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Mi., 28.11.2018

Vor dem OWL-Duell: Die Sportchefs Arabi (Arminia) und Krösche (SC Paderborn) im Interview Derbys, Krisen und der Videobeweis

Die beiden Sport-Geschäftsführer Markus Krösche (links, SCP) und Samir Arabi (rechts).

Die beiden Sport-Geschäftsführer Markus Krösche (links, SCP) und Samir Arabi (rechts). Foto: Besim Mazhiqi

Paderborn (WB). Freitag, 18.30 Uhr, Benteler-Arena in Paderborn: Aufsteiger SCP, derzeit Tabellensiebter, empfängt den kriselnden Nachbarn Arminia Bielefeld zum OWL-Duell. Vor dem brisanten Spiel sprechen die beiden Sportgeschäftsführer Markus Krösche (SCP) und Samir Arabi (DSC) im Doppelinterview über den Derbycharakter, die aktuelle Situation und die Zukunft ihrer Vereine. Die Fragen stellten Matthias Reichstein, Peter Klute, Sebastian Bauer und Jens Brinkmeier.

Paderborn liegt drei Punkte hinter Platz drei, Arminia drei Punkte vor Platz 16. Herr Arabi, sind Sie mitten drin im Abstiegskampf, Herr Krösche, spielen Sie um den Aufstieg?

Samir Arabi: In dieser Liga muss man immer wachsam sein. Selbst wenn wir jetzt vier, fünf Punkte mehr hätten, wäre das so. Man hat es im Vorjahr an Eintracht Braunschweig gesehen, die nur einmal, am 34. Spieltag, auf einem Abstiegsplatz standen. Wir können die Tabelle lesen. Die Situation ist ernst, und dessen sind wir uns bewusst. Markus Krösche: Wir wissen, wo wir herkommen und haben turbulente Zeiten hinter uns. In den vergangenen eineinhalb Jahren hat es gut funktioniert. Für uns ist entscheidend, dass wir die Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollen, auch auf den Platz kriegen. Und wenn wir das hinbekommen, wie in Heidenheim (5:1), dann sind wir in der Lage, Spiele zu gewinnen. Aber wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Wir haben eine Mannschaft mit Potenzial, aber der Aufstieg ist kein Thema.

Ist die eigene Platzierung oder die des Gegners für Sie überraschender?

Krösche: Ich würde beides als Überraschung bezeichnen. Man konnte nicht damit rechnen, dass es bei uns so gut funktioniert, und vor allem, dass es so schnell funktioniert. Wir haben viele Jungs dabei, die vorher nie 2. Liga gespielt hatten. Sie haben es sehr gut angenommen und einen Entwicklungsschritt gemacht. Bei Arminia bin ich schon überrascht, weil es eine gute Mannschaft ist. Sie haben sich gut verstärkt und schon letzte Saison richtig guten Fußball gespielt. Deshalb ist es überraschend, dass sie nicht die Punkte geholt haben, die sie sich erhofft hatten. Ich bin aber überzeugt, dass sie nicht zurecht da unten stehen und denke, dass sich das ändern wird.

Arabi: Dass der SC Paderborn so gut steht, überrascht mich nicht. Letztes Jahr haben sie eine überragende Saison gespielt und konnten das mit rüberretten, auch mit der Dynamik, mit der Power, mit der sie spielen. Sie haben momentan einen Lauf, sie haben Qualität und eine sehr hungrige Mannschaft. Sie haben eine klare Philosophie. Sie haben einen Plan, der dahinter steckt, und der geht momentan sehr gut auf. Davon, dass wir zuletzt so wenige Punkte geholt haben, bin ich schon überrascht.

Sieben Spieltage lang haben wir daran angeknüpft, wo wir letzte Saison aufgehört haben. Wir haben eine leichte Veränderung in der Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollten. Das ist ein Prozess. Die Mannschaft ist aber mittlerweile sehr verunsichert. Wenn du nach sieben Spielen zwölf Punkte hast und aus den nächsten sieben von 21 möglichen Punkten nur einen holst: Damit hätte der größte Pessimist nicht gerechnet. Das ist natürlich eine sehr unbefriedigende Situation. Wir haben es sieben Mal ganz ordentlich gemacht, dann sieben Mal schlechte Ergebnisse erzielt und dabei teilweise auch schlecht gespielt. Jetzt setzen wir alles daran, wieder eine positive Serie zu starten.

