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Fr., 19.10.2018

Paderborn ist der beste Aufsteiger – Union Berlin noch ungeschlagen Respekt auf beiden Seiten

Mindestens auf einer Position muss der SCP umstellen: Paderborns Mittelfeldspieler Klaus Gjasula ist gesperrt.

Mindestens auf einer Position muss der SCP umstellen: Paderborns Mittelfeldspieler Klaus Gjasula ist gesperrt. Foto: Thomas F. Starke

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Wer im Berliner Stadtteil Köpenick mit seiner Familie lebt und selbst mal das Trikot von Union Berlin trug, der hat natürlich ein anderes Verhältnis zum kommenden Gegner als üblich. Am Sonntag (13.30 Uhr) trifft Steffen Baumgart mit dem SC Paderborn auf »Eisern Union«.

Der 46-Jährige wird am Rasenrand agieren, seine Ehefrau Katja sitzt mit den Kindern Nick, Emilia und Fiona auf der Tribüne. »Rostock ist meine Heimat, aber zum Verein habe ich keine Beziehung. Das ist bei Union anders. Da leben wir, da arbeitet meine Frau, und deshalb sind diese 90 Minuten schon etwas Besonderes«, sagt Baumgart.

Dass die Gäste als ungeschlagener Tabellenzweiter anreisen, überrascht den Paderborner Coach nicht. Er dreht es eher andersherum: »Überraschend war für mich, dass es bei dem Verein mit dem guten Kader in den vergangenen Jahren nicht lief.« Mit Urs Fischer hat ein Schweizer die Hauptstädter in die Erfolgsspur geführt. Fischer hatte den FC Basel bereits zu zwei Meisterschaften geführt und ist seit Sommer in der Hauptstadt im Amt.

Die beiden Fußballlehrer trafen sich bereits mehrfach, immer nur zufällig. Sie funken aber scheinbar auf einer Wellenlänge, und der Respekt ist ebenfalls groß. »Unsere Gedanken über den Fußball liegen ja jetzt nicht so weit ausein­ander«, sagt Baumgart. »Paderborn steht für Dynamik und Aggressivität. Paderborn ist eine Mannschaft, die presst, Ballverluste provoziert und momentan gut drauf ist«, lobt Fischer den besten Aufsteiger. Personell muss Baumgart bekanntermaßen umstellen: Klaus Gjasula ist gesperrt, erste Alternative ist Sebastian Vasiliadis.

Michel muss sich »ranarbeiten«

Mit Massih Wassey fällt ein Mittelfeldstratege bereits die gesamte Saison aus. »Er hat seit Mitte August keine einzige Trainingseinheit mit der Mannschaft komplett absolviert«, sagt Baumgart über die massiven Rückenprobleme des 30-Jährigen und ergänzt: »Unsere Ärzte und Physios arbeiten intensiv daran, den Rücken wieder stabil zu bekommen. Die Frage, wann wir dahin kommen, dass sein Rücken auch unter Belastung lange funktioniert, kann niemand seriös beantworten.«

Deutlich eher könnte Sven Michel wieder zu einer Alternative werden, doch auch hier wagt Baumgart lieber keine Prognose. »Wer Achillessehnenprobleme hat, bei dem reicht es nicht, nur schmerzfrei zu sein. Die Belastung muss sehr vorsichtig gesteigert werden. Wer in dieser Phase zu schnell zu viel will, erreicht nur das Gegenteil.« Michel fehlt seit vier Wochen und absolviert nur leichtes Lauftraining. Der nächste Schritt wäre die Rückkehr zur Mannschaft, und auch danach ist der Weg des Toptorjägers in Liga drei noch weit. Baumgart: »Sven muss sich erst wieder ranarbeiten, und erst dann wird man auch sehen, wie er konditionell drauf ist.«

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