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Fr., 09.11.2018

SC Paderborn: nach 3:1 und 3:4 am Ende 4:4 gegen Kiel Zolinski rettet einen Punkt

Zweikampf in der Benteler Arena: Der Paderborner Christopher Antwi-Adjei gegen Kiels Alexander Mühling

Zweikampf in der Benteler Arena: Der Paderborner Christopher Antwi-Adjei gegen Kiels Alexander Mühling Foto: Oliver Schwabe

Von Peter Klute

Paderborn (WB). Fußball-Zweitligist SC Paderborn hat gegen Holstein Kiel den ersten Dreier nach drei sieglosen Spielen verschenkt und musste am Ende mit dem Unentschieden zufrieden sein. In einem wahnsinnigen Spiel vor gut 10.000 Zuschauern in der Benteler-Arena führte der SCP mit 1:0 und 3:1, geriet dann mit 3:4 ins Hintertreffen, um doch noch einen Punkt zu behalten. Nach spektakulären 94 Minuten hieß es 4:4 (3:1).

SCP-Trainer Steffen Baumgart nahm gegenüber dem 0:2 vor einer Woche in Duisburg vier Änderungen in der Startelf vor. Neben dem wiedergenesenen Philipp Klement durften auch Uwe Hünemeier, Ben Zolinski und Christopher Antwi-Adjei anspielen. Für Marlon Ritter, Tobias Schwede und Christian Strohdiek blieb ebenso nur ein Platz auf der Bank wie für Sebastian Vasiliadis, dessen Fehlen sich erst beim Aufwärmen herauskristallisierte, als er muskuläre Probleme bekam. Daher blieb Klaus Gjasula, der eigentlich als Reservist vorgesehen war, in der Mannschaft.

Babacar Gueye sorgt für Blitzstart

Sven Michel schaffte es nach langer Verletzungspause noch nicht wieder in den Kader. Vor allem die Personalie Strohdiek war eine Überraschung. Der Kapitän hatte in dieser Saison in Punktspielen als einziger Paderborner noch keine Minute gefehlt, lediglich im DFB-Pokal in Leipzig war er zweite Wahl gewesen.

Erste Wahl seit seinem Last-Minute-Wechsel von Hannover 96 zum SCP ist Babacar Gueye und der Senegalese sorgte am Freitagabend für einen Blitzstart. Es waren gerade einmal zehn Sekunden gespielt, da patzte Kiels Innenverteidiger Stefan Thesker, Gueye spritzte dazwischen und überwand Kronholm mit dem schnellsten Paderborner Treffer der Zweitligageschichte zur frühen Führung.

Doch die Antwort der Störche ließ nicht lange auf sich warten, Kingsley Schindler glich bereits in der sechsten Minute aus. Doch damit nicht genug. Wieder nur 180 Sekunden später brachte Klement den SCP nach Vorarbeit von Mohamed Dräger und Fehler von Jannik Dehm mit seinem achten Tor in der laufenden Spielzeit erneut in Front.

Zingerle verhindert 2:2 Mitte der ersten Hälfte

Was für ein Auftakt. Und es ging so weiter. In der zehnten Minute verhinderte Torwart Leopold Zingerle nach einem Schuss von David Kinsombi mit einer Glanztat das postwendende 2:2 für die spielstärkeren Gäste. In der 21. Minute war Kiel schon wieder ganz nah dran. Diesmal lag der Ball nach einem Kopfball von Janni Luca Serra (Flanke Kinsombi) auch im Netz, der Treffer wurde aber wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt.

Das Spiel lebte vom Offensivdrang, aber auch von vielen Fehlern beider Teams. Ruhephasen gab es kaum. Und das blieb erstmal so. Der Ball lag vor der Pause noch gleich zwei weitere Male im Paderborner Tor, ohne dass es zählte. Schütze Kingsley stand zweimal im Abseits, der Pfiff von Schiedsrichter Lasse Koslowski war aber jeweils längst ertönt.

Auf der Gegenseite prüfte Antwi-Adjei Kiels Keeper Kenneth Kronholm aus der Distanz, Kronholm wehrte den Schuss mit Mühe und beiden Fäusten ab (34.). Sieben Minuten später hatte Kronholm nach einer Direktabnahme von Zolinski (Pass Dräger) keine Chance und der SCP lag erstmals mit zwei Toren vorne. Doch ob das in diesem verrückten Spiel reichen würde? Kurz danach hatte Bernard Tekpetey gar das 4:1 auf dem Fuß, verzog aber knapp.

