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Mi., 15.03.2017

Paderborns Angreifer 2017 noch torlos – SCP heute in Chemnitz Sturmtief

Kein Durchkommen: Zlatko Dedic ist wie seine Kollegen im SCP-Angriff in diesem Jahr noch torlos.

Kein Durchkommen: Zlatko Dedic ist wie seine Kollegen im SCP-Angriff in diesem Jahr noch torlos. Foto: Besim Mazhiqi

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Ohne Tore keine Siege – die Rechnung ist im Sport eigentlich ganz einfach. Der stark abstiegsbedrohte SC Paderborn hat aber genau an dieser Stelle aktuell sein größtes Problem: Der eigene Sturm steckt im Tief. Die kümmerliche SCP­Bilanz in der Rückrunde: drei Tore in sechs Spielen.

Besonders erschreckend: Im Kalenderjahr 2017 traf noch überhaupt kein Paderborner Stürmer. Weder Wintereinkauf Roope Riski, noch Zlatko Dedic und schon gar nicht Koen van der Biezen. »Wir lassen zu viele Chancen liegen, hier fehlt uns eindeutig die Entschlossenheit«, sagt Paderborns Trainer Stefan Emmerling vor dem Gastspiel (19 Uhr) beim Chemnitzer FC an diesem Mittwoch.

Van der Biezen kommt bislang auf zwei Saisontore. Zum letzten Mal traf der 31-Jährige am 13. August 2016 bei Paderborns 1:2-Heimniederlage gegen Werder Bremen II. Das ist im Fußball eine Ewigkeit. Der Holländer, von René Müller aus Bielefeld geholt und in dessen Amtszeit auch gesetzt, wurde von Emmerling allerdings auch zur Teilzeitkraft degradiert und kommt in den vergangenen neun Partien nur noch auf eine Gesamtspielzeit von 132 Minuten.

Van der Biezen war zwischendurch auch grippekrank, Emmerling macht aber unmissverständlich deutlich: »Jeder Spieler ist für sich selbst verantwortlich und muss sich aufdrängen. Koen muss uns das Gefühl geben, dass er uns weiterhelfen kann.«

Finne bislang nur im Training auffällig

Stark in der Kritik steht auch der schärfste Konkurrent von van der Biezen: Zlatko Dedic jubelte zuletzt beim Paderborner 3:1-Heimsieg gegen den VfL Osnabrück. Das war kurz vor Weihnachten. »Zlatko hat aber gegen Erfurt eine super Reaktion gezeigt. Er war fast an jeder gefährlichen Szene beteiligt. Das will ich jetzt auch in Chemnitz sehen«, sieht Emmerling hier zumindest eine positive Entwicklung.

Noch völlig ohne Wirkung blieb die finnische Winterleihgabe von SJK Seinäjoki: Roope Riski deutete bislang nur im Training an, dass er noch zu einer scharfen Paderborner Waffe im Abstiegskampf werden könnte. In den Übungseinheiten besticht der 25-Jährige durch einen guten Abschluss. Auf dem Feld konnte sich Riski schon allein körperlich überhaupt nicht durchsetzen und blieb entsprechend wirkungslos.

Hoffnung macht der Gegner

Auffällig war der Finne nur in Kiel: In der Nachspielzeit holte sich Riski nach einem Foulspiel an der Außenlinie eine völlig unnötige Gelb-Rote-Karte ab und war deshalb gegen Erfurt gesperrt. Aktuell ist Riski (Oberschenkelzerrung) verletzt. »Irgendwann ist es vorbei mit der Misere. Das weiß jeder Stürmer«, will Emmerling hier noch kein abschließendes Urteil fällen.

Paderborns Fußballlehrer nimmt seine Angreifer aber nicht nur in die Pflicht, sondern auch in Schutz: »Unsere Stürmer waren oft auf sich allein gestellt. Das lag auch am Spielaufbau. Da haben wir jetzt den Hebel angesetzt, gegen Erfurt waren in spielerischer Hinsicht erste Erfolge zu erkennen.«

Ein bisschen Hoffnung macht auch der Gegner an diesem Mittwoch: Im Hinspiel siegte der SCP mit 4:2 – in keinem anderen Punktspiel trafen die Ostwestfalen so oft. Und einer sogar doppelt: Zlatko Dedic.