 

Sportlich läuft es beim SCP klar besser als in Bielefeld, dafür hat sich der DSC mithilfe des »Bündnis Ostwestfalen« saniert. Schauen Sie da ein bisschen neidisch auf den Rivalen, Herr Krösche?

Krösche: Nein, neidisch bin ich nicht. Da muss man Respekt haben, sie haben das sensationell gelöst, dass sie alle an Bord bekommen haben und sich wirtschaftlich so aufstellen konnten, dass sie positiv in die Zukunft schauen können. Wir sind auch auf einem guten Weg, auch wenn wir natürlich wirtschaftlich aufgrund der beiden Drittligajahre andere Voraussetzungen haben. Wir nehmen die Situation so an, wie sie ist.

Der SCP hat mit Wilfried Finke den größten Förderer verloren. Wie hart trifft das den Verein?

Krösche: Wir haben mit ihm jemanden verloren, der den Verein über eine sehr lange Zeit geprägt hat. Er hat einen sehr großen Anteil daran, dass der SC Paderborn überhaupt Profifußball spielen kann. Natürlich ist das ein Verlust. Wirtschaftlich sind wir in der Lage, das aufzufangen. Wir haben mittlerweile viele neue Leute gefunden, die sich für den SCP engagieren. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir das gut auffangen.

In der Bundesliga werden die Montagsspiele abgeschafft, generell beklagen die Fans aber die große Aufsplittung der Anstoßzeiten. In der 2. Liga gibt es derzeit vier, es geht darum, immer mehr TV-Gelder zu generieren. Wie stehen Sie grundsätzlich zu diesem Thema?

Krösche: Es geht darum, dass wir das Produkt Fußball so gut wie möglich darstellen können. Die Spieler sollen eine hohe Qualität haben, der Zuschauer soll Spiele auf hohem Niveau sehen. Da muss man überlegen, welche Möglichkeiten man hat, das umzusetzen. Und dazu gehört auch, das gut zu präsentieren. Das Montagsspiel gibt es in der 2. Liga schon lange. Wir denken über die Möglichkeiten nach, unser Produkt gut zu präsentieren. Es geht um den Konsumenten, das ist der Kunde, der Zuschauer im Stadion und zuhause. Es gibt viele Überlegungen, das für die Zukunft auszurichten. Konkret will ich da nicht drüber sprechen, weil wir noch in der Findungsphase sind.

Arabi: Natürlich gibt es unterschiedliche Interessen, schon zwischen dem Zuschauer im Stadion und dem vor dem Fernseher. In anderen Ländern gibt es noch viel extremere Aufsplittungen. Das können wir auf der einen Seite kritisieren, aber auf der anderen Seite wird von den selben Leuten die fehlende Wettbewerbsfähigkeit angeprangert. Man muss nach bestem Wissen und Gewissen abwägen. Für uns ist zum Beispiel der Samstag um 13 Uhr ein katastrophaler Termin, da gibt es eben Überlegungen, was nicht zwingend den Samstagabend bedeuten muss. Und es geht nicht nur um den Fernsehzuschauer. Wir überlegen ja auch, wie wir die Attraktivität für die Fans im Stadion erhöhen können. Man wird es nie allen immer recht machen können.

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Sich hinzustellen und zu sagen, wir haben Chancengleichheit – da mache ich mal einige Fragezeichen.

Samir Arabi zur 50+1-Regel

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Apropos Geld: Die 50+1-Regel bleibt aus Ihrer Sicht unumstößlich?

Arabi: Im Prinzip haben das ja jetzt schon einige Vereine umgangen. Das ist ein komplexes Thema. Sich hinzustellen und zu sagen, wir haben Chancengleichheit – da mache ich mal einige Fragezeichen.

Was gefällt Ihnen derzeit an der eigenen Mannschaft richtig gut, und was gefällt Ihnen nicht?

Arabi: Uns gefällt natürlich nicht, wie wir zuletzt in manchen Spielen aufgetreten sind. Vorher hat uns viel gefallen. Letztes Jahr haben wir sehr viele Spiele in den letzten Minuten für uns entschieden. Welche Stellschrauben wir im Moment drehen und was wir anders machen sollten, thematisieren wir lieber intern. Auch damit der Markus nicht direkt zu seinem Trainer gehen kann und sich genau überlegt, wo er rein-stößt (lacht). Die Paderborner verfügen wie gesagt über ein extremes Tempo nach vorne. Wenn ich nicht bei Arminia wäre, würde ich fast sagen, es macht Spaß zuzusehen. Es ist eine Art von Spektakel. Du gehst ins Stadion und wirst unterhalten, man sieht viele Tore,. Die Mannschaft ist sehr leichtfüßig unterwegs und hat einen Lauf.

