Paderborns Ex-Kapitän Uwe Hünemeier muss sich hinten anstellen
Neue Hierarchie

Paderborn (WB). Abwehrchef, Kapitän, Führungsspieler – das alles verbindet der Paderborner Fußballfan mit Uwe Hünemeier. Nach seiner Rückkehr aus England muss sich der 32-Jährige allerdings in einer neuen Rolle zurechtfinden: Die Stammkraft ist aktuell nur noch zweite Wahl.

Samstag, 18.08.2018, 10:09 Uhr
Uwe Hünemeier wurde beim ersten Heimspiel von den Fans mit viel Applaus empfangen. Foto: Schwabe
Uwe Hünemeier wurde beim ersten Heimspiel von den Fans mit viel Applaus empfangen. Foto: Schwabe

Keinen Einsatz beim 0:1 in Darmstadt, fünf Minuten beim 2:0-Sieg gegen Regensburg: Als sich Uwe Hünemeier im Mai zur Rückkehr entschloss und nach zwei Jahren Brighton verließ, war ein Argument mehr Einsatzzeiten.

Doch das Aufstiegsduo Christian Strohdiek und Sebastian Schonlau ist im Paderborner Abwehrzen­trum ein nur ganz schwer zu überwindendes Bollwerk. Nicht nur für die Gegner, auch für Hünemeier: »Ich wusste, dass ich keinen Freifahrtschein habe. Den will ich auch nicht. Aber ich habe auch so meinen Stellenwert innerhalb der Mannschaft. Wenn ich auf dem Platz nicht gebraucht werde, dann unterstütze ich die Jungs eben von außen.«

Genauso sieht es auch Trainer Steffen Baumgart: »Uwe ist und bleibt eine wichtige Persönlichkeit im Kader, völlig unabhängig von seinen Einsatzzeiten.« Den Worten ließ die Mannschaft Taten folgen und wählte Heimkehrer Hünemeier zum zweiten Kapitän – auch hier steht er damit hinter Strohdiek. Auch das ist ein deutliches Zeichen für die veränderte Hierarchie beim SC Paderborn.

Einsatzzeiten im Pokal?

Hünemeier hat die komplette Vorbereitung verletzungsfrei überstanden, fühlt sich selbst topfit und bestätigte das auch bei seinem Kurzeinsatz gegen Regensburg. In den hektischen Schlussminuten war »Hüne« sofort da, auch das ist eine Art von Qualität.

Ob es am Montag (Anstoß: 18.30 Uhr) im Pokalspiel gegen den FC Ingolstadt zu mehr Spielzeit reicht? Insider rechnen fest damit, Hünemeier selbst hält sich mit Prognosen zurück: »Es gibt eigentlich wenig Grund, etwas zu ändern. Christian kriegst du nicht kaputt. Der ist immer da, wenn es brennt. Sebastian hat sich total positiv entwickelt, hat einen tollen Spielaufbau, ein gutes Auge und versucht, jeden Ball sauber zu spielen. Da gibt es nichts zu meckern, da gilt es die Leistung anzuerkennen.«

Baumgart kündigt Änderungen an

Diese Wertungen sind sportlich fair, sie sagen aber auch viel über den Charakter von Hünemeier aus. Der Routinier tritt nicht nach, verbreitet auch keine miese Stimmung, sondern trägt die Entscheidung des Trainers mit. Nicht nur nach außen, auch nach innen. Eine Einstellung, die Baumgart honorieren wird. Vielleicht schon am Montag.

»Wir werden auf zwei oder drei Positionen etwas verändern«, kündigte der 46-Jährige am Freitag an und nannte dabei auch Uwe Hünemeier als einen der Kandidaten. Der Coach machte aber ebenso deutlich: »Strohdiek und Schonlau sehe ich einen Tick vorne, sie bleiben deshalb meine Innenverteidiger Nummer 1. Diese Entscheidung ist völlig unabhängig vom Pokalspiel.«

Erinnerungen an 2017

Paderborns 1:0-Sieg am 19. Dezember 2017 über den FC Ingolstadt und der damit verbundene Einzug ins Viertelfinale (0:6 gegen Bayern München) war bislang der größte Pokal-Triumph, »Hüne« stand sogar schon im Halbfinale.

Das war am 1. März 2011, und er verlor mit Cottbus unglücklich 1:2 beim MSV Duisburg. Ein ähnlich knappes Spiel erwartet er auch diesmal: »Es ist ein Duell auf Augenhöhe. Allerdings sind wir nicht mehr der Underdog wie noch vor einem Jahr.« Die Einstellung wird wieder wichtig sein, die Aufstellung auch.

»Pokal ist ein anderer Wettbewerb, da hoffen viele auf ihre Chance. Unsere Qualität im Kader ist riesig, da hätte jeder einen Einsatz verdient«, drückt sich Hünemeier hier sehr diplomatisch aus. Eben so wie ein Führungsspieler. Und das ist er auch ohne Stammplatz.

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