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Sa., 20.10.2018

Sebastian Vasiliadis steht gegen Berlin zum ersten Mal in der Startelf – mit Video Am Ziel

Das erste Zweitligator: Am 23. September traf »Vasi« gegen Magdeburg zum zwischenzeitlichen 3:1.

Das erste Zweitligator: Am 23. September traf »Vasi« gegen Magdeburg zum zwischenzeitlichen 3:1. Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Wer einem Verein zusagt, ohne die Ligazugehörigkeit zu kennen, der muss großes Vertrauen haben. Sebastian Vasiliadis hatte sich bereits im März für den SC Paderborn entschieden, beobachtete dann aus der Ferne den Zweitligaaufstieg und steht am Sonntag (Anstoß: 13.30 Uhr) vor seiner Bewährungsprobe: Im Spitzenspiel gegen Union Berlin gehört der Jung-Profi erstmals zur Startelf.

Sebastian Vasiliadis wird den gelb gesperrten Klaus Gjasula ersetzen und damit im Mittelfeld den defensiven Part neben Spielmacher Philipp Klement übernehmen. »Vasi (Vasiliadis, Anmerk. der Red.) ist zweikampfstark, nach Ballgewinnen mit viel Tempo nach vorn unterwegs und hat überall seine Aufgaben erfüllt. Deshalb ist er bei der Suche nach dem Gjasula-Ersatz mein erster Ansprechpartner«, sagt Trainer Steffen Baumgart.

Sebastian Vasiliadis, am 4. Oktober mal gerade 21 Jahre alt geworden, kam zwar erst zu fünf Einwechslungen, hat da aber bereits seine breite Angebotspalette belegt: Beim Auswärtssieg in Köln rückte er ins linke Mittelfeld, im Heimspiel gegen Magdeburg übernahm er zum ersten Mal den Part von Gjasula und zeigte bei seinem Tor zum zwischenzeitlichen 3:1 (Endstand: 4:4) eine gute Schusstechnik. Gegen Erzgebirge Aue (für Marlon Ritter) und beim FC Ingolstadt (für Ben Zolinski) spielte er in der Spitze. »Ich habe in Aalen, außer Innenverteidiger, schon alles gespielt. Die Außenbahn ist für mich sicher keine Dauerlösung, ich sehe mich mehr im zentralen, defensiven Mittelfeld«, sagt Vasiliadis.

Tabellenkonstellation ist kein Thema

Das passt genau zur Aufgabe am Sonntag. Wobei den Hobby-Koch (Spezialität Maultaschen und Spätzle) die Tabellenkonstellation weniger beschäftigt. »Wir können jeden schlagen, uns kann aber auch jeder schlagen. Mein Ziel war vor der Saison der einstellige Tabellenplatz, der sollte drin sein«, sagt Paderborns Nummer 39. Persönlich sind die Ambitionen nicht geringer, wobei sich der Jungprofi als »Teilzeitkraft« noch ganz wohl fühlt: »Es läuft genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich bin Teil einer intakten Mannschaft, arbeite mit einem sehr akribischen Trainer zusammen und komme Schritt für Schritt weiter.« Das langfristige Ziel heißt 1. Liga, Vasiliadis sagt es so: »Ich möchte so hoch wie möglich spielen, gerne auch beim SC Paderborn.«

Wobei seine Entwicklung rasant ist: Vor acht Monaten wäre Sebastian Vasiliadis noch froh gewesen, überhaupt wieder gegen den Ball treten zu können. Er erkrankte am Pfeifferschen Drüsenfieber, nahm fünf Kilo ab und fiel wochenlang aus. In dieser Phase reifte auch der Entschluss, den VfR Aalen nach fünf Jahren zu verlassen. »Für mich war es keine einfache Entscheidung. Der VfR bleibt etwas ganz Besonderes, aber ich musste den nächsten Schritt machen«, sagt er im Rückblick.

Viele Angebote

Angebote für einen 20-Jährigen Stammspieler in Liga drei gab es genug, warum die Wahl schließlich auf den SC Paderborn fiel, erklärt er so: »Mich hat die Spielphilosophie überzeugt. Trainer und Manager gehen ihren Weg völlig unabhängig von der Liga. Das hat mich beeindruckt und jetzt bin ich froh, davon ein Teil zu sein.«

Wobei am Sonntag ein großer Prüfstein wartet: Zum ersten Mal in der Startelf und dann in einer gut gefüllten Arena gegen unbesiegbare Unioner – Manager Markus Krösche sieht da kein Problem: »Wir wachsen mit jeder Aufgabe. Die Mannschaft, das Trainerteam und Vasi natürlich auch.«

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