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Di., 06.12.2016

Paukenschlag beim SC Paderborn: neues Präsidium, neuer Trainer, bald neuer sportlicher Leiter - mit Video Finke kehrt als Präsident zurück – Emmerling kommt als Trainer

Wilfried Finke ist wieder Präsident des SC Paderborn.

Wilfried Finke ist wieder Präsident des SC Paderborn. Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein und Lars Rohrandt

Paderborn (WB). Das ist ein Paukenschlag in Paderborn: Fußballdrittligist SC Paderborn hat ein neues Präsidium: Wilfried Finke kehrt auf Wunsch des Aufsichtsrats als Präsident zurück. Dr. Rudolf Christa und Josef Ellebracht stehen ihm zur Seite. Sie kehren als Vize-Präsidenten zurück. Das Präsidium um Martin Hornberger tritt ab. Stefan Emmerling heißt der neue SCP-Trainer. Ein sportlicher Leiter werde noch nicht vorgestellt, hieß es auf einer Pressekonferenz am Dienstag weiter.

Ein Name stehe zwar schon fest, sagte Finke, dieser werde aber, auch wegen »arbeitsrechtlicher Bindungen«, noch nicht bekannt gegeben.

Finke: In 2. Liga zurückkehren

Das Ziel laute, in zweieinhalb Jahren in die 2. Bundesliga zurückzukehren, sagte Finke. Zurzeit habe man aber andere Sorgen. Paderborn steht als Tabellen-18. auf einem Abstiegsplatz.

Finke hatte im Sommer dieses Jahres sein Amt zur Verfügung gestellt und übernimmt die Verantwortung nun »für die nähere Zukunft«, da ihn der »Verfall« erschrecke. »Der Verein ist mein Baby.«

Der bisherige Präsident Martin Hornberger bleibt Geschäftsführer, und Vizepräsident Michael Rickers kehrt in seine Funktion als Leiter Finanzen/Controlling zurück.

Saric und Scherning als Co-Trainer

54 Trainer seien gescannt worden, mit Emmerling sei ein »Fußballlehrer«, kein »Zauberer« gefunden worden, sagte Finke. Er habe einen großen Erfahrungsschatz. »Seine Art, Menschlichkeit und Führungsstärke machen ihn zum richtigen Trainer.«

Co-Trainer werden Asif Saric, der damit zurückkehrt, und Daniel Scherning, bislang Trainer U23 Arminia Bielefeld. Der 50-jährige Emmerling, der noch am Abend zum ersten Mal das Training leiten wollte, hat bis Ende Juni 2018 unterschrieben.

Saric war zu Beginn der Saison wegen Sparmaßnahmen nicht weiter beschäftigt worden.

Emmerling: Gefährliche Zone verlassen

Emmerling sagte, dass »wir die gefährliche Zone schnellstmöglich verlassen wollen«. Und weiter: »Ich weiß um die große Herausforderung, den Abstieg abzuwenden.« Die 3. Liga sei brutal. »Die Teams stehen eng beisammen.«

Das Trainerteam dürfe nun keine Zeit verlieren und müsse die Mannschaft kennenlernen. Schließlich stünden wichtige Spiel gegen Osnabrück und Münster an.

Finke zu neuen Spielern

Finke: »Gemeinsam wollen wir die Trendwende schaffen und den Erfolg zurückbringen.« Auch über die Verstärkung des Kaders werde nachgedacht – nach dem Abschluss der Hinrunde und einer Chancenanalyse. Wenn Spieler verpflichtet würden, dann nur welche mit Zweitliga-Niveau.

Finke lobt Fulland

Finke lobte Florian Fulland, der als Interimstrainer tätig war. Der neue und ehemalige Präsident hofft, dass Fulland ins Nachwuchsleistungszentrum zurückkehre. Gespräche sollen am Montag geführt werden.

Emmerling, der von 1987 bis 2000 249 Bundesliga- und 106 Zweitligaspiele für den 1. FC Kaiserslautern, die SG Wattenscheid 09, Hannover 96 und MSV Duisburg bestritt, stand zuletzt beim 1. FC Köln als Trainer der zweiten Mannschaft in der Regionalliga unter Vertrag. Emmerling wird damit Nachfolger von René Müller, den der SCP im vergangenen Monat freistellte.

Christa betont Teamgedanken

Vize-Präsident Christa hatte zuvor den Teamgedanken betont, der den SCP fortan leiten solle. Sportlich und finanziell solle der SCP wieder in die 2. Bundesliga geführt werden. Für die Region – auch gemeinsam mit Sponsoren, Kreditgebern, Stadt und Kreis.

