Paderborns Präsident über den Start, den Kader und die Investoren – mit Video
Volkmann: »An erster Stelle steht der Verein«

Paderborn (WB). Elmar Volkmann für Wilfried Finke – der Wechsel an der Spitze des Zweitligisten SC Paderborn verlief sehr geräuschlos. Seit dem 25. Juni ist der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Präsident des mehr als 5000 Mitglieder großen SCP. Über den Start, neue Investoren und die nahe Zukunft sprach Matthias Reichstein mit dem 71-Jährigen.

Mittwoch, 15.08.2018, 03:00 Uhr aktualisiert: 15.08.2018, 10:28 Uhr
Nach mehr als 30 Jahren im Aufsichtsrat steht Elmar Volkmann nun an der Spitze des Zweitligisten SC Paderborn. Foto: Jörn Hannemann
Nach mehr als 30 Jahren im Aufsichtsrat steht Elmar Volkmann nun an der Spitze des Zweitligisten SC Paderborn. Foto: Jörn Hannemann

Herr Volkmann, drei Punkte aus zwei Spielen – wie zufrieden sind Sie mit dem Zweitligastart des SC Paderborn?

Volkmann: Man wünscht sich immer mehr, aber es passt. In Darmstadt haben wir zurecht mit 0:1 verloren, am Freitag beim 2:0-Erfolg gegen Jahn Regensburg lieferte die Mannschaft dagegen einen überzeugenden Auftritt ab. Insgesamt war es deshalb ein ordentlicher Auftakt.

Sie stehen nach vielen Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender seit etwas mehr als sieben Wochen an der Spitze des Vereins. Was hat sich verändert?

Volkmann: Nicht viel. Aktuell beschäftige ich mich noch intensiv mit der Ausgliederung der Profiabteilung. Das Tagesgeschäft wickeln unsere Geschäftsführer Martin Hornberger und Markus Krösche ab, das läuft in gewohnten Bahnen. Bis Ende Oktober werde ich mir die Zeit nehmen, um dann zu entscheiden, was man innerhalb des Vereins noch verändern oder verbessern könnte. Sportlich wie wirtschaftlich läuft im Moment alles gut, wir haben Ruhe im Verein und dafür möchte ich auch in Zukunft sorgen. Wir brauchen keine Negativschlagzeilen, die wir unnötigerweise oft genug auch selbst produziert haben.

Zur Person

Elmar Volkmann, geboren am 23. August 1946 in Delbrück, ist seit 1956 Mitglied des SC Paderborn 07. Nach mehr als 30 Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender trat Volkmann am 25. Juni 2018 die Nachfolge von Wilfried Finke an und wurde Präsident des Fußball-Zweitligisten. Der 71-jährige Steuerberater ist verheiratet mit Marianne und Vater von drei Kindern: Christina (38), Philip (42) und Dirk (50).

...

Sie sprechen die Ausgliederung an, wie weit ist der SCP da? Gibt es interessante Investoren?

Volkmann: Es gibt einige potenzielle Bewerber und ich gehe auch davon aus, dass wir in naher Zukunft letzte Details klären können.

Aber noch ist kein Vertrag unterschrieben?

Volkmann: Das ist richtig. Nachdem Vizepräsident Dr. Rudolf Christa ausgeschieden ist, engagiert sich hier mit Ralf Hämmerling unser stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender sehr stark. Die finalen Gespräche werden dann Präsidium und Aufsichtsrat gemeinsam führen.

Am Montag trifft der SCP in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals auf den Ligakollegen FC Ingolstadt. Wie wichtig ist dieser Wettbewerb für den SCP?

Volkmann: Sehr wichtig. Nirgendwo sonst können Vereine wie der SC Paderborn relativ schnell sehr hohe zusätzliche Einnahmen erzielen.

In der vergangenen Saison kam der Klub bis ins Viertelfinale und nahm insgesamt etwa drei Millionen Euro zusätzlich ein. Geld, das der SCP dringend brauchte, um die Verluste in der 3. Liga in Grenzen zu halten. Wie sieht es aktuell aus? Wird das Geld ausschließlich in die Mannschaft investiert?

Volkmann: Die Mannschaft besitzt natürlich eine sehr hohe Priorität, keine Frage. Aber es wird nicht jeder zusätzlich erwirtschaftete Euro in die Mannschaft fließen. Entscheidend wird sein, wo im Verein Investitionen dringend erforderlich sind. Das kann die Mannschaft betreffen, das können aber auch völlig andere Dinge sein.

Den Verkauf von Robin Krauße für knapp eine Million Euro konnten Sie nicht einplanen. Wo wird das Geld investiert.

Volkmann: In den Profikader. Wir hatten durch die Neuzugänge auch nicht unerhebliche Mehrkosten. Die können wir jetzt durch den Transfer abdecken.

Das wird aber nicht immer so gut funktionieren. Wie stellen Sie sich die Transferpolitik des SCP vor?

Volkmann: Wir werden bei unserer Transferpolitik bleiben, Neuzugänge möglichst ablösefrei zu verpflichten und junge Spieler weiter zu entwickeln. Im Idealfall hätte ich gerne immer eine Mannschaft, bei der die Wahrscheinlichkeit eines Abstiegs nahe Null liegt, und wir uns bei den TV-Plätzen stetig verbessern.

Aktuell liegt der SCP nach zwei Jahren in der 3. Liga nur auf Platz 13 der TV-Tabelle.

Volkmann: Ziel ist es, dass wir auf Platz neun oder zehn vorrücken. Im Moment bekommen wir aus dem TV-Topf knapp acht Millionen Euro. Weitere 300.000 Euro bringt jeder Platz, den wir im TV-Ranking gut machen.

Nicht nur SCP-Spieler sind sehr begehrt, der Manager ist es auch.

Volkmann: Man weiß nie, was kommt. Aber wir haben kein Interesse daran, Markus Krösche gehen zu lassen. Das war im Mai so und daran hat sich bis heute nichts geändert. Aber ich glaube, dass sich Markus Krösche und seine Familie in Paderborn sehr wohl fühlen. Er geht damit gut um und weiß: An erster Stelle wird immer unser Verein stehen, Einzelinteressen müssen zurückstehen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5976024?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F
Ein Ende und ein Anfang
Rheda-Wiedenbrück: Eine Luftaufnahme der Tönnies Holding. Foto: Guido Kirchner/dpa
Nachrichten-Ticker