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Mo., 08.10.2018

Kommentar zum SC Paderborn Der SCP poliert seine Marke auf

Für den SC Paderborn geht es in der Tabelle weiter nach oben.

Für den SC Paderborn geht es in der Tabelle weiter nach oben. Foto: dpa

Von Matthias Reichstein

Der SC Paderborn drückt weiter auf das Tempo: Der 2:1-Sieg beim FC Ingolstadt mit den Saisontoren 18 und 19 sorgte für die Zweitligapunkte 13 bis 15. Der SCP geht damit nicht nur als Sechster der 2. Liga in die zweite Länderspielpause, sondern darf sich auf das erste Spitzenspiel freuen: Am 21. Oktober kommt mit Union Berlin der Tabellenzweite in die Arena.

Auch wenn dem jungen SCP für Fußball auf höchstem Zweitliganiveau noch etwas die Reife fehlt: Die kommenden 90 Minuten versprechen 2. Liga der Extraklasse – und das nur knapp 17 Monate nach dem Fast-Abstieg in die Regionalliga.

Schneller als Manager Markus Krösche und Trainer Steffen Baumgart kann man den tiefen Fall eines Vereins, der praktisch drei Jahre in Folge nur abgestürzt ist, nicht stoppen und sofort wieder nach oben führen. Und das alles mit finanziell relativ geringen Mitteln. Paderborns Budget für den Gesamtverein liegt in dieser Saison bei etwa 17 Millionen Euro. Krösche ist davon überzeugt, dass sich der SCP damit im Ligavergleich auf einem Abstiegsplatz befindet.

Schuldenabbau im Fokus

Der SCP muss weiter hart arbeiten, um wieder die Schulden abzubauen. Die zwei Jahre 3.  Liga haben sieben Millionen Euro mehr gekostet als Geld da war. Außerdem muss die Abnabelung von Ex-Boss Wilfried Finke im zweiten Versuch klappen.

Dazu braucht der Klub weitere Investoren. Die neun Neuen können da nur ein erster Schritt sein. Helfen würde bei der Vermarktung auch ein bisschen mehr Selbstbewusstsein in der Außendarstellung. Das muss nicht, wie beim Nachbarn, der sich gern und oft als Sportklub der Ostwestfalen tituliert, gleich zur regionalen Selbstüberschätzung führen. Der SCP ist seit dem Zweitliga-Aufstieg 2005 eine eigene Marke – die jetzt wieder neu aufpoliert wurde – und ist deshalb nicht mehr nur ein Ausbildungsverein für andere. Der SCP entwickelt die Spieler für den eigenen Erfolg. Wenn dann auch noch Transfererlöse wie bei Robin Krauße möglich sind, bitte. Dass beides geht, hat der Verein diese Saison auch schon gezeigt.

Kommentare

Überflüssig

Also mag ja sein, dass Paderborn seine Marke aufpoliert, wieso muss man dann einen Seitenhieb gegen Arminia machen? Als ob Arminia irgendwas damit zu tun hätte. Dass Arminia viel mehr Fans und Mitglieder hat und sich aufgrunddessen zurecht als Sportclub der Ostwestfalen bezeichnet, ist doch keine Überheblichkeit, sondern einfach Fakt. Zum Thema Überheblichkeit können ja gerade die Paderborner mit ihrem Finke ein Lied singen. Etwas mehr Neutralität, vor allem gegenüber einem anderen ostwestfälischen Club, wäre wünschenswert. Da wundert es auch nicht, dass aufgrund der Berichterstattung unter Teilen der Arminia-Fans bereits zum Boykott dieser Zeitung aufgerufen wurde.

PS:

Übrigens: Es war schon immer so, dass - auch der SCP - ein Ausbildungsverein für sich UND für Transfererlöse arbeitet. Ohne Transfererlöse werden wir jedes Jahr ein Defizit haben, daher ist diese Philosophie "alternativlos":

Dass wir schon immer für uns (im aktuellen Kader Strohdiek, Heil, Schindler, Selkos, Gucciardo aber auch Bertels als Spieler aus der Regionalliga) und für Transfererlöse ausgebildet haben. Und alle Spieler, die wir teuer transferiert haben, haben zuvor schließlich auch für zum Erfolg beigetragen, der sie erst begehrt gemacht hat.

Problem

Das Problem ist, dass die Schulden (sofern man sie nicht sofort abbaut), einen jährlichen Schuldendienst bedeuten. Gleichzeitig erwarten Investoren Gewinne. Und so wären sechsstellige Summen Jahr für Jahr einzuplanen, die nicht in den laufenden Etat fließen dürfen/können.

Und was macht man, wenn man erneut absteigen sollte (in hoffentlich ferner Zukunft)? Wo nimmt man dann die nächsten 7 Mio. € her? Man kann eben nur einmal ausgliedern?

Man muss also Werte schaffen, die einen entweder kreditwürdig machen oder eine Rücklage für schlechte Zeiten bilden!

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