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Do., 20.09.2018

Vier Paderborner haben eine Vergangenheit in Magdeburg – mit Video Treffen mit dem Ex

So war es Anfang März in Liga drei: Paderborns Ben Zolinski (links) im Duell mit Magdeburgs Tobias Schwede. Am Sonntag spielen die beiden damaligen Kontrahenten beim Treffen der Aufsteiger gemeinsam mit dem SCP gegen den 1. FC.

So war es Anfang März in Liga drei: Paderborns Ben Zolinski (links) im Duell mit Magdeburgs Tobias Schwede. Am Sonntag spielen die beiden damaligen Kontrahenten beim Treffen der Aufsteiger gemeinsam mit dem SCP gegen den 1. FC. Foto: Besim Mazhiqi

Von Peter Klute

Paderborn (WB). Im wahren Leben hat ein Wiedersehen mit einer Verflossenen oft unangenehme Begleitumstände. Wenn der SC Paderborn den 1. FC Magdeburg am Sonntag zum Duell der Zweitliga-Aufsteiger in der Benteler-Arena empfängt, ist das für ein SCP-Quartett nicht so.

Trainer Steffen Baumgart (46), Torwart Leopold Zingerle, Tobias Schwede (beide 24) und Julius Düker (22) haben allesamt eine Magdeburger Vergangenheit und freuen sich auf das Treffen mit dem Ex.

2008 absolvierte Baumgart 13 Spiele für den dreifachen DDR-Meister und Europapokalsieger von 1974 und stand 2009/2010 an der Seitenlinie. »Es war mein erster richtiger Job als Trainer. Wenn wir von Tradition sprechen können, dann da. Das ist ein geiler Verein mit einem geilen Umfeld, was auch schwierig sein kann. Insgesamt ist es eine große Herausforderung, dort zu arbeiten. Es war eine intensive und schöne Zeit, trotz meiner Entlassung habe ich nur positive Erinnerungen.«

Gute Erinnerung an den FCM

Das gilt für die ehemaligen Magdeburger Spieler im SCP-Dress nur bedingt. Zingerle verdrängte in der Saison 2016/2017 Jan Glinker als Nummer eins, sein Vertrag wurde aber nach dem verpassten Aufstieg nicht verlängert. Paderborns Manager Markus Krösche nutzte die Gunst der Stunde und holte das Torwart-Talent an die Pader.

Gleiches geschah vor dieser Saison mit Schwede und Düker, die sich nach zwei Jahren in Magdeburg für Paderborn entschieden. »Ich bin sehr glücklich. Paderborns Spielweise passt besser zu mir«, sagt Zingerle.

Schwedes Intention beim Wechsel war ähnlich: »Die Zeit in Magdeburg hat mir nicht geschadet, aber ich hatte das Gefühl, dass ich beim SCP den nächsten Schritt in meiner Entwicklung am besten machen kann. Mit dem offensiven Ansatz kann ich mich identifizieren.«

Für Düker waren das Auftreten der Clubs und die Infrastruktur wichtige Kriterien: » Der FCM hat sich, anders als der SCP, nicht mit letzter Konsequenz um mich bemüht. Und die Trainingsbedingungen hier sind erstligareif.«

Düker hofft auf seine Chance

Jetzt ist das ehemalige Magdeburger Trio erst mal in der 2. Liga, allerdings mit unterschiedlichem Status. Zingerle war von Anfang an die Nummer eins und sagt: »Ich kann mich nicht beschweren.«

Auch Schwede bestritt in der laufenden Saison bisher alle fünf Punktspiele, wurde zuletzt aber zweimal nur eingewechselt: »Als Fußballer bist du nie zufrieden. Es hätte sicher schlechter kommen können, aber es gibt durchaus noch Luft nach oben.«

Düker kam nur gegen den VfL Bochum zu einem Kurzeinsatz, pendelte ansonsten zwischen Bank und Tribüne. »Ich bin nicht zufrieden und kann mich nur immer wieder im Training anbieten. Das tue ich jede Woche, alles andere liegt nicht in meiner Hand«, sagt er.

Seinen Wechsel bereut er dennoch nicht und hofft bald auf seine Chance. Am besten gegen Magdeburg, wo eine Nicht-Berücksichtigung ihn besonders treffen würde. »Das ist so. Nicht zu spielen, ist aber immer bitter. Egal, wie der Gegner heißt«, sagt Düker.

Zingerle: »Ich möchte mal wieder zu Null spielen«

Bei Zingerle ist der Kontakt zum Ex-Verein so gut wie abgerissen und der Stellenwert des Wiedersehens »nimmt von mal zu mal ab«. Bei Schwede sieht das nicht viel anders aus: »Ich habe noch Verbindungen zu Spielern, aber mit dem Verein habe ich abgeschlossen. Das ist für mich ein normales Spiel.«

Düker ist dagegen mit Magdeburgs Michel Niemeyer befreundet. Aber in dieser Woche, so räumt er ein, »ist der Kontakt nicht so intensiv«.

Nach dem Spiel wird das wieder mehr. Dass Paderborn dann drei Punkte mehr auf dem Konto haben wird, daran besteht für die ehemaligen Magdeburger kein Zweifel. »Wir gewinnen«, sind sie sich einig. Und Zingerle hat noch einen Wunsch: »Ich möchte mal wieder zu Null spielen.« Der Ex wird aber etwas dagegen haben.

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