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Di., 20.12.2016

Nach zwei Siegen hat sich die Situation beim SC Paderborn entspannt »Nichts ist unmöglich«

Tribünengespräch: SCP-Präsident Wilfried Finke und sein Vize Josef Ellebracht während des Spiels gegen Osnabrück.

Tribünengespräch: SCP-Präsident Wilfried Finke und sein Vize Josef Ellebracht während des Spiels gegen Osnabrück. Foto: Jörn Hannemann

Von Peter Klute

Paderborn  (WB). Es hätte ein echter Krisengipfel werden können. Doch mit zwei Siegen in Folge hat sich die Situation beim SC Paderborn deutlich zum Positiven verändert. »Diese sechs Punkte sind klasse«, kommentiert der neue Trainer Stefan Emmerling seine makellose Bilanz.

So kann man davon ausgehen, dass beim avisierten Treffen von Präsident Wilfried Finke und Emmerling eine entspannte Atmosphäre herrschen wird. Emmerling und Finke: Wenn man sich in Spielerkreisen umhört, sind das die beiden entscheidenden Faktoren für die Wende. »Der Trainer hat einige Sachen umgestellt, und es hat sofort funktioniert«, sagt Torjäger Zlatko Dedic.

Emmerling selbst spricht von »zwei, drei« Stellschrauben, an denen er gedreht habe. Eine ist die Aggressivität. »Ich habe in den ersten Trainingseinheiten ein Zweikampfverhalten gesehen, mit dem es in der 3. Liga nicht funktionieren kann«, sagt der Trainer. So wie die Mannschaft gegen Münster und Osnabrück zu Werke ging , funktioniert es. Zweimal vier Gelbe Karten, sechs Punkte. Die zwei Siege haben auch mit der Ansprache Finkes bei seiner Rückkehr ins Amt zu tun. »Der Präsident hat bei uns den Schalter umgelegt, danach hatten wir den Ernst der Lage erkannt«, sagt Ben Zolinski, und Sven Michel stellt fest: »Herr Finke hat uns auf die Finger geklopft und Konsequenzen aufgezeigt. Vielleicht brauchten wir das.«

Finke ist dafür bekannt, Klartext zu reden. Aber er kann auch auf die Menschen zugehen. So wie beim neuen Trainerstab. »Ich bin nah dran. Wir haben täglich Kontakt, und es macht mir sehr viel Spaß«, sagt er. Und auch zu den Anhängern pflegt der alte und neue Präsident einen engen Kontakt. Am Freitagabend traf er sich mit Vertretern der Fanklubs und legte seine Beweggründe für Rücktritt und Rückkehr dar.

Der Blick geht nur nach vorne

Jetzt aber geht der Blick nur nach vorne. »Wenn wir so spielen wie gegen Osnabrück, ist mir nicht bange. Wir haben eine kleine Etappe gewonnen, nichts ist unmöglich«, sagte er nach dem Abpfiff am Samstag. Vor dem Münster-Spiel stand der SCP auf einem Abstiegsplatz, jetzt sind es vier Punkte Vorsprung auf Rang 18 und nur noch acht Zähler Rückstand auf Platz drei.

Zum Absteigen ist die Mannschaft zu gut, Finke und Emmerlings Aufgabe besteht darin zu beurteilen, ob es mit diesem Personal auch zum vorzeitigen Aufstieg (so lautet das erklärte Ziel für 2018) reichen kann oder ob Verstärkungen her müssen. Die soll dann der neue Sportliche Leiter dingfest machen. Eine Verpflichtung von Ex-Kapitän Markus Krösche ist für Finke »unrealistisch«, der Top-Kandidat ist nach wie vor Chemnitz-Manager Stephan Beutel, mit dem sich die Paderborner seit längerem einig sind. »Der Name ist bekannt, da brauchen wir nicht drumherumzureden. Aber mehr möchte ich dazu nicht sagen, weil er dort keine Probleme bekommen und sich mit einem ordentlichen Gesicht verabschieden soll«, so Finke. Doch der SCP ist gewappnet, falls der Beutel-Deal platzt. »Wir führen parallel Gespräche. Ich hoffe, dass wir noch vor Weihnachten Klarheit haben, spätestens aber bis Ende des Jahres«, erklärte Finke gegenüber dem WESTFALEN-BLATT.

Offen, wieviele neue Spieler kommen

Wie viele neue Spieler kommen und welche Qualität diese haben, hängt natürlich auch vom finanziellen Aspekt ab. Für die Gespräche mit Sponsoren war speziell der Auftritt gegen Osnabrück eine ideale Vorlage. Finke: »Ich werde jedem sagen, dass er sich, bevor er mit mir spricht, dieses Spiel auf Video ansehen soll, wenn er nicht im Stadion war. Das war ein Event und hat gezeigt, dass der SCP in Sachen Standortqualität ein großer Faktor ist.«

Das soll so bleiben, daher will Finke »alle zur Verfügung stehenden Mittel in die Mannschaft stecken« und auf ein Winter-Trainingslager verzichten: »So ist es mit dem Trainerteam besprochen. Es sei denn, hier fallen Schneemassen oder der Trainer möchte ein Trainingslager als eine Art Teambildung, wenn er, ich sage mal, vier neue Spieler bekommt. Aber wir haben in unserem Trainingszentrum so tolle Bedingungen, wie sie nicht mal ein Zweitligist hat.«

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