Kommentare

Offener Brief

Sehr geehrte Kommunalpolitiker,
liebe Wohltäter und Samariter,

es wird immer so getan, als ob der SCP von der Stadt Geschenke erhalten hätte. Dabei ist ein Darlehen kein Geschenk. Das Darlehen ist zurück gezahlt und hat der Stadt noch Zinsen eingebracht. Es war also eine lukrative Geldanlage für die Stadt. Wo sonst macht die Stadt denn Profit? Bei Straßen, Schulen oder Ausgaben für Beamte, Angestellte, Bürgermeister, Kämmerern, Flüchtlinge etc.???

Und wenn ein Oberverwaltungsgericht die Stadt dazu verdonnert hat, Geld auszugeben, weil man im Bebauungsplan diverse Fehler gemacht hat, dann ist das nicht Sache des SCP, der schließlich selber Millionenkosten durch die städtischen Planungsfehler hatte! Der Baustopp hat 3 Mio. gekostet. Dazu musste der SCP noch ins HLS investieren. Die Einbußen waren mitverantwortlich für den Abstieg 2008, der ebenfalls bis zu 4 Mio. gekostet hat.

Man muss mal die ganze Geschichte sehen. Wilfried Finke schlug Anfang des Jahrtausends den Stadionneubau vor. Wollte sogar noch ein Hotel dazu bauen. Es wäre möglich gewesen, Gastgeber für eine der 31 Gäste-Nationalmannschaft bei der WM 2006 zu sein, die dort hätte trainieren oder Testspiele ausrichten können. - Die Stadt blockierte jahrelang.

Dann kam endlich „Bewegung“ in die Sache, weil Die Politik öffentlich dran erinnert wurde, dass sie beim Aufstieg 2001 ein Stadion versprochen hatte. Es wurden also teure Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben, die den Umbau von HLS oder Inselbadstadion untersuchten. Ergebnis: ein Neubau ist billiger.

Dann wurde wieder geprüft, ob man nicht an der Uni bauen könnte. Wieder nix. Endlich wurde der heutige Standort gewählt, den der SCP von Anfang an vorgeschlagen hat. Die Verzögerungstaktik ging weiter: Auf einmal brachten Wirrköpfe aus dem Stadtrat den Umbau des Ahornsportparks ins Spiel. Dabei sollte jedem klar sein, dass auf einem Rasen, auf dem Hammerwerfen gemacht wird, nicht auch Fußball gespielt werden kann.

Das war übrigens der Zeitpunkt, an dem ich aus der CDU ausgetreten bin. Herr Paus hatte immerhin die Größe mir persönlich einen zweiseitigen Brief seines Bedauerns zu schreiben.

Als anschließend die kommunale Sparkasse Kredite für den Bau verweigerte, war mich der Zeitpunkt gekommen, meine Geldanlagen zu einer anderen Bank zu tragen.

Nun stieg der SCP – zum Leidwesen der Stadt – 2005 auch noch auf. Und man wollte sich nicht blamieren. Also beschloss man besagten Bebauungsplan, der dann vom OVG Münster kassiert wurde. Dann kamen Baustopp und jahrelange Verhandlungen mit unwilligen Klägern, bis der „Masterplan“ vorgelegt wurde, der die Stadt zu den Investitionen zwang! Zu dem Zeitpunkt zog die versammelte Opposition im Stadtrat ihre Zustimmung ein. Ebenfalls absolut verantwortungslos und vielleicht ein Grund, warum die CDU heute keine Hilfe mehr leisten will.

Man muss bedenken, dass der SCP jahrelang ins städtische HLS investieren musste, da Auflagen oder auf 5000 Zuschauer begrenztes Fassungsvermögen Geld kosteten. So hat der Verein in den 80er Jahren die Haupttribüne gebaut. Später kamen das Geschäftsstellengebäude, Vorplatz, Kassenhäuschen, Spielerbrücke, Wellenbrecher, Flutlicht und schließlich Zusatztribüne und VIP-Zelt hinzu.