An diesem großen Ziel müsse gearbeitet werden – demütig und fleißig.

Finkes Rückblick

Zu Beginn der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz blickte Finke auch zurück. Er habe den »bedauerlichen Abstieg« in der vergangenen Saison und die Konsequenzen unterschätzt. An einen Abstiegssog habe er nicht geglaubt. Er gestand ein, Fehler gemacht zu haben. Einer sei die Suspendierung der Spieler Brückner, Lakic und Saglik gewesen. Für den Abstieg aus der Bundesliga übernehme er die Verantwortung – aber auch für die glorreichen Zeiten des Vereins.

Lesen Sie mehr am Mittwoch, 7. Dezember, im WESTFALEN-BLATT.

SCP-Präsident Wilfried Finke und SCP-Trainer Stefan Emmerling. Foto: Oliver Schwabe

Kommentare

Die Anonymen in den Netzwerken

Ich weiß nicht, welche Wahrnehmung Herr Finke hat...Berater hat er sicher keine..vielleicht fragt er sich, wo die 5000 Fans bleiben, die im Stadion fehlen..statt sich über einzelne Anonyme im Netz aufzupusten...Das Wort Fan hat er bei seinem erneuten Antritt nicht einmal erwähnt...Es ist eine dünne Selbstwahrnehmung nur die falschen Suspendierungen zu erwähnen... Ich frage mich, was ist, wenn Herr Finke ganz ausfällt? Solange ein ganzer Verein am Tropf von Finke hängt, hat dieser Verein keine Zukunft und Marionetten spiegeln uns eine Traumwelt vor. Mit der Realität hat das nichts zu tun. Wer keine Leistung und wenigstens den Anstand bringt, dem fehlen auch die wirklichen Anhänger, Herr Finke. Ich bin am Wochenende als Paderborner auch in Münster und hoffe auf eine Reaktion der Mannschaft. Aber das Gerede von der 2. Liga kann ich nicht verstehen. Mit seriöser und nachhaltiger Arbeit hat das alles nichts zu tun. Und wer in Paderborn glaubt, Herr Finke handelt ohne Eigennutz, der lebt in einer Traumwelt. Die Bilanzen werden bis zur Mitgliederversammlung im März sicher nicht wesentlich besser. Diese später Jahreshauptversammlung und seine verschleierten Begründungen, sind ein Schlag ins Gesicht für jedes zahlende Mitglied. Wenn der Geschäftsführer weiterhin jeder Kommunikation mit den Fans aus dem Weg geht, wird sich auch in den nächsten Monaten nichts an der grauenhaften Außendarstellung des SCP ändern.

kein Profifußball-ohne Finke!

Fazit ist: Profifußball in Paderborn ist ohne H.Finke scheinbar unmöglich.Es ist niemand aus der Wirtschaft
bereit als Präsident anzutreten.Sollte H.Finke aufhören verabschiedet sich der SCP aus dem Profifußball.
Paderborn wird doch erst durch den SCP in der breiten Öffentlichkeit in Europa wahrgenommen.Wer im
europäischen Ausland unterwegs ist wird festellen das vor dem Aufstieg in die ersteLiga niemand wußte wo
Paderborn liegt.Ma mußte immer die nächste Großstadt (z.b. Dortmund) benennen damit die Menschen
Paderborn einordnen konnte.Dies haben wirtschaft und politik in Paderborn schon wieder vergessen.

Wieso...

..kehrt Finke als Präsident zurück ? Er war doch die ganze Zeit Präsident, hat sich nur nicht Präsident schimpfen lassen, dafpür gab`s eine Marionette.

Sportlicher Leiter

In der Pessekonferenz sprach der neue Präsident von seinen persönlichen Fehlern in der 2 ?Liga Saison.
Er sprach die falsche Einschätzung bei der Suspendierung von Lakic Brückner Saglik an .
Nur Nick Proschwitz verschwieg er .
Späte Einsicht ist gut ,kommt aber viel zu spät .

Zum sportlichen Leiter könne man ,aus arbeitsrechtlichen Gründen noch nichts sagen.
Er brauch gar nichts sagen . Es ist nach den Vorkommnissen in Darmstadt Holger Fach .
Ehemaliger Trainer in Paderborn .
Falls das Wirklichkeit wird , muss man jeglichen Fachverstand anzweifeln.

4 Kommentare

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