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Mi., 22.08.2018

Paderborns Torhüter Michael Ratajczak spielt nur im Pokal eine wichtige Rolle Die Nummer 1 bleibt zweite Wahl

SCP-Schlussmann Michael Ratajczak.

SCP-Schlussmann Michael Ratajczak. Foto: Thomas F. Starke

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Die Situation ist für Michael Ratajczak nicht einfach: Nur alle paar Wochen darf der Mann mit der Nummer 1 auf dem Rücken an seinen Arbeitsplatz im Tor des SC Paderborn. In der dritten Saison beim Fußball-Zweitligisten bestritt der 36-Jährige am Montagabend gegen den FC Ingolstadt (2:1) erst das 20. Pflichtspiel.

Paderborn siegte und zog in Runde zwei ein, so ganz blitzsauber war Ratajczaks Auftritt allerdings nicht: Sonny Kittel zirkelte eine Viertelstunde vor Schluss einen Freistoß ins Torwarteck und verkürzte für die Gäste auf 1:2. »Darüber ärgert sich Rata selbst, aber insgesamt war es eine sehr gute Leistung. Und der Freistoß war auch richtig gut getreten«, hielt sich Trainer Steffen Baumgart hinterher mit Kritik zurück. Manager Markus Krösche wollte auch nicht rummäkeln und setzte für sich sofort einen Schlusspunkt, noch ehe überhaupt eine Torwartdiskussion hätte losgehen können: »Es gibt Momente im Fußball, da muss man einfach mal akzeptieren, wenn jemand einen guten Freistoß schießt. Sonny hat das drauf, im Pokal gegen uns hat er es mal wieder gezeigt.«

Verbal ganz diplomatisch

Die Leistung von Michael Ratajczak war allerdings über die gesamten 90 Minuten auch in Ordnung. Der zweite Mann hinter Stammkraft Leopold Zingerle erledigte seinen Job souverän, setzte auch ein paar Akzente und bewies einmal mehr, dass er eine Alternative ist. Bei dem Schlussmann überwog dann am Ende auch die Zufriedenheit über die Einsatzzeit und das Weiterkommen.  »Ich freue mich über die Entscheidung des Trainers, dass ich spielen durfte. Er schenkt mir im Pokal das Vertrauen, das ist riesig«, sagte der Routinier nach dem Schlusspfiff und blieb verbal ganz diplomatisch.

Wie es allerdings im tiefsten Innern des Reservisten aussieht, lässt sich nur erahnen. Bei Nachfragen, die seine Qual als zweite Wahl betreffen, wich Ratajczak am Pokalabend lieber aus: »Ich freue mich über unser Spiel, unseren Sieg und den Einzug in die zweite Runde. Über alles andere können wir irgendwann mal in einer ruhigen Minute reden.«

Nur in Ausnahmefällen vor Zingerle

Die 90 Minuten gegen die Oberbayern waren eine Pokalpartie und da ist der gebürtige Herner bei seinem Trainer gesetzt. Sechs Einsätze im Westfalenpokal und vier weitere im DFB-Pokal – das waren in der vergangenen Saison seine Bühnen und auf denen stand Ratajczak besonders im Rampenlicht. Der Westfalenpokal wurde von den Paderbornern verteidigt, im DFB-Pokal kämpfte sich die Mannschaft erstmals bis ins Viertelfinale vor und wurde erst dort vom Rekordsieger FC Bayern München gestoppt.

Nur in der Meisterschaft lief bislang wenig bis gar nichts. An Zingerle kommt er nur in Ausnahmefällen vorbei. Wobei sich Baumgart die Entscheidungsfindung nicht leicht gemacht haben dürfte. Das Zeugnis, das er seiner Nummer zwei ausstellt, ist jedenfalls erstklassig: »Rata bietet sich immer wieder im Training an und tritt als Führungsspieler auf. Nicht nur auf dem Rasen, sondern auch in der Kabine.« Mehr geht eigentlich nicht.

Das Gegentor nahm Michael Ratajczak am Abend übrigens mit einem Lächeln zur Kenntnis: »So ist es wenigstens noch spannend geworden.« Das war so, der Kampf um den Platz im Kasten ist es nicht: Die Meisterschaft spielt Zingerle, im Pokal Ratajczak.

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