>

Do., 07.02.2019

Paderborns Pokalheld wünscht sich Werder Bremen im Viertelfinale Prögers Traum geht weiter

Beim Spiel gegen Greuther Fürth stand Kai Pröger zum ersten Mal in der Paderborner Startelf.

Beim Spiel gegen Greuther Fürth stand Kai Pröger zum ersten Mal in der Paderborner Startelf. Foto: Jörn Hannemann

Von Peter Klute und Elmar Neumann

Paderborn (WB). Nach dem Stolper-Start in Regensburg dürfte es bei den Skeptikern im und um den SC Paderborn durchaus Gedanken gegeben haben, dass die Ostwestfalen nach dem super Jahr 2018 eine durchwachsene Phase vor sich haben könnten. Zwei Spiele und eine Woche später kann davon keine Rede mehr sein.

Erst 6:0 gegen Greuther Fürth , dann der Einzug ins Pokal-Viertelfinale mit dem 3:1 in Duisburg : Der SCP hat innerhalb von vier Tagen eindrucksvoll in die Erfolgsspur zurückgefunden. Dabei hatten sich einige MSV-Fans in der Schauinsland-Reisen-Arena nach der 1:0-Führung schon im Reisebüro ihres Stadion-Namensgebers gesehen, um eine Fahrt zum Endspiel am 25. Mai zu buchen. »Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin«, sangen sie. Doch die Chöre verstummten schnell.

Paderborn hat im Pokal noch ‘was vor

Der SCP hat im nächsten halben Jahr auf jeden Fall einen festen Termin in der Hauptstadt, am 30. März in der Alten Försterei gegen Union. Ob ein weiterer im Olympiastadion dazukommt? »Wir haben im Pokal noch ‘was vor. Wer weiß«, sagte Uwe Hünemeier, der Kapitän Christian Strohdiek als Innenverteidiger und Kapitän vertrat. Die Stimmung war ausgelassen, »glücklich« das meist benutzte Wort der Paderborner am Dienstagabend. Das galt vor allem für zwei Gewinner: Kai Pröger und Michael Ratajczak.

»Solche Geschichten schreibt nur der Fußball«, meinte Manager Markus Krösche in Bezug auf Pröger. Der war erst vor zwei Wochen von Regionalligist RW Essen gekommen und nur deshalb vorverpflichtet worden, weil sich Winter-Novize Khiry Shelton sofort schwer verletzt hatte. In Regensburg feierte Pröger sein Zweitligadebüt, drei Tage später gegen Fürth stand er erstmals in der Startelf, erzielte sein erstes Tor und in Duisburg ebnete er seinem neuen Verein mit der 2:1-Führung den Weg in die nächste Runde: »Das ist ein Traum. Damit hätte ich nie gerechnet. Großartig.«

Zum zweiten Mal unter den letzten Acht

Großartig ist auch Pröger, unverständlich, dass er erst mit 26 Jahren auf diesem Niveau in Erscheinung tritt. »Kai hat unglaublich viel Qualität und tut uns mit seinem Mut und seiner risikoreichen Spielweise sehr gut. Er ist in den vergangenen Jahren unter seinen Möglichkeiten geblieben«, sagte Krösche. Selbst Trainer Steffen Baumgart, der sonst keine Einzelbewertung vornimmt, ließ sich entlocken: »Das ist sehr schön, ich freue mich für Kai.«

Paderborns Spielweise kommt Pröger »perfekt« entgegen und auch deshalb ist der SCP am Sonntag zum zweiten Mal in Folge im Topf, wenn die Runde der letzten Acht ausgelost wird. Krösche hätte gerne »ein Heimspiel, auch wenn es finanziell lukrativere Möglichkeiten gibt«. Pröger hat ganz genaue Vorstellungen, wo es am 2./3. April hingehen soll. Obwohl das Achtelfinale in Dortmund noch lief, orakelte der gebürtige Wilhelmshavener: »Ich würde gerne in Bremen spielen, das hätte was.« Werder könnte es werden, der SCP und Pröger sind ganz sicher dabei. »Das ist Wahnsinn, bislang habe ich Viertelfinals im DFB-Pokal nur im Fernsehen verfolgt«, sagte er.

Ratajczaks Vertrag läuft aus

Prögers Traum geht weiter, große Gefühle hegte auch Michael Ratajczak. Zum einen stand der 36-Jährige drei Jahre im Kasten des MSV, zum anderen ist der Pokal das einzige Beschäftigungsfeld des Ersatzkeepers. »Jetzt habe ich mindestens noch ein Spiel, vielleicht werden es ja auch drei«, sagte Ratajczak. Es könnten seine letzten Minuten für Paderborn werden, denn der Vertrag läuft im Sommer aus. So war er zweifach froh über das Weiterkommen, denn um ein Haar hätte er mit dafür gesorgt, dass für die Paderborner an der Wedau Endstation in diesem Wettbewerb gewesen wäre. »Das war ein haltbarer Ball. Unglücklich«, kommentierte Ratajczak den Rückstand durch Cauly Oliveira Souza kurz nach der Pause und freute sich besonders, dass seine Mannschaft das Spiel noch drehte. Er selbst verhinderte mit einer Glanztat gegen Souza das 2:2. »Beim Gegentor hatte Rata nur eine kurze Reaktionszeit, aber es zeichnet einen guten Torwart aus, dass er uns dann so rettet«, sagte Trainer Baumgart.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6375013?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F