>

Mo., 28.05.2018

Sportchef-Suche: HSV wollte SCP-Ablöseforderung nicht erfüllen Krösche bleibt in Paderborn

Markus Krösche bleibt SCP-Manager, Trainer Steffen Baumgart (im Hintergrund) wird wohl auch nicht wechseln.

Markus Krösche bleibt SCP-Manager, Trainer Steffen Baumgart (im Hintergrund) wird wohl auch nicht wechseln. Foto: imago

Von Matthias Reichstein

Krösche selbst wollte sich zum Gezerre um seine Person auch gestern nicht äußern. »Ich bin beim SCP und stehe bis 2022 unter Vertrag. Alles andere kommentiere ich nicht«, blieb der 37-Jährige bei seiner Taktik der extremen verbalen Zurückhaltung. Er deutete aber im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT an, am Dienstagabend, wenn von den Mitgliedern die Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung in eine Kapitalgesellschaft beschlossen werden soll, zu diesem Thema Stellung zu beziehen: »Ich werde mich aber auch dann knapp halten.«

Markus Krösche stand nach Informationen dieser Zeitung ganz dicht vor einem Wechsel von der Pader an die Elbe. Wie bereits berichtet, hatte sich der neue Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann bereits im Vorfeld mit Krösche getroffen. In den Gesprächen muss Krösche den neuen/alten HSV-Boss (stand schon von 2003 bis 2011 an der Vorstandsspitze) überzeugt haben, denn danach war er Kandidat Nummer 1. Noch vor Kiels Geschäftsführer Becker.

Baumgart ist auch noch nicht zu 100 Prozent sicher

Für den SCP kam der Ruf aus der Hansestadt allerdings zu einer Unzeit: Präsident Wilfred Finke ist am 18. Mai offiziell zurückgetreten, seine beiden Stellvertreter Dr. Rudolf Christa und Josef Ellebracht werden zum 30. Juni folgen. Die Ausgliederung der Profiabteilung steht unmittelbar bevor, und die nahe Zukunft von Trainer Steffen Baumgart ist auch noch nicht zu 100 Prozent sicher beim SC Paderborn. In diesen unsicheren Zeiten wollten die Klubverantwortlichen des neuen Zweitligisten nicht auch noch mit Krösche ihren Aufstiegsgaranten verlieren. So soll die SCP-Führung angeblich auf erste Anfragen vom HSV mit Verweis auf den langfristigen Vertrag von Krösche gar nicht reagiert haben. Erst als es aus Hamburg Signale gab, deutlich mehr als 1,5 Millionen Euro an Ablöse zahlen zu wollen, soll Bewegung in den Poker gekommen sein. Als die Ostwestfalen angeblich das Doppelte forderten, wurde in Hamburg die Akte Krösche geschlossen. Der Weg für Becker war damit frei.

Gespannt darf man sein, wie Krösche nun reagiert. Denn die Chance, nach nur einem Manager-Jahr bei einem Drittligisten in den Vorstand eines der traditionsreichsten und größten deutschen Fußballvereine berufen zu werden, kommt nicht oft. Krösche gilt zudem als ehrgeizig, die Perspektive beim abgestürzten Bundesliga-Dino etwas Neues aufzubauen, wird ihn deshalb sehr gereizt haben. Auf der anderen Seite gilt Krösche auch als vereinstreu. Paderborns Rekordspieler ist außerdem bei Fans und Sponsoren gleichermaßen hoch angesehen. Deshalb wird man den Ex-Profi nach erfolgreicher Ausgliederung mit noch mehr Macht ausstatten.

Und was ist mit Steffen Baumgart?

Knackpunkt bei Becker waren nur seine verbal sehr offen vorgetragenen Zweifel an einem kon­struktiven Miteinander mit Nachwuchschef Bernhard Peters. Am Samstag soll Becker dann doch seine Bereitschaft signalisiert haben, einen möglichen Konsens zu finden. Probleme mit einer Ablösesumme gibt es auch nicht. Die soll im niedrigen sechsstelligen Bereich liegen, denn Becker hatte seinem Arbeitgeber Holstein Kiel schon vor Wochen mitgeteilt, dass er, unabhängig vom Ausgang der Gespräche, nicht bleiben werde.

Und was ist mit Steffen Baumgart? Hier gibt es Hinweise, dass auch der Paderborner Aufstiegstrainer bleibt. Die Wahl von Berlins Geschäftsführer Oliver Ruhnert soll auf Frank Fahrenhorst gefallen sein. Die beiden kennen sich aus gemeinsamen Schalker Tagen. Dort war Ruhnert Direktor der Knappenschmiede und entdeckte Talente wie Sead Kolasinac oder Leon Goretzka. Fahrenhorst arbeitet seit 2012 als Trainer im Schalker Nachwuchsbereich.

Kommentare

Na, da steht bei den Roten und Grünen ja "Aussage gegen Aussage". Schwer für uns Leser zu entscheiden, welcher Artikel der Wahrheit näher kommt. Obwohl, wenn ich mir die Frisur des ehemaligen SCP-Hauptprotagonisten anschaue: warum muss ich dann sofort an die Wortneuschöpfung der "Alternativen Fakten" denken ?

Nur Geduld, und weiterhin so herausragende Arbeit

, dann kommen automatisch bessere Angebote für Krösche und Baumgart, als lediglich von nun ebenfalls Zweitligisten, und dann werden sie auch nicht zu halten sein.

2 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5770962?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F