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Fr., 07.12.2018

Paderborns Manager Krösche und seine besondere Beziehung zum HSV – mit Video Immer wieder Hamburg

Für Markus Krösche ist es ein spezielles Spiel: Paderborns Manager verhandelte im Mai intensiv mit dem Hamburger SV.

Für Markus Krösche ist es ein spezielles Spiel: Paderborns Manager verhandelte im Mai intensiv mit dem Hamburger SV. Foto: Thomas F. Starke

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Wenn der SC Paderborn am Freitagabend (18.30 Uhr) beim Hamburger SV antritt, dann ist es für Markus Krösche kein alltägliches Spiel. Paderborns Sport-Geschäftsführer sollte im Sommer Manager beim HSV werden.

Eine Woche lang buhlte der Bundesliga-Absteiger Ende Mai um Paderborns Sportchef. Der urlaubte damals mit der Familie auf Sylt, fuhr zwischendurch nach Hamburg und stellte sich dort den zuständigen Gremien vor. Hamburgs Vorstandsvorsitzendem Bernd Hoffmann war Paderborns mutiger und dominanter Offensiv-Fußball in der 3. Liga aufgefallen. Er wollte mit Krösche einen der Macher des Erfolges an die Elbe locken.

Das Ende ist bekannt: Der SCP mochte Krösche, der noch bis 2022 bei den Ostwestfalen unter Vertrag steht, nicht vorzeitig ziehen lassen, nachdem sich in einer Probeabstimmung vor der entscheidenden Sitzung vier von sechs HSV-Aufsichtsräten für Krösche ausgesprochen hatten. So berichtete damals auch das »Hamburger Abendblatt«, der SCP soll dann am Ende 2,5 Millionen Euro Ablöse gefordert haben. Eine Summe, die das HSV-Kontrollgremium nicht genehmigen wollte.

»Hamburg hätte mich gereizt. Wir waren relativ weit, auch mit meiner Familie war alles besprochen. Aber die Vereine konnten sich nicht einigen«, sagt Krösche mit ein bisschen Abstand. Der Hamburger SV schwenkte um und machte Kiels Geschäftsführer Ralf Becker zum Sportvorstand. Krösche hat mit dem Thema abgeschlossen und blickt jetzt nach vorn: »Wie es gelaufen ist, ist alles in Ordnung. Der HSV hat einen guten Manager gefunden, ich bin in Paderborn sehr glücklich und freue mich jetzt auf das Auswärtsspiel beim Tabellenersten.«

Manipulation im Hermann-Löns-Stadion

Den Kampf um Krösche gewann am Ende der SC Paderborn, die sportliche Bilanz ist ausgeglichen. Um Punkte spielten beide Vereine nur im einzigen Paderborner Erstligajahr. Unvergessen für die SCP-Fans ist der 3:0-Sieg am 30. August 2014. Der freche Aufsteiger düpierte den Bundesliga-Dino und rückte auf Rang zwei vor. Elias Kachunga (29.), Mario Vrancic (69.) und Moritz Stoppelkamp (87.) schossen die Paderborner zum geschichtsträchtigen Triumph. Ein Elfmeter nach acht Sekunden war beim 0:3 am zweiten Spieltag der Rückrunde der Anfang vom Ende.

Die Heimpleite gegen den HSV war der neunte sieglose Auftritt in Folge. Nach 34. Spieltagen stieg Paderborn als Letzter ab. In beiden Partien spielte Krösche keine Rolle, er hatte mit dem Aufstieg seine Laufbahn beendet, trainierte die U23 des SCP und stieg auf.

Einmal traf auch der Spieler Krösche auf den HSV. Das war am 21. August 2004 und Paderborns 4:2-Sieg im alten Hermann-Löns-Stadion war im Nachklang Auslöser des größten Wettskandals im deutschen Fußball. Monate später kam heraus, dass Schiedsrichter Robert Hoyzer das Spiel für Geld- und Sachgeschenke manipuliert hatte. Auch der damalige SCP-Kapitän Thijs Waterink hatte 10.000 Euro kassiert und sie hinterher an die Mitspieler verteilt. Die dachten, das Geld stamme von einem euphorischen Gönner, nicht an Spielmanipulation.

Ausgeglichene Bilanz

»Das sind alte Kamellen, damals war das allerdings keine einfache Situation. Wir steckten mitten im Aufstiegskampf und wurden plötzlich in ein Licht gerückt, in das wir nie hineinwollten und auch nicht gehörten«, sagt Krösche. Nachdem alles aufgeflogen war, wurde Hoyzer wegen Beihilfe zum Betrug zu zwei Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt, der HSV vom DFB für das Pokal-Aus mit zwei Millionen Euro entschädigt.

Aber auch die Pokal-Bilanz ist ausgeglichen, auch wenn Hamburgs Erfolg lange zurückliegt. Am 11. August 1996 gewannen die Hanseaten im Löns-Stadion mit 3:1. Damals hieß der SCP noch TuS Paderborn-Neuhaus.

Mehr als 2000 Paderborner begleiten den SCP zum Auswärtsspiel beim Hamburger SV.

So könnte der SCP spielen:

Zingerle - Dräger, Hünemeier, Schonlau, Collins - Vasiliadis - Antwi-Adjei, Klement, Zolinski - Guèye, Michel.

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