>

Do., 29.11.2018

Mehr Punkte, mehr Tore – und auch die Bilanz von Trainer Baumgart ist besser Alles spricht für Paderborn

Mit bereits neun Saisontreffern ist Spielmacher Philipp Klement mit Abstand Paderborns gefährlichster Schütze.

Mit bereits neun Saisontreffern ist Spielmacher Philipp Klement mit Abstand Paderborns gefährlichster Schütze. Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Was ändert ein Trainer, dessen Mannschaft eine kleine Ergebniskrise mit einem 5:1-Erfolg in Heidenheim sehr eindrucksvoll beendet hat? Nichts! Paderborns Coach Steffen Baumgart wird es vor dem OWL-Derby am Freitag gegen arg angeschlagene Arminen aus Bielefeld genauso sehen. Zumal alles für den SCP spricht. Gesagt hat er allerdings etwas anderes.

Die Innenverteidigung, das defensive Mittelfeld und den Angriff erklärte der 46-Jährige erneut zu seinen Baustellen und damit alle drei Mannschaftsteile. Nicht, weil ihm die Leistungen missfallen, sondern nur, weil hier der Konkurrenzdruck für ihn aktuell am größten ist. Schon seit Saisonstart dürfen sich im Abwehrzentrum weder Uwe Hünemeier noch Sebastian Schonlau (zu) sicher sein, aktuell wartet Kapitän Christian Strohdiek auf eine neue Chance.

Selbst den zuletzt überragenden Sebastian Vasiliadis stellte Baumgart infrage: »Die Arminen haben eine große Kopfballpräsenz, Klaus Gjasula wäre deshalb eine starke Alternative.«

Sven Michel weiterhin Wackelkandidat

Auch Sven Michel, der sein Comeback in Heidenheim mit einem Tor krönte, ist für Baumgart ein Wackelkandidat: »Ich bin mir noch nicht sicher, ob Sven nach so langer Verletzungspause schon im zweiten Spiel über die vollen 90 Minuten gehen kann.« Babacar Guèye hat seine Innenbanddehnung im rechten Knie fast vollständig auskuriert und könnte wieder von Beginn an stürmen. »Er hat noch leichte Schmerzen, aber darüber muss er wegkommen«, meinte Baumgart.

Wie ernsthaft Paderborns Aufstiegscoach tatsächlich über diesem von ihm angestoßenen Personal-Puzzle brütet? Wahrscheinlich gar nicht. Baumgart wird freiwillig womöglich überhaupt nichts ändern. Er fasste gestern gegen Ende der Pressekonferenz seine Gedanken mit einem Augenzwinkern noch einmal so zusammen: »Ein Hauptteil der Mannschaft vom 5:1 wird auch am Freitagabend auf dem Platz stehen.«

Paderborns Aufstellung dürfte gleich bleiben, die Unterschiede vor dem Derby könnten aber kaum größer sein. Die Stimmung im Lager des Rückkehrers ist positiv. Mit 21 Punkten nach 14 Spieltagen und 31 geschossenen Toren (nur der 1. FC Köln hat mehr) verwundert das niemanden. »Sie ist aber nicht gelöst«, betonte Baumgart. Die erfolglosen Wochen der Arminen mit acht sieglosen Spielen in Folge und nur einem Punktgewinn versucht er aber auch nicht wegzudiskutieren: Die Gäste seien in einer sehr engen 2. Liga in einer schwierigeren Phase.

Den aktuellen Tabellenstand mit Rang 14 und nur 13 Punkten würde der Paderborner Fußballlehrer dennoch gerne komplett ausblenden: »Arminia war im Vorjahr Vierter und hat sich im Sommer personell noch einmal verstärkt.« Das sind für ihn die Fakten, die aktuelle Situation deshalb eher eine Ausnahme: »Der Mannschaft fehlt im Moment auch das Quäntchen Glück, das sie in der vergangenen Saison in einigen Situationen hatte.«

Entscheidungsspiel für Saibene

Eine Konstellation, die DSC-Trainer Jeff Saibene den Job kosten könnte. Der Luxemburger ist angezählt. Jede weitere Niederlage kann für den 50-Jährigen die eine zu viel sein. »Das beschäftigt mich natürlich, aber so ist das Geschäft. Wir werden alles dransetzen, um mit einem Sieg vom Feld zu gehen«, sagt Baumgart. So könnte Paderborn morgen Saibenes Endstation sein. Auch wenn die Signale aus Bielefeld noch andere sind.

Die Zukunft des Bielefelder Trainers überlagert die kommenden 90 Minuten ein wenig. Andere Fragen wie Derby oder Nachbarschaftduell oder nach der Nummer 1 in OWL interessieren Baumgart dagegen gar nicht. »Das sind Themen für die Zeitungen oder für die beiden Fanlager«, wollte der gebürtige Rostocker darauf erst gar nicht weiter eingehen. Die persönliche Arminia-Statistik weckte dagegen seine Neugier: »Ich habe in meiner Zeit als Profi gegen Bielefeld sehr viel öfter gewonnen. Die Spiele waren aber fast immer sehr eng, besonders auf der Alm. Deshalb sind meine Erinnerungen nur positiv.«

An Niederlagen könne er sich konkret nicht erinnern: »Die gab es, aber das werden Sie bestimmt herausfinden.« Von elf Duellen verlor Baumgart tatsächlich nur zwei. Beide auswärts. Am Freitag hat Baumgart wieder ein Heimspiel. Auch das spricht dann irgendwie für den SCP und gegen Arminia.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6221313?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F