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Sa., 18.03.2017

Wie 2015 und 2016: SC Paderborn kann am Samstag wieder Letzter sein Emmerlings Endspiel?

Diese Fehler machen auch einen Trainer rasend: Stefan Emmerling und sein Team müssen am Samstag liefern.

Diese Fehler machen auch einen Trainer rasend: Stefan Emmerling und sein Team müssen am Samstag liefern. Foto: Besim Mazhiqi

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Über seine Zukunft will Stefan Emmerling nicht reden. Der Ex-Profi weiß aber, dass ihm nach fünf Drittliga-Niederlagen in Folge die Argumente ausgehen. Er muss mit seinem Team am Samstag liefern. Sonst ist wohl der Coach geliefert. SC Paderborn gegen Jahn Regensburg – das könnte deshalb schon Emmerlings Endspiel sein.

»Moral hin, Moral her. Es müssen endlich Punkte her. Deshalb stehen wir extrem unter Druck«, redet Emmerling gar nicht erst drumherum. Der 51-Jährige konnte seiner Mannschaft auch am Mittwoch nach dem 1:2 in Chemnitz läuferisch und kämpferisch nur wenig vorwerfen: »Wir dürfen nicht nur leistungstechnisch liefern. Das tun wir und das ist auch das Mindeste, was man verlangen darf. Wir müssen ergebnistechnisch liefern. Und zwar schnell.«

Immer näher an den Rand des Ruins

Im Ergebnissport Fußball muss es Emmerling zunächst gelingen, die eklatanten individuellen Fehler seiner Elf drastisch zu minimieren. Denn jeder einzelne befördert den Verein Spieltag für Spieltag näher an den Rand des Ruins.

Wie vor dem 0:1, als erst alle auf den Abseitspfiff warteten und dann Sebastian Heidinger den Schuss von Dennis Mast (21.) ins eigene Netz beförderte. Ganz bitter war auch der Fehlpass von Ben Zolinski (52.) vor dem 0:2. »Diese Nachlässigkeiten bringen uns regelmäßig auf die Verliererstraße«, zürnte Emmerling am Mittwoch.

Angreifer im Fokus

Viel läuft in der Defensive falsch, in der Offensive sollte Emmerling ebenfalls fix weitere Baustellen beenden: Seine Angreifer müssen schneller und im richtigen Moment abschließen. Ein gutes Beispiel ist Zlatko Dedic. Paderborns erfolgreichster Torjäger (sieben Saisontore) ist 2017 trefferlos – auch weil er entweder zu spät Entscheidungen trifft, oder im richtigen Moment die falschen.

Sven Michel ist noch verletzt, Koen van der Biezen außer Form – Hoffnung auf Besserung macht deshalb nur Marcus Piossek. Der zeigte gegen Erfurt eine starke erste Hälfte und war auch nach seiner Hereinnahme am Mittwoch der Aktivposten. »So eine Leistung über 90 Minuten und über mehrere Spiele – das würde ich mir wünschen. Denn Pio kann den Unterschied ausmachen«, ist Emmerling überzeugt.

Strohdiek: »Wir brauchen jetzt Spielglück«

Paderborns Trainer hat viele Probleme und nur noch wenig Zeit. Was erzählt aber ein Fußballlehrer seinen Spielern nach fünf Niederlagen in Folge? »Dass wir noch nicht abgestiegen sind und deshalb die Köpfe oben behalten müssen«, antwortet Emmerling.

Ob ihm seine Spieler da noch folgen? »Natürlich«, sagt Strohdiek und liefert diese Antworten: »Wir verlieren nicht, weil wir taktisch falsch eingestellt werden. Wir verlieren auch nicht, weil unsere Einstellung oder Aufstellung nicht passt. Es läuft vieles schief, aber wir brauchen jetzt auch Spielglück.«

Zukunft ungewiss

Daran glaubt der 29-Jährige. Ebenso an den Klassenerhalt: »Ansonsten könnten wir ja gleich den Spielbetrieb einstellen.« Das droht am Saisonende ohnehin. Am Samstag könnte Paderborn den dann 28. Spieltag sogar als Schlusslicht beenden. Ein Szenario, das sich nach einem letzten Platz in Liga eins 2015 und einem letzten Platz in Liga zwei 2016 für 2017 eigentlich niemand mehr vorstellen konnte und wollte. Trifft das ein, ist die Zukunft des SC Paderborn ungewisser denn je.

Aber nicht nur deshalb sollte Emmerling nicht auch noch dieses Spiel verlieren. Der damit vielleicht verbundene Absturz auf Platz 20 hätte viel Symbolkraft. Emmerling wäre trotz aller Treueschwüre von Präsident Wilfried Finke dann nicht mehr zu halten.

Kommentare

Vorstellungskraft

Man stelle sich vor, das Geld für die Trainerwechsel wäre für vernünftige Spieler verwendet worden....

Ich kann´s nicht glauben

2015/16 mit Gellhaus, Müller, Effenberg und Müller.
2016/17 mit Müller, Fulland, Emmerling und ?

Wie kann ein Trainer schon wieder in Frage stehen? Wie berichtet, liegt es an Chancenverwertung und individuellen Defensivfehlern. Soll der Trainer etwa selber spielen?!

Ich kann nur hoffen, dass Kröschi diese (Un-)Logik durchbricht und nicht in die Geschichte eingeht als jemand, dessen erste Amtshandlung eine Trainerentlassung ist.

Und die "Experten"?! Vor wenigen Wochen ließen die noch verlauten, Emmerling sei "ein solider Trainer", mit dem man nicht absteigen würde. Oder es hieß, er sei der richtige Mann. Damit rechtfertigte man den letzten Trainerwechsel.

Und was ist überhaupt ein erfolgreicher Trainerwechsel?! Es wird als Erfolg gefeiert, wenn ein Trainerwechsel (zeitweise) mit sportlichem Fortschritt einhergeht. Wäre es aber nicht ein Erfolg, wenn ein Trainerwechsel gar nicht erst nötig wäre?!

Das erinnert mich an den Beinahe-Absturz eines Flugzeugs, das in New York auf dem Hudsonriver landete. Das wurde als "Sternstunde der Fliegerei" gefeiert. Wäre es nicht ein Erfolg, wenn Notlandungen gar nicht erst nötig wären?! Wie kann eine Notlandung ein Erfolg sein?!

2 Kommentare

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