansa ohne Gebhart

Die Gäste kommen nach zwei Siegen in Folge (2:0 gegen Köln, 5:0 gegen Zwickau) mit viel frischem Wind von der Ostsee, Müller erwartet eine dynamische Rostocker Offensivreihe und ein enges Spiel gegen einen gut organisierten Gegner. Der hat allerdings ein personelles Problem: Torjäger Timo Gebhart (Knie) ist angeschlagen und sitzt noch nicht einmal auf der Bank.

»Das ist völlig uninteressant«, sagt Müller und fügt hinzu: »Wir müssen unseren Plan durchsetzen.« Der heißt Heimsieg Nummer drei im fünften Anlauf. Der würde vor der Länderspielpause zumindest das aufgekratzte SCP-Umfeld ein wenig beruhigen.

So könnte der SCP spielen: Kruse - Zolinski, Sebastian, Strohdiek, Bertels - Kruska, Krauße - Bickel, Piossek, Michel - Dedic

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4340463?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F