Krösche: Grundsätzlich bin ich sehr zufrieden, weil wir unsere Art des Fußballs auf den Platz kriegen. Wir wollen unsere Philosophie Ligen- und Gegnerunabhängig auf den Platz bekommen. Wenn man was kritisieren will, dann vielleicht die Balance zwischen Offensive und Defensive. Aber sowas muss auch wachsen, das ist ein Entwicklungsschritt. Wir verlieren manchmal die Bälle in Räumen, wo man sie nicht verlieren darf. Aber das gehört zur Entwicklung dazu. Über Arminia kann ich nicht wirklich viel sagen. Ich glaube, dass sie die Ergebnisse ein bisschen überrollt haben. Was uns angeht, bin ich im Großen und Ganzen sehr zufrieden und hoffe, dass es so weitergeht.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, welchen Spieler der anderen Mannschaft hätten Sie gerne?

Krösche: Ich bin total zufrieden mit meiner Mannschaft.

Arabi: Unabhängig vom SC Paderborn gibt es viele Spieler, die uns interessieren. Aber wir sind weiter von unserem Kader zu 100 Prozent überzeugt. Das haben die ersten Spiele auch gezeigt. Wir müssen jetzt einfach wieder in die Spur kommen. Wir waren auf der Autobahn, die haben wir verlassen. Jetzt suchen wir die Auffahrt. In Ingolstadt dachten wir, wir wären wieder drauf. Jetzt sind wir vielleicht nicht im richtigen Gang, aber wenn wir wieder in den richtigen Gang kommen, sind wir mit unserer Mannschaft zufrieden. Wobei es keine Mannschaft auf der Welt gibt ohne Optimierungsbedarf. Wie die Paderborner haben wir sehr viele junge Spieler, die den nächsten Entwicklungsschritt machen können.

Liegt im Derby Arminias große Chance zum Stimmungsumschwung, weil bei so einem Spiel die Aufmerksamkeit nochmal höher ist als zum Beispiel bei einem Spiel in Sandhausen?

Arabi: Ja, weil das positive Echo nochmal höher ist, wenn man so ein Nachbarschaftsduell gewinnt. Aber eigentlich ist egal, wer der Gegner ist, wir müssen den Trend jetzt einfach mal durchbrechen mit einem Sieg. Insofern ist es für die Mannschaft kein großer Unterschied, sondern sie lechzt einfach nach diesem Dreier.

Sie sprachen gerade von einem Nachbarschaftsduell. Ist das Spiel für Sie wie auch für viele Fans kein richtiges Derby?

Arabi: Wann ist es ein Derby? Sollte der VfL Bochum mal aufsteigen, ist das für Schalke und Dortmund auch kein richtiges Derby. Max Eberl von Mönchengladbach hat gesagt, das Derby ist das Spiel gegen Köln und nicht gegen Düsseldorf. Das wahre Derby für Arminia Bielefeld ist eben aus der Historie heraus gegen Preußen Münster. Aber aufgrund der Nähe und der vermeintlichen Rivalität ist es am Freitag ein kleines Derby, und es hat sicherlich mehr Brisanz als ein Spiel in Sandhausen, keine Frage.

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Aus meiner Sicht ist es eine gute Geschichte, dass wir hier zwei Zweitligisten so nah beieinander haben.

Markus Krösche

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Der SCP ist noch nicht so lange auf dieser sportlichen Ebene dabei wie Arminia. Ist es aus Ihrer Sicht für die Region gut, dass es derzeit zwei ostwestfälische Zweitligisten gibt?

Arabi: Bei den Sponsoren zum Beispiel kommen wir uns nicht in die Quere. Wir nehmen uns auch gegenseitig keine Zuschauer weg. Bei den direkten Duellen sind die Stadien voll, es gibt keine weite Anreise. Ich bin überzeugt, dass Ostwestfalen zwei Zweitligisten vertragen kann. Man muss auch neidlos anerkennen, dass beim SCP ein guter Job gemacht worden ist. Das erschwert unsere Stellung aber nicht.

Krösche: Aus meiner Sicht ist es eine gute Geschichte, dass wir hier zwei Zweitligisten so nah beieinander haben. Die zwei Spiele sind ausverkauft, es gibt eine erhöhte mediale Präsenz. Wir können gut nebeneinander leben. Die Ansprüche sind, historisch begründet, bei Arminia höher als bei uns. Ich kann mit der Konstellation sehr gut leben.

