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So., 23.09.2018

SC Paderborn verpasst beim 4:4 den zweiten Sieg in Folge Spektakuläres Remis gegen Magdeburg

Paderborns Bernard Tekpetey (von links), Uwe Hünemeier, Mohamed Dräger, Christian Strohdiek und Torwart Leopold Zingerle reklamieren nach dem Elfmeterpfiff und dem Foul an Dennis Erdmann (unten) aus Magdeburg.

Paderborns Bernard Tekpetey (von links), Uwe Hünemeier, Mohamed Dräger, Christian Strohdiek und Torwart Leopold Zingerle reklamieren nach dem Elfmeterpfiff und dem Foul an Dennis Erdmann (unten) aus Magdeburg. Foto: dpa

Von Timo Schäfers

Paderborn (WB). Das nächste Spektakel des SC Paderborn 07. Nach dem 5:3-Erfolg in Köln spielten die Paderborner im Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg 4:4 (2:1).

Dabei lag der SCP vor 11.525 Zuschauern im Aufsteigerduell in der Benteler-Arena gleich dreimal mit zwei Treffern in Führung und musste den Ausgleichstreffer erst in der Nachspielzeit hinnehmen. Nichtsdestotrotz ist der SCP seit nunmehr sechs Pflichtspielen in Folge ungeschlagen.

Erstes Tor in Minute zwei

Ohne ihren Torjäger Sven Michel, der seit der Länderspielpause mit Achillessehnenproblemen zu kämpfen hatte und angesichts der bevorstehenden englischen Woche geschont wurde, erwischten die Paderborner mit Ben Zolinski als Ersatz einen Traumstart in die Partie.

Bereits in der zweiten Minute setzte sich Mohamed Dräger auf der rechten Außenbahn durch. Seine scharfe Hereingabe sprang von FCM-Verteidiger Tobias Müller, der von Babacar Gueye bedrängt wurde, ins Netz – 1:0. Nur fünf Minuten später erhöhten die Gastgeber. Philipp Klement setzte sich gegen mehrere Gegenspieler durch und bediente Bernard Tekpetey, der aus der Drehung direkt abzog und aus rund 16 Metern das 2:0 erzielte – das erste Saisontor für den Offensivmann (7.).

Vertrauen aus dem Köln-Spiel

In der Folge dominierten die Ostwestfalen das Spielgeschehen. Dem SCP war das Selbstvertrauen, das er beim sensationellen 5:3 in Köln gesammelt hatte, in nahezu jeder Aktion anzumerken.

Es dauerte bis zu 20. Minute, bis auch die Gäste das erste Mal richtig gefährlich vor Leopold Zingerle auftauchten. Marcel Costly setzte sich im Laufduell gegen Christian Strohdiek durch und lief frei auf den Paderborner Kasten zu, doch der Abschluss aus spitzem Winkel war kein Problem für den SCP-Keeper. Sechs Minuten später machte es der Magdeburger Angreifer besser, nachdem er von Christian Beck im Strafraum frei gespielt wurde und aus halbrechter Position trocken zum 1:2 aus Gästesicht ins lange Eck abschloss (26.).

In der 35. Minute bot sich den Paderbornern dann die große Chance erneut auf zwei Treffer davonzuziehen. Uwe Hünemeier probierte es fast von der Seitenauslinie aus 30 Metern einfach mal direkt und zwang FCM-Keeper Alexander Brunst zu einer Glanztat. Insgesamt gewannen die Magdeburger durch den Anschlusstreffer aber merklich an Sicherheit und standen in der Defensive fortan deutlich kompakter.

Tor folgt auf Tor

Nach dem Seitenwechsel neutralisierten sich beide Mannschaften zunächst weitestgehend. Einzig ein Fernschuss von Magdeburgs Richard Weil sorgte in der 55. Minute für etwas Torgefahr. Steffen Baumgart reagierte und brachte Sebastian Vasiliadis für Klaus Gjasula (57.) sowie Tobias Schwede für Christopher Antwi-Adjej (60.) und bewies damit ein goldenes Händchen.

Vasiliadis nutzte nur sieben Minuten nach seiner Einwechslung einen kapitalen Bock von FCM-Kapitän Nils Butzen, der den 20-Jährigen mit einem missglückten Kopfball ungewollt in Szene setze, sodass der Sechser frei vor Brunst einschieben konnte (67.). Wer dachte, dass die Paderborner nun wieder die Spielkontrolle an sich reißen würden, sah sich getäuscht. Nur eine Minute nach dem 3:1 ließ sich die SCP-Defensive von einem einfachen Doppelpass ausspielen und musste mit ansehen, wie Torjäger Beck auf 3:2 verkürzte (68.).

Die Partie blieb auch in den Folgeminuten ereignisreich. Erst vertendelte Schwede eine aussichtsreiche Konterchance (70.), ehe ein Querschläger von Jamilu Collins auf der Gegenseite auf dem Gehäuse von Zingerle landete (72.).

Und dann Elfmeter

Doch in diesem verrückten Fußballspiel war noch längst nicht Schluss. Zunächst war es ausgerechnet Schwede, der Ex-Magdeburger, der bei seiner Einwechslung von den Gästefans lautstark ausgepfiffen wurde, der den Ball unhaltbar zum 4:2 in die Maschen schlenzte (77.), dann hatte Lohkemper erneut die direkte Antwort parat und brachte den FCM auf einen Treffer heran (4:3, 82.).

So musste der SCP in der Schlussphase völlig unnötigerweise noch einmal um den Dreier zittern. Das ging bis in die Nachspielzeit gut. Dann foulte Hünemeier, der bereits beim dritten Magdeburger Tor nicht gut aussah, Beck im Strafraum – Elfmeter. Der eingewechselte Philip Türpitz trat an und verwandelte sicher zum 4:4-Endstand.

Für den SCP geht es am Mittwoch (18.30 Uhr) in den hohen Norden zum FC St. Pauli, zeitgleich empfängt Magdeburg den MSV Duisburg.

Statistik

SC Paderborn: Zingerle – Dräger, Hünemeier, Strohdiek, Collins – Gjasula (57. Vasiliadis)– Tekpetey, Klement, Antwi-Adjej (60. Schwede) – Gueye, Zolinski (88. Düker)

1. FC Magdeburg: Brunst – Bregerie, Müller, Schäfer – Ignjovski (69. Erdmann), Costly, Weil (76. Lohkemper), Niemeyer – Butzen, Beck, Bülter (66. Türpitz)

Schiedsrichter: Christian Dietz (München)

Zuschauer: 11.525

Tore: 1:0 Müller (ET, 2.), 2:0 Tekpetey (7.), 2:1 Costly (26.), 3:1 Vasiliadis (67.), 3:2 Beck (68.), 4:2 Schwede (77.), 4:3 Lohkemper (82.), 4:4 Türpitz (90+1.)

Gelbe Karten: Gjasula, Strohdiek/ Ignjovski, Beck, Türpitz, Butzen, Müller

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