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Sa., 05.11.2016

Fan-Boykott und Rücktrittsforderungen beim Fußball-Drittligisten SC Paderborn »Wir haben die Schnauze voll«

Edelfan Jürgen Patzer (48) hat mit mehreren Fanclubs zum Boykott des SCP-Spiels gegen Aalen aufgerufen: »Es muss was passieren«. Viele Anhänger sind unzufrieden mit Vereinsführung, Trainer und der Mannschaftsleistung.

Edelfan Jürgen Patzer (48) hat mit mehreren Fanclubs zum Boykott des SCP-Spiels gegen Aalen aufgerufen: »Es muss was passieren«. Viele Anhänger sind unzufrieden mit Vereinsführung, Trainer und der Mannschaftsleistung. Foto: Besim Mazhiqi

Paderborn (WB/pic). Ein gutes Dutzend Transparente auf der Südtribüne in der Paderborner Benteler-Arena spricht am Samstag beim Spiel des Fußball-Drittligisten SC Paderborn gegen den VfR Aalen Bände, »Es ist kurz vor 12.« Immer mehr Fans fordern den Rücktritt des Präsidiums um Präsident Martin Hornberger und Trainer René Müller.

Erstmals haben Anhänger des SC Paderborn trotz teurer Dauerkarten ein Spiel boykottiert. Ein halbes Dutzend SCP-Fanclubs hatte mit »Edelfan« Jürgen Patzer (48) dazu aufgerufen, das Spiel nicht im, sondern vor dem Stadion am so genannten Hofladen zu verfolgen. 200 Fans folgen diesem Aufruf.

Ein einziges Plakat am Hofladen bringt die Stimmung vollends enttäuschter Paderborner Fußballanhänger, die den Sturz ihres Clubs aus der ersten Liga bis in die »Dritte« verkraften mussten, auf den Punkt:»Wir haben die Schnauze voll« steht weiß auf blau auf dem Transparent am Eingang zum Hofladen. Unverblümt wird der Rauswurf des Trainers und des Präsidenten Martin Hornberger gefordert. »Es muss was passieren«, schreiben die Fans um Jürgen Patzer dem Verein ins Stammbuch.

In den ersten zwölf Minuten des Spiels wirkt die Südtribüne wie eine Geisterkulisse. Statt Zuschauer »füllen« Plakate und Transparente die Ränge: »Aufwachen – Reagieren« sind noch die harmlosesten Parolen. » »Merkt Ihr nichts« fragen Fans. Und »Kurz vor 12« heißt es: Die Stimmung der Fans ist am Boden. Die Geduld ist zu Ende.

Stadionsprecher Jürgen Lutter ist sichtlich betroffen. Der Mann, der sonst lautstark das Team ankündigt, wählt an diesem Denkzettel-Tag die leisen Töne. Und er schwenkt ins Protestlager über: »Viele der Banner kann man unterschreiben«, sagt Jürgen Lutter.

Als die Fans nach zwölf Minuten ( »fünf vor zwölf«) die Südtribüne dann doch leidlich füllen, kommt zaghafter Beifall von der Haupttribüne. Die Antwort der eingerückten Fans kommt prompt: »Wir haben die Schnauze voll«, skandieren sie erneut.

Das 0:0 gegen Aalen vor 3526 Zuschauern (Minuskulisse) ist wohl wenig dazu angetan, die Stimmung aufzuhellen. Die Benteler-Arena am Samstag vor dem Spiel: Eine Stimmung wie Totensonntag am Samstag im November-Regen.

Die Südtribüne Minuten vor dem Anpfiff: . Foto: Besim Mazhiqi

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