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Di., 30.10.2018

SCP-Trainer Baumgart hat Pokalgegner Leipzig selbst beobachtet Eine Frage des Respekts

SCP-Coach Steffen Baumgart (rechts) und Co-Trainer Daniel Scherning sind bestens über Gegner Leipzig informiert.

SCP-Coach Steffen Baumgart (rechts) und Co-Trainer Daniel Scherning sind bestens über Gegner Leipzig informiert. Foto: Oliver Schwabe

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Vor dem DFB-Pokal-Auftritt beim Oberligisten BSG Chemie Leipzig (Dienstag, 18.30 Uhr) muss sich Paderborns Trainer Steffen Baumgart von seinem Pendant auf Seiten der Gastgeber eine kleine Spitze gefallen lassen.

Im »Kicker«-Interview erwidert Dietmar Demuth auf den Hinweis, dass der SCP-Coach den Zweitrunden-Gegner im Sachsenpokalspiel gegen Blau-Weiß Leipzig (4:1) höchst selbst vor Ort beobachtet habe: »Das hätte er sich sparen können.« Die Erklärung für diese Einschätzung formuliert der 64-Jährige wie folgt: »Weil ich denke, dass ein guter Zweitligist in der Lage sein muss, einen Fünftligisten zu schlagen – egal, wer beim Fünftligisten im Sturm spielt. Regensburg hat uns achtmal beobachtet und trotzdem verloren.« Mit 1:2 musste sich der Paderborner Ligarivale dem im Stadtteil Leutzsch beheimateten Außenseiter geschlagen geben.

Dieses Ergebnis ist für Baumgart Warnung genug und nur ein Grund mehr, die Aufgabe bestens vorbereitet anzugehen – unabhängig von Demuths Sicht der Dinge: »Sogar im Westfalenpokal versuche ich, mir jeden Gegner anzuschauen. Das ist weniger eine Frage der Ligazugehörigkeit als eine Frage des Respekts und eine der Art und Weise, wie ich meinen Job ausübe. Ich möchte so gut wie möglich vorbereitet sein und so viel wie möglich wissen.«

664.000 Euro Prämie

Was er von diesem vermeintlich schwächstmöglichen Gegner, weil einzig verbliebenem Fünftligisten, weiß, ist, dass die Betriebssportgemeinschaft die Oberliga NOFV-Süd anführt und in der Meisterschaft bis zum 0:0 am vergangenen Samstag gegen den VfL Hohenstein-Ernstthal zehn von zehn Spielen gewonnen hatte. Geht’s nach Baumgart, muss der Regionalliga-Absteiger nach dem ersten Remis heute Abend auch die erste Niederlage in einem Pflichtspiel verkraften. Das Ticket für die dritte Runde und die damit verbundene Überweisung von 664.000 Euro Prämie sind allemal Anreiz genug. Da kann der 46-Jährige auch auf die Sympathien, die er für den Gegner hegt, keine Rücksicht nehmen. »Chemie ist ein Arbeiterverein, der sehr, sehr nah an den Menschen ist. Die BSG hat schon mehrmals ganz schwierige Zeiten durchlebt, ist aber immer wieder aufgestanden und befindet sich – trotz bescheidener Mittel – auch jetzt wieder auf einem guten Weg. Davor habe ich großen Respekt«, sagt der gebürtige Rostocker über den von einer eher linken Fanszene geprägten Klub.

Dessen gleichnamiger Vorgängerverein war 1951 und 1964 DDR-Meister und ist derzeit zumindest wieder so beeindruckend unterwegs, dass Baumgart von einer zu ausgeprägten Rotation absieht. Den Job im Paderborner Tor übernimmt – wie in diesem Wettbewerb üblich – Michael Ratajczak. Mit Uwe Hünemeier, Christopher Antwi-Adjei und Ben Zolinski gibt es weitere Kandidaten, die der Trainer für den Wechsel von der Ligabank auf den Pokalplatz im Auge hat, doch er sagt: »Das Spiel ist zu wichtig, als dass wir komplett durchtauschen und auf sechs Positionen etwas ändern könnten. Wir gehen zum ersten Mal, seit ich hier Trainer bin, als klarer Favorit in ein DFB-Pokal-Spiel. Das ist eine etwas veränderte Situation, aber wir wollen und sollten weiterkommen.« An der Vorbereitung auf das Duell mit dem Fünftligisten dürfte nichts scheitern.

Überschaubare Vorfreude bei den Gastgebern

Der marode Alfred-Kunze-Sportpark, dessen Fassungsvermögen das Ordnungsamt von 18.000 auf 4999 Zuschauer reduziert hat, ist seit langem ausverkauft, aber bei den Spielern der BSG Chemie Leipzig hält sich die Vorfreude auf das Duell mit dem SC Paderborn 07 in Grenzen. »Ich hatte mir doch einen größeren Namen erhofft. Als Amateur ist man wahrscheinlich nur einmal in seinem Leben in der zweiten Runde des DFB-Pokals«, sagt Kapitän Stefan Karau vor dem Heimspiel des Fünft- gegen den Zweitligisten.

Enttäuscht sind die Gastgeber weiterhin davon, diese Partie nicht – wie erhofft – am Mittwochnachmittag (Reformationstag) austragen zu dürfen. Stattdessen mussten die Verantwortlichen ein Drittel der 332.000 Euro, die sie mit dem Einzug in die zweite Runde erspielt haben, in eine mobile Flutlichtanlage investieren. Immerhin: Die mit vier Trucks aus dem englischen Bolton nach Leipzig transportierten Masten scheinen zu funktionieren und lieferten bereits das Licht für das öffentliche Abschlusstraining am Montagabend.

 

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