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Mi., 09.11.2016

Nach der heftigen Fanattacke nimmt Paderborns Trainer etwas Druck vom Kessel »Jeder darf ›Müller raus‹ rufen«

René Müller geht seinen Weg: Nach der heftigen Fanattacke rudert Paderborns Trainer aber etwas zurück.

René Müller geht seinen Weg: Nach der heftigen Fanattacke rudert Paderborns Trainer aber etwas zurück. Foto: Besim Mazhiqi

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Die Brandrede von Paderborns Trainer René Müller hallt noch immer nach. Der 42-Jährige will davon aber auch nach mehreren Tagen Abstand nichts zurücknehmen.

In einem Punkt möchte der Fußballlehrer seine Aussagen allerdings ergänzen und nimmt damit gleichzeitig etwas Druck vom Kessel: »Jeder Fan hat natürlich das gute Recht, das Endprodukt in aller Form zu kritisieren. Jeder darf nach Niederlagen ›Müller raus‹ rufen. Diesen Zusatz hätte ich schon am Samstag machen müssen.«

Diskussion um vakanten Managerposten

Die Kritik, dass der Zeitpunkt seines verbalen Rundumschlags in Richtung SCP-Anhänger mit nur 17 Punkten aus 14 Spielen ein denkbar ungünstiger war, lässt er dagegen nicht gelten: »Wir haben zu wenig Punkte, darin sind wir uns alle einig. Aber für gewisse Sachen gibt es nie den richtigen Augenblick.«

Positiv bewertet Müller die von dieser Zeitung wieder neu angestoßene Diskussion über die Neubesetzung des seit März vakanten Managerpostens. SCP-Präsidium und Aufsichtsrat arbeiten nun an einer Lösung, wollen den im März geschassten Geschäftsführer Sport Michael Born ersetzen und damit Müller dauerhaft entlasten. Der hatte im Sommer neben dem Training auch noch die gesamte Kaderplanung in Personalunion übernommen und macht deutlich: »Ich habe mich nie als Sportdirektor oder Manager betitelt. Aber diese Doppelfunktion kann ich in der Form dauerhaft nicht ausfüllen.«

Ob Müller bis zur Vorstellung des neuen Sportchefs aber überhaupt noch im Amt ist? »Wir müssen uns steigern«, sagt der Ex-Profi und beschreibt die kommenden Wochen selbst als wegweisend: »Wir sollten die nächsten Spiele gegen Lotte, Köln oder Zwickau unbedingt nutzen. Wir hatten bislang in jedem Spiel gute Möglichkeiten zu gewinnen, wir müssen uns allerdings auch noch erheblich steigern.«

Im Westfalenpokal am Mittwoch in Lennestadt

Klarer Favorit ist der SCP am Mittwochabend (19 Uhr) im Westfalenpokal: Die Ostwestfalen sind in Runde drei beim FC Lennestadt zu Gast. Der Westfalenliga-Neuling warf schon Oberligist SV Lippstadt 08 (2:1) aus dem Wettbewerb, die Paderborner sind daher gewarnt. Doch Müller stellt klar: »Ich erwarte von meiner Mannschaft, dass wir eine Runde weiterkommen.« Paderborns Trainer hat den unterklassigen Gegner bereits vor Ort beobachten lassen, scheint daher auf alles vorbereitet zu sein und sagt: »Auf dem engen Kunstrasenplatz kann es sehr hitzig werden.« Dennoch wird er einige Kräfte schonen. Thomas Bertels (Nasenbeinbruch) wird erst gar nicht mitfahren, auch Felix Herzenbruch (Gürtelrose) kann nicht auflaufen. Stammkeeper Lukas Kruse wird durch Till Brinkmann ersetzt.

Die Pokal-Partie ist allerdings leicht gefährdet, für Mittwoch werden im Sauerland weitere Schneefälle erwartet.

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