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Mo., 22.10.2018

Paderborn erstmals zuhause ohne Tor – Berlin bleibt ungeschlagen Gerechte Nullnummer

So hart umkämpft wie das Duell hier zwischen Felix Kroos (links) und Ben Zolinski waren die gesamten 90 Minuten.

So hart umkämpft wie das Duell hier zwischen Felix Kroos (links) und Ben Zolinski waren die gesamten 90 Minuten. Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Union Berlin hatte die besseren Chancen, der SC Paderborn mehr vom Spiel: Das 0:0 im Zweitligaspitzenspiel war gerecht. Der Neuling aus Ostwestfalen bleibt zuhause ungeschlagen, weil er wieder mit viel Herz spielte. Der unbesiegte Gast aus der Hauptstadt wirkte cleverer und etwas reifer.

»Wir wollten schon Tore schießen, haben aber unsere Stärke heute nicht auf den Platz bekommen. Unser Gegner hat allerdings auch sehr gut verteidigt und nur ganz wenig zugelassen. Dass Union die beste Defensive der Liga hat, konnte heute jeder sehen«, sagte Manager Markus Krösche über den ersten torlosen Auftritt vor heimischer Kulisse. »Ein Punkt hört sich nicht schlecht an, ist auch gerecht. Aber es nervt mich doch, denn wir hatten die klareren Möglichkeiten«, konnte sich Berlins Trainer Urs Fischer schlussendlich nicht so recht mit dem Remis anfreunden.

In der sehr intensiven, aber höhepunktarmen ersten Hälfte war der auf zwei Positionen veränderte SCP (Sebastian Vasiliadis für den gesperrten Klaus Gjasula und Christopher Antwi-Adjei für Bernard Tekpetey) optisch überlegen und hatte deutlich mehr Ballbesitz, fand aber kaum Mittel, das Berliner Bollwerk zu überwinden. Union tat zwar nur wenig für das eigene Angriffsspiel, stand aber dafür vor und im eigenen Strafraum sicher. Nur wenn Ben Zolinski beteiligt war, bröckelte die Mauer der Berliner, fiel aber nicht.

Chance Nummer eins bot sich dem 26-Jährigen nach einer Hereingabe von Babacar Guèye (7.), doch da setzte Zolinski zu sehr seinen Körper ein, Schiri Matthias Jöllenbeck pfiff ab. Zolinski boten sich danach (35./43.) noch zwei Kopfballchancen, doch die waren nicht platziert genug. »In diesen Szenen hat uns heute auch das Quäntchen Glück gefehlt«, urteilte Zolinski.

»Endlich mal wieder zu Null gespielt«

Die Gäste brauchten nur eine kurze Halbzeitpause und standen schon drei Minuten vor dem SCP auf dem Feld, sie wurden in der Folgezeit auch wesentlich mutiger. Die erste Schusschance hatte zwar noch Philipp Klement (47.), die klarsten Möglichkeiten danach aber der Ligadritte. Und das ging ganz einfach: Nach Zuspiel von Grischa Prömel auf Sebastian Andersson lief der Schwede allein auf Leopold Zingerle zu, der konnte, gemeinsam mit Jamilu Collins, noch so gerade retten. Paderborns Nationalspieler verletzte sich dabei, machte aber weiter. Der SCP war aber kurz in Unterzahl und musste gleich wieder zittern. Nach einer Flanke von Christopher Lenz klärte Zingerle nicht richtig, der Ball fiel auf den Kopf von Andersson und von dort auf die Latte. Da hatte der SCP Glück. Aus Sicht von Fischer hätte es hier sogar einen Strafstoß geben müssen, weil Christian Strohdiek den eingewechselten Joshua Mees weggestoßen haben soll: »Ein klarer Elfer, da wird mit beiden Händen ein Spieler von uns weggeschubst. Das muss der Schiedsrichter pfeifen. Punkt.«

Danach tat sich auf beiden Seiten nicht mehr viel. »Das war ein total untypisches Spiel von uns. Aber der Gegner hatte auch nicht so den Willen, nach vorne zu spielen«, meinte Spielmacher Philipp Klement. Der wirkte unzufrieden, sein Kapitän war es nicht. »Das war ein gerechtes Ergebnis, und wir haben endlich mal wieder zu Null gespielt. Das ist auch mal was Schönes«, grinste Strohdiek.

Die Lacher hatte am Ende Steffen Baumgart auf seiner Seite. Ehefrau Katja arbeitet bekanntlich bei Union. Die Frage, ob denn mit dem Remis der Familienfrieden gewahrt sei, konterte der SCP-Coach auf seine gewohnt trockene Art: »Das Herz meiner Frau hängt mehr an mir als an Union.«

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