Warum ist Steffen Baumgart der richtige Trainer für den SCP, was macht ihn aus? Warum ist Jeff Saibene immer noch der richtige Trainer für den DSC, trotz der vergangenen Wochen?

Krösche: Steffen ist der richtige Trainer, weil er der Mannschaft unsere Spielphilosophie sehr gut vermittelt. Er hat eine gute Ansprache und eine gute Intuition. Und was das Wichtigste ist: Er gewinnt unheimlich viele Spiele.

Arabi: Das geht in die Schwarz-Weiß-Malerei. Jetzt gewinnen wir mal nicht, und er ist der falsche Trainer. Vorher gewinnen wir und er ist der richtige. Dann ist er kurz davor in die Bundesliga zu wechseln, und jetzt hat er alles verlernt. Er ist gekommen, da waren wir in einer absoluten Krise. Die hat er mit seinem Trainerteam sehr gut gemeistert. Dann hatten wir eine sehr sorgenfreie Saison. Dann starten wir gut. Es ist, seit Jeff hier ist, das erste Mal, dass wir eine Krise haben. Momentan ist es so, dass er der richtige ist, weil er uns, den Verantwortlichen, Wege aufzeigt, wie er mit seinem Trainerteam und der Mannschaft aus dieser Krise heraus kommen will. Diese Überzeugung hat er uns vermittelt und bekommt die Chance, aus dieser Krise heraus zu kommen.

Bei der Nachwuchsarbeit verfolgen beide Vereinen einen anderen Ansatz: Der SCP hat seine U21 behalten, der DSC hat seine U23 abgemeldet. Was sind da jeweils die Gründe?

Krösche: Für uns gehört das zur Ausbildungsphilosophie. Es ist wichtig, dass junge Spieler unter höchstmöglichen Wettkampfbedingungen Spielpraxis sammeln. Wir sind noch nicht so weit, dass wir so gut ausbilden, dass unsere Toptalente direkt durchstarten. Das heißt: Wir müssen denen Spielpraxis geben und das ist am besten über die U21. Für mich ist es deshalb entscheidend, dass wir die U21 immer behalten. Denn Spielpraxis ist nicht durch Training zu ersetzen.

Arabi: Wir haben oder hatten Spieler wie Stefan Ortega oder Kacper Przybylko oder Onel Hernandez oder Roberto Massimo, die waren direkt oben dabei. Sie alle sind nicht den Weg aus dem NLZ über die U23 gegangen. Da hat niemand mehr als vier, fünf Spieler in der U23 gemacht. Weil wir es mit der Spielpraxis genau so sehen, haben wir etwa den Weg wie bei Nikolai Rehnen gewählt, den wir an Fortuna Köln verliehen haben. So haben wir es auch mit Leandro Putaro gemacht. Wir haben den Weg über die Leihgeschäfte gewählt.

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Wenn ein Klub wie Arminia immer stabil 2. Liga spielt, dann sind wir sehr gut aufgestellt

Samir Arabi

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Wo sehen Sie beide ihre Vereine in fünf Jahren?

Arabi: Ich glaube, dass wir in der Situation sind, in der wir uns weiter stabilisieren wollen als guter Zweitligist. Man sieht es an einigen Vereinen, die über Kontinuität verfügen, dass es denen immer mal wieder gelingt, den Schritt hoch zu machen. Aber man sieht dann auch, wie weit die Kluft durch die Fernsehverträge auseinander geht. Wenn der SC Freiburg, der über 100 Millionen Euro Umsatz gemacht hat, sich als Top 25 sieht, dann kalkuliert so ein Verein ein, dass es auch mal wieder runter geht. Insofern sollten wir sehr demütig sein und sagen: Wenn ein Klub wie Arminia immer stabil 2. Liga spielt, trotzdem alle ehrgeizig und ambitioniert sind, dann sind wir sehr gut aufgestellt. Und doch haben wir im Nachwuchsbereich extreme Defizite, was die Infrastruktur angeht. Da gucke ich schon ein bisschen neidisch zu unserem Nachbarn. Das sind viele Projekte, die wir in den nächsten fünf Jahren angehen müssen. Aber ich bin weit davon entfernt zu sagen, dass wir mit dem »Bündnis Ostwestfalen« in fünf Jahren Bundesliga spielen – das wäre Wahnsinn. Mit Demut sind wir immer gut gefahren.

