Torschütze und Vorbereiter: Philipp Klement lenkt Paderborns Spiel
Der Taktgeber

Paderborn (WB). Paderborns Kader ist auch in der Breite so gut besetzt wie noch nie in der 2. Liga. Einen kann Trainer Steffen Baumgart aktuell trotzdem nicht ersetzen: Philipp Klement ist der zentrale Taktgeber im Offensivspiel des Aufsteigers.

Montag, 13.08.2018, 05:00 Uhr
Stratege am Ball: Philipp Klement lenkt das Spiel des SC Paderborn. Foto: Oliver Schwabe
Stratege am Ball: Philipp Klement lenkt das Spiel des SC Paderborn. Foto: Oliver Schwabe

Klement ist unverzichtbar – das würde Baumgart so nie formulieren, der Coach ist stets bemüht, das Kollektiv zu sehen. Doch zwei Punkte machten den 26-Jährigen am Freitagabend beim 2:0-Sieg gegen Jahn Regensburg zu einem unentbehrlichen Bauteil im System Paderborn: Klement ist topfit und in glänzender Form, außerdem sind seine beiden schärfsten Rivalen auf der Position des Spielmachers nicht konkurrenzfähig. Massih Wassey befindet sich nach massiven Rückenproblemen im Aufbautraining. Marlon Ritter wurde nach seinem auskurierten Muskelfaserriss zwar wieder eingewechselt, aber seine insgesamt 32 Zweitligaminuten machten deutlich: Ritter ist noch nicht bei 100 Prozent und hat physisch noch Nachholbedarf.

Wie in der 3. Liga

So bleibt für die exponierte Stellung im SCP-Spiel nur einer übrig und Klement hat die Schlüsselrolle übernommen. Zum Start in Darmstadt hatte er noch einige Rhythmusstörungen und war Teil des mutlosen Auftritts, auch wenn Klement den Kritikern widerspricht: »Das war nicht ängstlich, uns fehlte nur das Selbstbewusstsein.«

Das änderte sich gegen Regensburg. Nicht lange überlegen, sondern rausgehen und Vollgas-Fußball spielen. Wie in der 3. Liga. Das hatte sich die Mannschaft vorgenommen und nach einer schwierigen Anfangsphase gut umgesetzt. Auch dank Klement. Seine Ballsicherheit war schon in der 3. Liga nicht zu übersehen, sein strategisches Verständnis ebenso wenig. Auch wenn ihm am Freitagabend noch längst nicht alles gelang. Denn gerade bei den vielen Konterchancen im zweiten Abschnitt fehlte dem SCP-Angriff oft die nötige Ruhe, die Folge waren unnötige Ballverluste. Klement nimmt sich hier in Pflicht: »Da hätte ich mich öfters zeigen und das Spiel beruhigen müssen.«

Bälle in die Schnittstellen

Er könnte dennoch immer mehr zum Kopf der Mannschaft werden. Bei den Standards ist er das schon. Sein Eckball genau auf Klaus Gjasula war die perfekte Vorbereitung für das 1:0 (31.). Seinen Treffer zum 2:0 (61.) leitete er sogar selbst ein. »Auch daran wird seine Entwicklung deutlich. Den Ball hätte er sich vor fünf Monaten nicht geholt. Jetzt gelingt ihm die wichtige Balleroberung und er haut das Ding auch noch rein. Das war sensationell«, schwärmt Markus Krösche.

Für den Manager ist der neue Chef im Mittelfeld des SC Paderborn zwar ein wichtiges Puzzleteil in seinem Gesamtbild von Profifußball in Paderborn, aber eben nur eins: »Philipp hat die Fähigkeiten, ein Spiel zu lenken. Aber das können andere bei uns auch.« Und da ist der Geschäftsführer Sport mal wieder ganz nah beim Coach. Baumgart mag es ohnehin nicht, Einzelne hervorzuheben. Philipp Klement sei wichtig für das Offensivspiel, gerade mit seinen Bällen in die Schnittstellen.

Mehr Lob gibt es nicht, dafür Glückwünsche an die gesamte Mannschaft: »Das war heute ein Sieg der Mentalität. Alle haben gut gearbeitet.«

Ohne einen, der mit brillanten Pässen die Stürmer einsetzt, Räume schafft und für Überraschungsmomente sorgt, geht trotzdem nichts. Auch nicht in Paderborn.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5971611?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F
Ein Ende und ein Anfang
Rheda-Wiedenbrück: Eine Luftaufnahme der Tönnies Holding. Foto: Guido Kirchner/dpa
Nachrichten-Ticker