Kiel dreht das Spiel in der zweiten Hälfte

Unmittelbar nach dem Wechsel hätte es dann fast nur noch 3:2 gestanden, doch Zingerle war im Privatduell mit Schindler wieder einmal der Sieger. In der 54. Minute wäre Zingerle allerdings geschlagen gewesen, Serra kam am Fünfmeterraum unbedrängt zum Abschluss, jagte die Kugel aber über das Gehäuse. Das war Glück für die Hausherren, die immer noch keine Kontrolle hatten. Kurz danach jedoch brachte Zingerle Schindler erneut zur Verzweiflung und rettete per Fuß, nach der anschließenden Ecke klärte Jamilu Collins auf der Linie (60.).

Aber auch auf der Gegenseite wurde es immer wieder gefährlich: erst durch Gueye (59.), dann durch Zolinski (61.). Es gab Chancen in Hülle und Fülle und fast im Minutentakt. Hüben wie drüben. Und es wurde noch mal richtig spannend, als Serra in der 71. Minute per Kopf wieder für Kiel verkürzte. Doch das war es noch nicht. Drei Minuten später traf Mühling zum 3:3 ins lange Eck. Unfassbar.

Zolinski schlägt in der 90. Minute zu

Kronholm verhinderte wenig später gegen einen Klement-Freistoß den erneuten Rückstand, dann entschied Schiri Koslowski nach einem Handspiel von Gueye auf Elfmeter, den Schindler zehn Minuten vor dem Ende zum 3:4 verwandelte. Doch so verrückt dieses Spiel war, kam Paderborn in der 90. Minute durch Zolinskis zweiten Streich (Vorlage Hünemeier) noch zu einem Punktgewinn.

Austellung

SC Paderborn: Zingerle - Dräger, Schonlau, Hünemeier, Collins - Gjasula (81. Ritter) - Tekpetey (90. Düker), Klement, Antwi-Adjei (68. Schwede) - Zolinski, Gueye

Holstein Kiel: Kronholm – Dehm, Thesker (66. Karazor), Wahl, van den Bergh - Meffert - Mühling, Kinsombi - Lee (89. Mörschel) - Serra, Schindler

Schiedsrichter: Koslowski (Berlin)

Zuschauer: 10.035

Tore: 1:0 Gueye (1.), 1:1 Schindler (6.), 2:1 Klement (9.), 3:1 Zolinski (41.), 3:2 Serra (71.), 3:3 Mühling (74.), 3:4 Schindler (80., Handelfmeter), 4:4 Zolinski (90.)

Gelbe Karten: Hünemeier, Zolinski, Gjasula / Mühling

Kommentare

Ich meinte "Bürge".

Die Spielweise ist etwas zu naiv. Man muss Vorsprünge auch mal verteidigen. Statt dessen hat der SCP die meisten Gegentreffer der Liga.

Die Probleme sind aber schon wieder andere.

Als Aufsteiger muss das erste Ziel der Klassenerhalt sein. Statt dessen herrscht schon wieder eine Erwartungshaltung an eine junge Mannschaft, die ungesund ist.

Die Leute, die im Sommer gejubelt haben über Trainer oder Stürmer-Nachverpflichtungen sind nun die ersten, die den Trainer in Frage stellen (der die Spieler erstmals für gestern kritisiert hat) oder den Nachverpflichtungen Schwäche bescheinigen (zu langsam).

Das sind die Leute, die nicht einmal die Schusstechniken Innenseite, Innenspann, Spann und Außenrist kennen...

Der Verein muss daher so (erfolgreich) arbeiten wie bis 2014: Kritiker ignorieren und seine Philosophie durchziehen: Ausbildungsverein mit wirtschaftlicher Vernunft und organischem Wachstum.

Ob das ohne "Bürger Finke" geht, dessen Paket für 100000,- neu vermarktet werden soll, ist fraglich. Denn Finke hat weitaus mehr getan, als nur 100000,- zu überweisen. Da ging es nicht nur um Bandenwerbung und Vip-Plätze...

2 Kommentare

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