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Do., 03.11.2016

Paderborn testet Stürmer – Reekers und Lopez verklagen SCP Dribbler Diallo stellt sich vor

Cellou Diallo spielt beim SCP vor. Der 20-Jährige macht einen guten Eindruck, hat aber keine Arbeitserlaubnis.

Cellou Diallo spielt beim SCP vor. Der 20-Jährige macht einen guten Eindruck, hat aber keine Arbeitserlaubnis. Foto: Besim Mazhiqi

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Drohender Fanboykott, weitere juristische Auseinandersetzungen und die Absage eines Traditionsturniers – kein Tag ohne Meldung über den Drittligisten SC Paderborn. Das Problem ist nur: Kaum eine davon ist positiv. Oder sie geht unter. Wie die Nachricht über einen talentierten Testspieler.

Der quirlige Dribbler Cellou Diallo trägt seit Dienstag das Trainingsleibchen des SCP. Trainer René Müller beschreibt ihn als dynamischen, unbekümmerten und technisch sehr versierten Spieler und meinte nach den ersten drei Einheiten: »Das waren sehr ordentliche Auftritte.« Allerdings kann Diallo, der 2014 aus dem afrikanischen Guinea flüchtete, dem SCP frühestens im Januar weiterhelfen. Der Stürmer verfügt aktuell nicht über die erforderliche Arbeitserlaubnis, um bei einem Amateurklub einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Außerdem hält sich der 20-Jährige zurzeit nicht nur beim Achtligisten FC Nieheim fit, er hat dort auch einen Spielerpass. »Ganz unabhängig von den bürokratischen Problemen könnte Cellou deshalb frühestens im Januar zu uns kommen«, sagt Teammanager Ole Siegel.

Bürokratische Hürden

Wenn überhaupt. Denn Diallo, der bis Mai für den Regionalligisten SV Rödinghausen auflief, warf in der vergangenen Saison eine Verletzung aus der Bahn. Sein Tor nach nur 30 Sekunden im ersten Meisterschaftsspiel für den SV war auch sein letztes. Borussia Dortmund zeigte noch im Sommer großes Interesse, winkte aber wegen der bürokratischen Hürden ab.

Diallo wäre eine Verpflichtung für die Zukunft, in der Gegenwart muss sich der SC Paderborn immer mehr mit juristischen Ausein­andersetzungen beschäftigen. Nach Stefan Effenbergs Co-Trainer Sören Osterland hat nun der Assistent von Markus Gellhaus den SCP verklagt. Rob Reekers ist ebenfalls davon überzeugt, dass sein bis zum 30. Juni 2017 laufender Vertrag auch in der 3. Liga gültig ist. Darauf pocht ebenso Osterland. Der trifft sich mit dem SCP bereits am 18. November vor dem Arbeitsgericht, der Fall Reekers wird erst im Januar verhandelt. Mit Rafa Lopez stellt jetzt auch noch ein ehemaliger Spieler finanzielle Forderungen. Dem lange verletzten Spanier wurde zwar Krankengeld gezahlt, er erhielt aber keine Sonderzahlungen.

Fans machen Druck

Das klingt nicht gut, der  von den SCP-Fans geplante Fanboykott für das Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen VfR Aalen auch nicht. Ein Teil der Anhänger will während der gesamten 90 Minuten im benachbarten Fan-Treff »Hofladen« bleiben und gar nicht ins Stadion kommen. Eine andere Gruppe möchte die Stehplätze erst 12 Minuten nach dem Anpfiff (»Es ist 5 vor 12«) einnehmen. »Ich kenne die geplanten Fanaktionen, und ich kann ihre Reaktion auch verstehen. Aber unsere Fans waren ein Teil des Erfolges, und unsere Mannschaft braucht gerade jetzt die volle Unterstützung«, hofft Präsident Martin Hornberger noch auf ein Umdenken.  Ähnlich äußert sich auch Müller: »Ich kann den Fanfrust absolut nachvollziehen. Nach den Misserfolgen der vergangenen Jahre ist unser Umfeld angespannt und reagiert sehr sensibel.«

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