Die Anekdote mit den Wellenbrechern muss ich an der Stelle los werden. Das Fassungsvermögen war auf 5000 begrenzt, weil Wellenbrecher fehlten. Da sagte die Stadt, man wolle das nicht zahlen, weil das 300.000,- gekostet hätte. Daher sagte man dem SCP, er solle nach einer günstigeren Variante suchen, dann könne man sprechen. Der Verein präsentierte eine Lösung für unter 40.000,-. Darauf antwortete die Stadt sinngemäß: Ihr solltet doch ne günstige Variante vorlegen!

Dann muss man bedenken, dass dem SCP in den letzten 20 Jahren 3 Trainingsplätze ersatzlos gestrichen wurden, z. B. weil man das Grundstück für ein Hotel verkauft hat. Das die stadteigenen Fußballplätze am TNLZ kein Geschenk sind, wird offenkundig. Sie werden dem SCP nur gegen Zahlung hoher Pachten zur Verfügung gestellt (116.000,-/a). Von den Pachten für Stadiongrundstück und Parkplätze ganz zu schweigen. Es war also überfällig, dass die Stadt mit dem TNLZ Ersatz geschaffen hat!

Andere Vereine in Paderborn haben tolle Anlagen mit Vereinsheimen bekommen. Das bringt nämlich Wählerstimmen!

Dagegen zahlt die Stadt jährlich Millionenzuschüsse ans Theater, um gut betuchten Leuten ihren Besuch zu subventionieren!

Fußball ist aber auch Kultur – und zwar die des kleinen Mannes – und kein normales Wirtschaftsunternehmen. Man bekommt aber keine Zuschüsse, kann dafür absteigen. Das ist bei Schauspielern oder Gewerbe nicht so.

Auch ist der Verein verpflichtet, in der Lizensierung Stadion und NLZ vorzuweisen. Man brauchte also diese Infrastruktur für Profifußball. Dass sich das in der 3. Liga nicht finanzieren lässt, wenn man solche Fixkosten hat, sollte klar sein!


Die Stadt handelt verantwortungslos. Denn wenn der SCP pleite geht, fehlen Einnahmen in Millionenhöhe durch wegfallende Steuern oder Pachten. Man muss bedenken, dass die Stadt vom SCP Pachten für Parkplatz, Stadiongrundstück und TNLZ bezahlt. Und das Loch wird wer ausgleichen müssen?! Der Steuerzahler.

Oder es fehlt eben Geld für andere Projekte. Es wird versucht den SCP gegen Schulen oder Kindergärten auszuspielen. Es existiert aber kein Zusammenhang. Umgekehrt wird ein Schuh draus! Man denke an die 17 Mio. Euro Steuern innerhalb von 4 Jahren, die der SCP gezahlt hat.

Weiter verdient die Stadt durch Verträge für Padersprinter oder ASP mit dem SCP.

Oder glaubt einer, Städte wie Duisburg, Aachen, Osnabrück, Rostock, Erfurt, Dresden oder Kaiserslautern sind weniger weitsichtig als unser Bürgermeister?

Hilfe für den SCP ist eben unpopulär, weil man offenbar beleidigt war, dass man nicht vor der Mitgliederversammlung angerufen wurde. Dabei haben wir doch schon bei Stadion und TNLZ erlebt, dass ohne Druck bei der Stadt nichts passiert.

Aber die Stadt will lieber das schutzwürdige Biotop Paderaue am Kalberdanz bebauen.

Die Stadt hat eine "Aufmerksamkeitskante" für Sehbehinderte am Domplatz gebaut. Da aber inzwischen jemand darüber gestolpert ist, will man da sofort teure neue Baumaßnahmen in die Wege leiten.

Nun trägt die Stadt am Ende nicht gerade zum Abbau der Verunsicherung der Mannschaft bei! Auch das könnte uns noch teuer zu stehen kommen!

Die Stadt hat auf Dauer mehr geschadet als genutzt. Das ist die ganze Wahrheit!

1 Kommentare

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