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Di., 28.08.2018

Kein Spieler kann sicher sein: Paderborns starke Ersatzbank macht Druck Plötzlich draußen

Zweikampfstark und torgefährlich: Klaus Gjasula hat sich seinen Stammplatz im SCP-Team erkämpft.

Zweikampfstark und torgefährlich: Klaus Gjasula hat sich seinen Stammplatz im SCP-Team erkämpft. Foto: Thomas F. Starke

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Ersatzbank statt Startelf: Sebastian Schonlau erlebt beim Fußball-Zweitligisten SC Paderborn gerade eine schwierige Phase. Die Entdeckung der vergangenen Saison muss sich die Spiele aktuell von draußen ansehen. Und was die Situation für den 24-Jährigen doppelt schwer macht, erläutert Trainer Steffen Baumgart: »Basti ist nicht raus, weil er schlecht gespielt hat. Er spielt nicht, weil Uwe Hünemeier das überragend macht.«

Paderborns Bank ist eine Bank – das wird an jedem erfolgreichen Spieltag deutlich: Beim 2:0-Sieg gegen Jahn Regensburg stellte Baumgart Klaus Gjasula für den verkauften Robin Krauße (FC Ingolstadt) in das defensive Mittelfeld. Gjasula wirkte da wie eine Wand, traf auch noch zum wichtigen 1:o und leitete damit den ­ersten Dreier in dieser Serie ein.

Auch der Erfolg im DFB-Pokal gegen den FC Ingolstadt ist untrennbar mit dem Namen eines Ergänzungsspielers verbunden: Erstliga-Kapitän Uwe Hünemeier, bis dato insgesamt nur fünf Minuten im Einsatz, durfte in diesem Wettbewerb anspielen und nutzte seine Chance. Defensiv ohnehin stark, glänzte der 32-Jährige in der Offensive mit zwei Treffern. Der SCP gewann mit 2:1, und zog erneut in die zweite Runde ein.

Beispiel Nummer drei ist das 2:2 am vergangenen Samstag bei der SpVgg Greuther Fürth . Diesmal kam Lukas Boeder in der Pause, weil Baumgart nach der Gelb-Roten-Karte gegen »Mo« Dräger umstellen musste. Aber auch der Rechtsverteidiger, bis dahin insgesamt erst zehn Minuten im Einsatz, fügte sich sofort gut ein, erzielte in Unterzahl den wichtigen Ausgleich und ebnete so den Weg zum ersten Auswärtspunkt. »Wir können uns besser wechseln«, fast das Manager Markus Krösche zusammen. Anders ausgedrückt könnte man auch sagen: Jeder, der reinkommt, setzt beim SCP einen Impuls.

Egal ob Klaus Gjasula, Uwe Hünemeier oder Lukas Boeder – bislang brauchte kein neuer Spieler erst noch eine gewisse Anlaufzeit. Alle waren sofort da. »Die Spieler wissen, dass unser Trainer rein nach dem Leistungsprinzip aufstellt. Keiner kann sich sicher sein, alle müssen sich jede Woche neu anbieten und am Tag X sofort da sein«, sagt Krösche.

Der scharfe Konkurrenzkampf im Kader führt bislang auch nicht dazu, dass sich das Klima negativ verändert. So empfinden es jedenfalls Trainer und Manager. »Die Jungs, die nicht dabei sein können, werden verärgert sein. Sie müssen ihre Rolle auch nicht akzeptieren, aber der Umgang miteinander muss positiv bleiben«, fordert Baumgart. Wobei dem Coach auch der geringe Altersschnitt im Kader mit 24,7 Jahren entgegenkommt: Der überwiegende Teil der Mannschaft hat noch einen langen Weg als Profi vor sich und ist deshalb bereit, um jede neue Chance zu kämpfen.

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