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Sa., 05.11.2016

SC Paderborn: Vucinovic feierte gegen Aalen den größten Erfolg »Nostalgie hilft nicht«

So war’s am 11. Mai 2014: Aalens Rechtsverteidiger Sascha Traut kommt zu spät, Marc Vucinovic trifft zum 1:1.

So war’s am 11. Mai 2014: Aalens Rechtsverteidiger Sascha Traut kommt zu spät, Marc Vucinovic trifft zum 1:1. Foto: Stefan Hörttrich

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Wenn der VfR Aalen am Samstag (14 Uhr) zum Drittliga-Punktspiel nach Paderborn kommt, werden Erinnerungen an sportlich ganz große Zeiten wach.  Das letzte Duell der beiden fand nämlich am 11. Mai 2014 statt. Damals siegten die Ostwestfalen mit 2:1 und stiegen in die Bundesliga auf.

Lukas Kruse, Christian Strohdiek, Marc Vucinovic und später noch Thomas Bertels waren dabei, als der SC Paderborn Geschichte schrieb. Dieses Quartett könnte auch am Samstag auflaufen. Gedanken an die größte Paderborner Fußballparty aller Zeiten werden sie nicht ganz verdrängen können, auch wenn Vucinovic deutlich macht: »Wir haben jetzt eine komplett andere Situation. Damals ging es um den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Da war alles positiv gestimmt.«

Stimmung könnte kaum schlechter sein

Und jetzt? Die Stimmung könnte kaum schlechter sein. Nach zwei Abstiegen und Rang 16 in Liga drei werden beim Anpfiff am Samstag keine 4000 Zuschauer im Stadion sein. Die Zahl mag nach Ende des Fanboykotts etwas höher liegen, die von 15.000 begeisterten Fans getragene Euphorie vom Mai 2014 ist aber komplett weg. Die Benteler-Arena steht nur noch für Tristesse pur. »Seit diesem denkwürdigen Spiel ist bei uns fast alles komplett in die falsche Richtung gelaufen«, sagt Vucinovic, der aber gar nicht mehr zurückblicken möchte: »Die Vergangenheit ist Vergangenheit. Nostalgie hilft nicht, wir müssen jetzt das Ruder rumreißen.«

Hoch geflogen und tief gefallen – der SCP hat bewegte Jahre hinter sich, Vucinovic auch. Der 28-Jährige, der 2013 gemeinsam mit Trainer André Breitenreiter vom Regionalligisten TSV Havelse kam und seine vierte Saison beim SCP spielt, kommt erst auf 41 Pflichtspiele. Das hat aber nicht nur sportliche Gründe: Im ersten Jahr schloss der Mittelfeldspieler seine Ausbildung zum Bürokaufmann ab, vergangenes Jahr fiel er acht Monate wegen einer Hüftverletzung aus. Vucinovic gibt aber ehrlich zu: »Ich hatte mit Meha, Koc oder Stoppelkamp immer richtig gute Jungs vor mir. Das muss man dann auch mal so anerkennen.« Sätze wie diese liest jeder Trainer gern. Sie zeigen, was für ein Charakter dieser Marc Vucinovic ist. »Einer, der sehr gradlinig ist und sich immer in den Dienst der Mannschaft stellt«, beschreibt ihn Trainer René Müller.

»Vuci« in der Startelf?

Am Samstag könnte es für »Vuci« sogar mal wieder für einen Einsatz in der Startelf reichen. Wenn auch nicht auf seiner Stammposition im Mittelfeld. Vucinovic könnte den gesperrten Ben Zolinski (5. Gelbe Karte) als rechten Verteidiger ersetzen. Eine ungewohnte Rolle, aber nicht gänzlich unbekannt. Immerhin fünf Einsätze in Liga eins und zwei (drei Siege, zwei Niederlagen) stehen in Vucinovics Vita als Verteidiger. »Ich bin gespannt, wie sich der Trainer entscheidet und spiele da, wo ich helfen kann.« Das ist aber nur ein Wunsch für das Wochenende, der andere sind drei Punkte: »Ein dreckiger Sieg, der uns als Mannschaft noch mehr zusammenschweißt. Der wäre vielleicht die Wende.« So wie der Ausgleichstreffer von Marc Vucinovic am 11. Mai 2014. Erst sein Tor gegen Aalen brachte nervöse Paderborner in die Erfolgsspur.

Bei den Gästen läuft übrigens auch längst nicht alles rund. Die Aalener verloren am Dienstag beim Fünftligisten FSV 08 Bissingen mit 3:5 und flogen mit dieser peinlichen Packung aus dem Landespokal.

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