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Sa., 10.12.2016

Derby in Münster Finke setzt Paderborns Profis unter Druck

Keinen Umweg eingeplant: Wilfried Finke ist beim SCP wieder für die Abteilung Attacke zuständig.

Keinen Umweg eingeplant: Wilfried Finke ist beim SCP wieder für die Abteilung Attacke zuständig. Foto: Oliver Schwabe

Paderborn (WB/MR). Die Ansage von Wilfried Finke bei seiner Rückkehr war deutlich: »Wir haben auf unserem Weg in die 2. Liga keinen Umweg eingeplant.« Der Abstieg ist für den neuen Präsidenten kein Thema, wer nicht mitzieht, kann gehen. Die erste Bewährungschance für die SCP-Profis bietet das Derby am Samstag (14 Uhr/WDR) in Münster.

Jetzt gilt es beim SCP. Finke setzt seine Spieler unter Druck, sieht die letzten 180 Ligaminuten des Jahres als Gesamtpaket und sagt: »Unser neuer Trainer hat insbesondere für die nächsten beiden Partien die Aufgabe bekommen, jedem die Chance zu geben, sich in einer Verfassung zu zeigen, die uns glauben lässt, dass wir mit ihm in die 2. Liga gehen können.« Gelingt Stefan Emmerling das nicht und Finke kommt mit dem neuen Trainerteam zu dem Schluss, dass weder das Vermögen noch der Wille bei Einzelnen vorhanden ist, liegen die Konsequenzen auf der Hand: »Wir können die Mannschaft im Moment sportlich nicht verstärken. Die Möglichkeit besteht aber ab Januar.« Paderborns Profis spielen nach dem totalen Absturz nur noch auf Bewährung und Emmerling ergänzt: »Es kann sein, dass meine Analyse sehr hart ausfällt. Aber jetzt braucht es klare Worte. Das Drumherumreden oder das Verallgemeinern nützen nichts.«

Der so gescholtene Kader scheint den verbalen Rundumschlag verstanden zu haben. Noch bevor Finke am Dienstag vor die Presse trat, hatte der 65-Jährige gemeinsam mit Emmerling der Mannschaft im Trainingszentrum einen Besuch abgestattet. »Es ist schon traurig, dass wir so eine Ansage brauchen«, sagte Christian Strohdiek hinterher. Thomas Bertels meinte: »Wenn man als Profi so angezählt wird, ist das nicht schön. Es ist aber hilfreich, denn was da gesagt wurde, lässt keinen Spielraum. Das war eindeutig.«

Wie Emmerlings erste Bestandsaufnahme: Die SCP-Profis präsentieren sich mutlos, fallen durch eine schlechte Zweikampfführung auf und sind mangels vernünftiger Kommunikation nicht in der Lage, klare Absprachen zu treffen. »Wer gegen zwei Neulinge 0:6 und 0:3 verliert, der kann nicht behaupten, dass er über den Kampf ins Spiel gefunden hat. Da fehlen alle Argumente«, sagt Strohdiek.

Der Vorwurf der mangelhaften Absprachen untereinander ist ebenfalls Fakt. »Ein Großteil im Team ist nur noch mit sich selbst beschäftigt, statt sich gegenseitig zu helfen. Diesen schleichenden Prozess müssen wir beenden«, fordert Strohdiek. Ein Sieg in Münster wäre der richtige Anfang.

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