Trotz 0:2 und Unterzahl: Offensivspiel des SCP zahlt sich am Ende aus
Der Plan hat Priorität

Paderborn (WB). Ohne diese Feststellung wollte Steffen Baumgart ungern die Heimreise antreten: »Ich habe klar gesagt, dass ich dieses Spiel gewinnen will. Das haben wir nicht ganz geschafft. Aber wir arbeiten dran«, bemerkte der Trainer des SC Paderborn und machte sich auf in Richtung Mannschaftsbus.

Montag, 27.08.2018, 10:02 Uhr aktualisiert: 27.08.2018, 17:56 Uhr
Der Paderborner Co-Trainer Daniel Scherning und Trainer Steffen Baumgart. Foto: Thomas F. Starke
Der Paderborner Co-Trainer Daniel Scherning und Trainer Steffen Baumgart. Foto: Thomas F. Starke

Nun muss man anmerken: Unglücklich wirkte der SCP-Coach keinesfalls – aus gutem Grund. 0:2 hatte sein Team bei der SpVgg Greuther Fürth zurückgelegen, hatte nach Mohamed Drägers unnötiger Gelb-Roter Karte (45.+1 Minute) einen Mann weniger auf dem Platz und sackte am Ende doch noch ein 2:2 ein. Man musste den Hut ziehen vor dem SCP-Schlussspurt mit einem kunstvoll verwandelten Freistoß von Philipp Klement (89.) zum 1:2 und Lukas Boeders Abstauber (90.+1) zum Ausgleich.

Ruhig und konzentriert

»Nach dem 0:2 haben wir uns nicht zurückgezogen und gesagt: Dann sichern wir mal ab. Wir haben einfach weiter gemacht. Es ist schön zu sehen, wie die Jungs das umgesetzt haben«, lobte Baumgart. Weniger Lorbeeren verteilte der 46-Jährige für die Anfangsphase. Das Pressing der Fürther überraschte die Gäste. Ein geordneter Spielaufbau fiel den Paderbornern in der ersten Viertelstunde sichtlich schwer. Doch ab dann war der SCP die spielbestimmende Mannschaft.

03. Spieltag: Greuther Fürth vs. SCP (2:2)

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So blieb es auch in Unterzahl, nachdem Dräger vom Feld musste. In der 43. Minute sah der Rechtsverteidiger Gelb. Dann hielt er in der Nachspielzeit der ersten Hälfte den Fuß über einen Klärungsversuch von Fürths Maximilian Wittek – Gelb-Rot. »Ich versuche, voll anzulaufen und zu pressen. Das war einfach blöd«, erklärte der Paderborner dazu. Vorwürfe vom Trainer gab es aber nicht: »Ich gebe den Jungs vor, dass sie mit dieser Aggressivität anlaufen sollen. Und dann passiert das mal, dass sie zu spät auf die Bremse treten. Daraus lernen wir.« Zur bitteren Lehrstunde wurde die Partie dennoch nicht, obwohl der Aufsteiger nach Toren von Tobias Mohr (55.) und Daniel Keita-Ruel (84.) bereits 0:2 hinten lag. Ruhig und konzentriert verfolgten die Paderborner weiter ihren Plan mit fußballerischen Lösungen und ohne verzweifelte lange Bälle in die Spitze. In der Schlussphase folgte die Belohnung für die gute Vorstellung.

»Dieses Spiel ist unsere Idee. Wir sind keine Mannschaft, die die Bälle lang haut und versucht, auf den zweiten Ball zu gehen. Dafür haben wir nicht die Fähigkeiten. Wir wollen es fußballerisch lösen«, betonte Sportgeschäftsführer Markus Krösche. Beim Plan zu bleiben, egal was passiert, gelingt nicht vielen Mannschaften in Unterzahl und Rückstand. Dass es den Paderbornern glückte, machte Krösche vor allem an einer Tatsache fest: »Es zeigt, welche Mentalität die Jungs haben.« Da wollte Kapitän Christian Strohdiek keinesfalls widersprechen: »Wir haben vom Fußballerischen und vom Kampfgeist her eine überragende Truppe. Eine Truppe, die nie aufgibt und nie versucht, ein Ergebnis zu verwalten.«

Ein verdienter Punkt

Dennoch wollte niemand verschweigen, dass man gerade noch davon gekommen war, denn »wir hätten fast einen auf die Nase gekriegt«, wie Baumgart meinte. Genauso merkte Strohdiek an, dass es beim blauen Auge blieb: »Wir haben 0:2 zurück gelegen. Und du wirst es nicht alle Tage schaffen, das wieder aufzuholen.«

Am Ende blieben dem SCP ein verdienter Punkt und die Erkenntnis, dass der offensive Drittligafußball anscheinend auch eine Klasse höher funktioniert. Dazu kommt die Mentalität, meinte Torschütze Lukas Boeder: »Alle laufen, alle marschieren. Aufgeben ist nicht so unser Ding.«

Jamilu Collins ist erstmals für die Nationalmannschaft Nigerias nominiert worden. Der Linksverteidiger steht gegen die Seychellen (7. September) und Saudi-Arabien (11. September) im Kader.

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