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Fr., 28.09.2018

Nach dem 1:2 auf St. Pauli hat Paderborns Trainer Baumgart nur einen Kritikpunkt Mangel an Konsequenz

Ben Zolinski schießt Paderborn am Millerntor in Führung. Am Ende nimmt der SCP nicht einen Punkt mit.

Ben Zolinski schießt Paderborn am Millerntor in Führung. Am Ende nimmt der SCP nicht einen Punkt mit. Foto: Oliver Schwabe

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Nach der angenehmen Überraschung, dem 5:3 in Köln, musste der SC Paderborn 07 nun zwei unangenehme Überraschungen verarbeiten. Eine böser als die andere. Eine später als die andere. Erst klaut Magdeburgs Philip Türpitz dem SCP in der ersten Minute der Nachspielzeit per Elfmeter zwei Zähler. Dann lässt sich St. Paulis Richard Neudecker nach schon 92 Minuten gespielter Zeit auf eine schmerzhafte Kontaktaufnahme mit einem Pfosten ein, nur um den Gast aus Paderborn um einen Punkt zu bringen.

Zwei Treffer für den Gegner und zwei Wirkungstreffer für den Aufsteiger? Nicht, wenn es nach Trainer Steffen Baumgart geht. Der musste am Mittwochabend wenige Minuten nach dem Abpfiff natürlich davon berichten, dass seine Jungs »gerade traurig und geknickt« in der Kabine des Millerntor-Stadions säßen, während die Hausherren ihre unverhoffte Dreipunkteparty feierten.

Aber mittel- oder gar langfristige Auswirkungen dieser direkt aufeinanderfolgenden Tiefschlag-Kombination schließt der 46-Jährige aus: »Logischerweise wollen wir möglichst gute Ergebnisse einfahren, aber noch größere Bedeutung hat für uns die Leistung, die wir abliefern, und wenn wir die betrachten, können und werden wir mit jeder Menge Selbstvertrauen in die kommenden Partien gehen. Wenn du so spielst wie wir hier und heute auf St. Pauli, dann wirst du noch einige Male gewinnen.«

Dritter Anlauf gegen Aue

Zum dritten Saisonsieg hätte es im Heimspiel gegen Magdeburg reichen müssen, er wäre aber auch in Hamburg allemal möglich gewesen.

Wenn am Samstag (13 Uhr, Benteler-Arena) der dritte Anlauf von Erfolg gekrönt und das Heimspiel gegen den Tabellen-14. FC Erzgebirge Aue gewonnen werden soll, gilt es aus Baumgarts Blickwinkel vor allem ein Manko zu beseitigen, das in den vergangenen beiden Begegnungen nicht zu übersehen war: »Ja, wir haben wieder zwei Gegentore bekommen. Das ist nicht zufriedenstellend. Aber entscheidender ist: Wir machen die Tür nicht zu – das ist der Vorwurf, den wir uns definitiv gefallen lassen müssen. Statt aus unserer Überlegenheit weitere Tore zu machen, geben wir dem Gegner immer die Möglichkeit, im Spiel zu bleiben.«

Nachlässigkeiten werden in Liga zwei bestraft

Auf Drittliga-Niveau hätten derlei Nachlässigkeiten wohl selten spürbare Konsequenzen gezeitigt, in Liga zwei jedoch, dessen ist sich Baumgart nach dem 1:2 gegen die Kiezkicker noch etwas mehr bewusst als zuvor schon, »wird das einfach knallhart bestraft«.

Selbst von einem Konkurrenten, den Innenverteidiger Sebastian Schonlau kurz vor Schluss bereits gar nicht mehr als solchen eingestuft hatte: »St. Pauli war doch tot. Die waren doch komplett am Boden.« Und trotzdem noch in der Lage, mit einem finalen Vorstoß aus dem einen Zähler, der schon als schmeichelhaft hätte bewertet werden müssen, drei zu machen.

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