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Sa., 02.02.2019

SCP schlägt Fürth 6:0 - Gänsehaut-Atmosphäre bei Finke-Gedenken vor Anpfiff Schützenfest gegen den Angstgegner

Nach dem höchsten Zweitligasieg in der Geschichte des SCP war der Jubel nach dem 6:0 gegen Greuther Fürth groß.

Nach dem höchsten Zweitligasieg in der Geschichte des SCP war der Jubel nach dem 6:0 gegen Greuther Fürth groß. Foto: Jörn Hannemann

Von Timo Schäfers

Paderborn (WB). Es war der höchste Zweitligasieg in der Geschichte des SCP: Am Samstag empfing der SC Paderborn die SpVgg Greuther Fürth, gegen die die Ostwestfalen in 17 Partien zuvor erst zweimal gewonnen hatten. Diesmal machte der SCP mit den Bayern in der Benteler-Arena allerdings kurzen Prozess und gewann in einer emotionalen Partie mit 6:0 (3:0).

Es war kein gewöhnliches Spiel in Paderborn. Vor Anpfiff wurde dem kürzlich verstorbenen Ex-Präsidenten Wilfried Finke mit einer Schweigeminute und einer großen Choreo der Fans gedacht. Die Stimmung in der Arena war nach diesem hochemotionalen Moment dementsprechend gedämpft und auch die beiden Mannschaften brauchten zunächst ihre Zeit, um ins Spiel zu finden.

Die Gastgeber, die mit Neuzugang Kai Pröger für Jimmy Antwi-Adjei und Sven Michel anstelle von Babacar Gueye anspielten, waren um Ballkontrolle bemüht, allerdings ohne Gefahr vor dem Fürther-Tor heraufzubeschwören. Das sollte sich in der 10. Minute schlagartig ändern, als Bernard Tekpetey nach einem Ballverlust der Gäste frei auf Fürth-Keeper Sascha Burchert zulief, der den schnellen Außenstürmer im Strafraum leicht berührte und so zu Fall brachte – Elfmeter für den SCP. Diese Chance ließ sich Philipp Klement nicht nehmen und verwandelte sicher zum 1:0 (11.).

Fürther Defensive offenbarte riesige Lücken

Mit der Führung im Rücken übernahmen die Ostwestfalen endgültig die Kontrolle und legten umgehend nach. In der 19. Minute wurde Michel im gegnerischen Strafraum sträflich freigelassen, der Torjäger behielt die Übersicht, bediente Tekpetey, der mit seinem ersten Versuch an SpVgg-Innenverteidiger Richard Magyar scheiterte, den Abpraller aber zum 2:0 verwertete (19.). Kurz darauf sogar die Chance auf das 3:0, doch Zolinski scheiterte knapp (21.). Da die Gäste früh den Anschluss zu verlieren drohten, reagierte Coach Damir Buric und brachte Fabian Reese für den Unglücksraben Magyar (26.).

Der Effekt verpuffte allerdings umgehend: Wieder offenbarte die Fürther Defensive riesige Lücken, sodass Michel erneut frei vor Burchert auftauchte und überlegt zum 3:0 einschoss (28.). Die Gäste, die seit nunmehr sechs Partien auf einen Dreier warten, präsentierten sich in der ersten halben Stunde desolat und verspielten so schnell alle Chancen ihre gute Serie gegen die Paderborner, gegen die sie zuvor seit 10 Spielen nicht mehr verloren hatten, auszubauen. Die Gastgeber schalteten in der Folge allerdings einen Gang zurück und verwalteten den klaren Vorsprung bis zur Pause souverän.

Beschäftigungsloser Leopold Zingerle

Nach dem Seitenwechsel reagierte Gäste-Coach Buric erneut – Keita-Ruel musste Markus Steininger weichen (46.). Die erste Großchance der zweiten Halbzeit gehörte dennoch den Paderbornern: Michel kam im Sechszehner einmal mehr frei zum Abschluss, traf mit seinem Schuss aber nur einen Fürther Verteidiger auf der Torlinie (51.). Drei Minuten später dann der erste Abschluss der Gäste überhaupt: Julian Green probierte es aus rund 16 Metern, sein abgefälschter Schuss war allerdings kein Problem für den nahezu beschäftigungslosen Leopold Zingerle im SCP-Kasten.

An der grundlegenden Dynamik des Spiels änderte das Lebenzeichen der Führter, die wenig später durch Reese den nächsten Abschluss verbuchten, aber nichts. Die Paderborner dominierten weiterhin, ließen in der ein oder anderen Situation aber den letzten Zug zum Tor vermissen. In der 65. Minute dann aber die Entscheidung: Nach einer Fürther Ecke schalteten die Gastgeber blitzschnell über Michel um, der mit seinem Außenristpass den eingewechselten Babacar Gueye fand, der zum 4:0 einschoss. Doch der SCP hatte noch nicht genug und legte durch Kai Pröger nach. Der Startelfdebütant zog aus etwa 18 Metern ab und ließ Burchert so keine Chance – 5:0 (69.).

War die Stimmung zu Beginn des Spiels noch etwas zurückhaltend, entwickelte sich die Arena nach diesem Treffer in ein Tollhaus. Doch auch im Jubel vergaßen die Fans ihren langjährigen Präsidenten nicht und skandierten „Wilfried Finke“ - erneute Gänsehaut in Paderborn.

Das Spiel war gelaufen, Highlights bekamen die 9220 Zuschauer dennoch weiterhin präsentiert. Erst schrammte SCP-Verteidiger Mohamed Dräger bei einer Rettungstat nur knapp an einem Eigentor vorbei (74.), dann schnürte Michel auf der Gegenseite den Doppelpack. Traumhaft eingesetzt vom eingewechselten Marlon Ritter, blieb der Angreifer vor dem Kasten der Gäste eiskalt und stellte auf 6:0 (77.).

Es war der Schlusspunkt in einer einseitigen Partie, in der die Paderborner gegen erschreckend schwache Gäste verdientermaßen ihren höchsten Sieg in der zweiten Liga einfuhren. Durch den Erfolg festigt der SCP als Sechster seinen Platz im oberen Tabellenmittelfeld. Fürth kommt den Abstiegsrängen nach dem sechsten sieglosen Spiel in Serie dagegen immer näher.

Bereits am Dienstag sind die Ostwestfalen im DFB-Pokal beim MSV Duisburg gefordert, bevor es am Samstag zum VfL Bochum geht.

SC Paderborn: Zingerle – Dräger, Schonlau, Strohdiek, Collins – Vasiliadis (65. Gjasula) – Tekpetey (72. Ritter), Klement, Pröger – Zolinski (58. Gueye), Michel

Greuther Fürth: Burchert – Sauer, Caligiuri, Magyar (26. Reese), Wittek (67. Raum) – Gugganig, Jaeckel – Ernst, Green, Redondo - Keita-Ruel (46. Steininger)

Schiedsrichter: Alexander Sather (Grimma)

Zuschauer: 9220

Tore: 1:0 Klement (11.), 2:0 Tekpetey (19.), 3:0 Michel (28.), 4:0 Gueye (65.), 5:0 Pröger (69.), 6:0 Michel (77.)

Gelbe Karten: Dräger (2), Strohdiek (4)/ Burchert (1) Keita-Ruel (3), Green (3), Reese (2)

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