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So., 16.09.2018

SCP siegt nach zweimaligem Rückstand 5:3 – Paderborn gewinnt Spektakel in Köln

Kölns Marco Höger (rechts) und Paderborns Philipp Klement kämpfen um den Ball.

Kölns Marco Höger (rechts) und Paderborns Philipp Klement kämpfen um den Ball. Foto: dpa

Von Peter Klute

Köln (WB). Wahnsinn im ausverkauften Rheinenergiestadion. Der SC Paderborn dreht einen zweimaligen Rückstand, gewinnt 5:3 (1:1) beim 1. FC Köln, stürzt den Absteiger vom Thron und bringt ihm die erste Saisonniederlage bei.

Paderborns Trainer Steffen Baumgart veränderte seine Startelf gegenüber dem 2:2 gegen den VfL Bochum vor zwei Wochen auf zwei Positionen. Rechtsverteidiger Mohamed Dräger kehrte nach abgelaufener Gelb-Rot-Sperre wie erwartet in die Startelf zurück, für ihn musste Lukas Boeder wieder auf die Bank. Im Angriff feierte Last-Minute-Neuzugang Babacar Gueye sein Debüt, Bernard Tekpetey rückte von ganz vorne auf die rechte Seite und spielte dort anstelle von Ben Zolinski.

In der Innenverteidigung gab Baumgart erneut Uwe Hünemeier den Vorzug vor Sebastian Schonlau an der Seite von Kapitän Christian Strohdiek. Links in der Viererkette lief Jamilu Collins auf, rechtzeitig genesen von einer Sprunggelenksverletzung.

Angriffsfußball in ausverkauftem Stadion

Vor ausverkauftem Haus ließen beide Trainer ihren Worten Taten folgen und offensiv spielen. Auch der SCP versteckte sich nicht und suchte sein Heil im Spiel nach vorne. Die erste Chance aber hatte der ungeschlagene Spitzenreiter, als Dominick Drexler in der sechsten Minute einen Kopfball neben das Tor von Leopold Zingerle setzte.

Im Gegenzug prüfte Mohamed Dräger Kölns Keeper Timo Horn, der Nachschuss von Klaus Gjasula landete in der zweiten Etage. Dann hatte Horn Glück, als ein Kopfball von Hünemeier (nach Ecke von Philipp Klement) nur knapp am linken Eck vorbeiflog.

Wenig später fand Klement seinen Meister erneut in Horn.

Abseits: Teroddes Tor zählt erst im dritten Anlauf

Dann kam die Zeit von Kölns Torjäger Simon Terodde. Der beste Torjäger der Liga traf zweimal ins Netz (12./27.), doch Schiedsrichter Markus Schmidt aus Stuttgart erkannte beide Tore aufgrund einer Abseitsstellung nicht an.

Die Partie entwickelte sich jetzt immer mehr in eine Richtung, der SCP konnte sich vom immer größer werdenden Kölner Druck, vor allem über die linke Seite, kaum noch befreien. In der 35. Minute stand Terodde ganz frei vor Zingerle, traf aber den Ball nicht richtig. Da hatte Paderborn viel Dusel. Zwei Minuten später war es dann aber soweit, nachdem auf der anderen Seite Bernard Tekpetey und Sven Michel daneben gezielt hatten.

Nach einem Paderborner Ballverlust im Mittelfeld flankte Drexler nach innern, der blanke Terodde staubte ab zum überfälligen 1:0. Der Treffer zählte diesmal, obwohl der Schütze wieder knapp im Abseits stand.

Abstauber Gueye gleicht aus

Doch der SCP war nicht geschockt und gab direkt nach Wiederanstoß die prompte Antwort. Horn konnte einen Schuss von Michel nicht festhalten, Gueye staubte ab und es hieß 1:1. So lautete auch der Pausenstand.

Nach dem Wechsel suchten die Gastgeber sofort wieder den Vorwärtsgang und wurden schnell belohnt. Vorarbeit Drexler, Vollstrecker Terodde, 2:0 (53.). Eine Kopie des ersten Tores, für Terodde war es schon Saisontreffer Nummer sieben. Eine Minute später verpasste Louis Schaub das 3:1 nur hauchdünn, das wäre wohl die Entscheidung gewesen.

Stattdessen stand es in der 66. Minute 2:2. Der beste Paderborner, Philipp Klement, war nach Zuspiel von Hünemeier erfolgreich, Horn ohne Chance.

Elfmeter-Nachschuss von Klement zum 3:2 – Hector fliegt

Der SCP kam zweimal zurück und ging in der 71. Minute erstmals in Führung. Nach einem Foul von Jannes Horn an Dräger entschied Schiedsrichter Schmidt auf Elfmeter. Klement scheiterte zunächst an Horn, verwandelte aber im Nachschuss. Kurz danach hatten Christopher Antwi-Adjei und Gueye sogar das 4:2 für Paderborn auf dem Fuß und hätten den Deckel draufmachen können.

Auf der anderen Seite reagierte Zingerle bei einer Doppelchance von Nationalspieler Jonas Hector und Terodde zweimal glänzend (79.) und verhinderte das 3:3. Ebenso in der 83. Minute, erneut gegen Terodde. Die anschließende Ecke beförderte der eingewechselte Jhon Cordoba volley in die Maschen, und der Paderborner Vorsprung war wieder dahin.

Die Schlussphase hieß es Zehn gegen Elf, denn Hector sah nach einem Foul an Michel die Ampelkarte (86.). Drei Minuten später erzielte Tekpetey nach Pass von Michel das Siegtor für den SCP. Unglaublich. Michel verpasste in der Nachspielzeit erst noch das 3:5 und legte dann doch nach.

Statistik

1. FC Köln: T. Horn – Bader, Meré (76. Guirassy), Czichos, J. Horn – Hector – Clemens (76. Cordoba), Schaub, Höger, Drexler, – Terodde (88. Sobiech)

SC Paderborn: Zingerle – Dräger, Hünemeier, Strohdiek, Collins – Gjasula – Tekpetey (90. Zolinski), Klement, Antwi-Adjei (88. Vasiliadis) – Gueye (76. Schwede), Michel

Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)

Tore: 1:0 Terodde (37.), 1:1 Gueye (38.), 2:1 Terodde (53.), 2:2 Klement (66.), 2:3 Klement (71.), 3:3 Cordoba (84.), 3:4 Tekpetey (89.), 3:5 Michel (90.)

Besonderes Vorkommnis: Klement scheitert mit Foulelfmeter an Horn (71.)

Gelbe Karten: Czichos / Gjasula, Klement

Gelb-Rote Karte: Hector (86.)

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