Krösche: Für uns geht es tatsächlich darum, dass wir sportlich so erfolgreich sind, dass wir uns konsolidieren können. Das geht halt nur, in dem du stabil 2. Liga spielst und ab und zu mal einen Transfererlös erwirtschaftest, damit du überhaupt eine wirtschaftliche Basis schaffst, wettbewerbsfähig zu sein. Priorität Nummer eins ist, dass über eine Art und Weise zu machen, wie wir Fußball spielen. Das soll uns die nächsten Jahre begleiten. Und beim Nachwuchs: Da muss ich schon sagen, dass ich neidisch bin, was Arminia gemacht hat, wie sie die Spieler entwickelt haben. Dass sie in der Lage sind, so gut auszubilden, dass sie Stammspieler in der 2. Liga produzieren. Da sind wir momentan noch meilenweit entfernt. Aber das ist eher ein Ziel für die nächsten zehn Jahre, so gut auszubilden, dass wir Stammspieler für uns in der 2. Liga entwickeln. Aber wir haben eine gute Infrastruktur und eine gute Basis. Wir wollen ein wichtiges Mitglied in der 2. Liga sein.

Kommen wir nochmal zum Derby zurück: Das wird am Freitag definitiv nicht durch einen Videobeweis entschieden. Wie froh sind Sie, dass es den Videobeweis in der 2. Liga noch nicht gibt?

Krösche: Mit dem Videobeweis kann ich mich überhaupt nicht anfreunden. Wir müssen akzeptieren, wenn Schiedsrichter Fehler machen. Ich rege mich auch darüber auf, aber es ist eben menschlich. Wenn dann zwei Minuten Pause sind und dann mit einem gesprochen wird, der woanders sitzt, dann nochmal geguckt wird und dann trotzdem eine falsche Entscheidung getroffen wird – das kann ich nicht verstehen. Ich würde im Fußball alles so lassen, wie es ist. Ich bin ein absoluter Gegner des Videobeweises. Ich bin sehr froh, dass am Freitag nicht der Videobeweis entscheiden wird, wer das Spiel gewinnt.

Arabi: Ich sehe es nicht ganz so krass. Fußball-Vereine sind Wirtschaftsunternehmen. Wenn ich unser Spiel gegen St. Pauli nehme, was ein Turnaround hätte sein können. Aber da bekommst du ein 1:2, was in einer Aktion doppelt Abseits ist. Der Videobeweis ist sicher nicht ausgereift. Aber beim Thema Abseits kannst du mit technischen Hilfsmitteln heute schon sehr genau messen. Ich würde mich nicht komplett davor verschließen. Aber momentan bin ich bei Markus, dass es noch ein totales Wirr-Warr ist. Wir sind bei weitem noch nicht so weit, dass es funktionsfähig ist.

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Kein Spieler ist unverkäuflich.

Markus Krösche

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Bei den Abgängen von Dennis Srbeny und Robin Krauße waren Sie sehr gelassen, Herr Krösche. Jetzt wird es vielleicht wieder kommen, dass Ihre Spieler gehandelt werden. Sind Sie an einem Punkt, wo sie sagen, dass nicht mehr jeder Spieler verkäuflich ist?

Krösche: Kein Spieler ist unverkäuflich. Egal wann. Wir sind froh, dass wir alle Spieler haben. Wenn ein Spieler in den Fokus gerät und dann ein Dritter Interesse hat und bereit ist, einen gewissen Betrag zu bezahlen, dann haben wir unser Ziel erreicht, den Spieler weiter zu entwickeln. Und wir haben unser Ziel erreicht, dass wir erfolgreich Fußball gespielt haben. Dann ist mir der Zeitpunkt auch egal. Wenn der Spieler eine Möglichkeit hat, sich zu verbessern, dann höre ich mir das an. Die Rahmenbedingungen müssen passen. Wir leben von unserer Systematik, wir sind nicht von einzelnen Spielern abhängig. Wir haben einen sehr ausgeglichenen Kader. Von daher können alle anrufen.

Warum gewinnt Arminia am Freitag, Herr Arabi? Und warum gewinnt der SC Paderborn, Herr Krösche?

Arabi: Es wird am Freitag ein sehr emotionales und hitziges Spiel. Nach Wochen der Durststrecke ist die Mannschaft dran. Das Trainerteam hat einen klaren Plan. Ich bin davon überzeugt, dass das zum Erfolg führen wird.

Krösche: Wir spielen zuhause und sind momentan in einer sehr guten Verfassung. Das sind die beiden Gründe.

 

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