>

Mo., 18.02.2019

Die Paderborner genießen nach dem Sieg gegen Köln den Augenblick »Zum Aufstieg fehlt ‘ne Menge«

Paderborner Party nach dem 3:2 gegen Köln. Von einem Durchmarsch wollen sie beim SCP aber nichts wissen.

Paderborner Party nach dem 3:2 gegen Köln. Von einem Durchmarsch wollen sie beim SCP aber nichts wissen. Foto: Jörn Hannemann

Von Peter Klute

Paderborn (WB). Es ist fast ein Jahr her, als der SC Paderborn beim FC Hansa Rostock einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg umwandelt. Am Ende der Saison wird dieses Spiel als Schlüssel für den Aufstieg in die 2. Liga gesehen.

Nach der identischen Chronologie am Freitagabend gegen den 1. FC Köln stellten sich nicht wenige Beobachter in der ausverkauften Benteler-Arena die Frage, ob diese Saison mit dem zweiten Bundesliga-Aufstieg in der Vereinsgeschichte enden könnte. »Ich bin gerade von einigen auf das Spiel in Rostock angesprochen worden. Man kann es nicht in Worte fassen, was heute passiert ist. Hut ab vor dieser Mannschaft«, sagte Kapitän Christian Strohdiek und Torschütze Kai Pröger meinte: »Ich muss mich kneifen, um zu kapieren, was hier gerade abgeht.« Die Beteiligten genossen den Augenblick sichtlich – mehr aber nicht.

Dass der Aufstieg im Umfeld jetzt zum Thema wird, findet Strohdiek »normal und okay«, doch die Paderborner Protagonisten nehmen das verbotene Wort nicht in den Mund. »Mit Parolen kommt man nicht weiter, wir gehen Schritt für Schritt«, sagte Strohdiek. Die Partie gegen Köln war ein weiterer Schritt in der Entwicklung dieser Mannschaft, Parallelen zum Aufstiegsteam 2014 sieht Strohdiek aber nicht. »Das waren andere Zeiten und erst vor zwei Jahren haben wir hier über ganz andere Dinge geredet. Es ist unglaublich, was hier danach entstanden ist. Wir haben hier mit Demut etwas aufgebaut – und die sollten wir uns erhalten.«

Baumgart tritt auf Euphoriebremse

Auch Uwe Hünemeier lässt keinen Vergleich mit der Situation vor fünf Jahren zu: »Das ist eine andere Mannschaft. Wir hatten damals einige erfahrene Spieler dabei, diese Mannschaft ist jung, unerfahren und unbekümmert. Aber wir haben ein brutales Tempo und wissen, dass wir jeden schlagen können. Man hat gesehen, was in uns steckt. Mehr geht nicht.«

Der Stolz über die eigene Leistung, der Glaube an die eigene Stärke ist das eine, das Befassen mit einem Aufstieg das andere. »Für uns zählen die 37 Punkte und die Art und Weise, wie wir Fußball spielen. Anthony Modeste ist so viel wert wie unsere gesamte Mannschaft. Es ist schön zu sehen, dass man sich mit gutem Fußball auch gegen millionenschwere Stars durchsetzen kann«, sagte Manager Markus Krösche. Noch deutlicher in Sachen Nichtaufstieg wurde Trainer Steffen Baumgart, trotz der Euphorie über das gerade Erlebte. »Wir ein Aufstiegskandidat?«, erwiderte der SCP-Trainer auf eine Frage in der Pressekonferenz: »Das sollten wir weit von uns schieben und das gilt bis zum Ende der Saison. Wir haben auch heute wieder gesehen, dass uns dazu noch ‘ne ganze Menge fehlt. Wir waren nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft.«

»Nichtabstiegsparty« am Freitagabend

Die fiel im Laufe des Wochenendes von Platz drei auf Rang fünf zurück und das dürfte dem SCP gar nicht so ungelegen gekommen sein. »Heute steigt erst einmal eine Nichtabstiegsparty«, hatte Reservist Felix Herzenbruch schon am Freitagabend den Blick nach unten gerichtet. Zumindest dieses Thema ist bei den Paderbornern kein Tabu mehr, obwohl sie die obligatorischen 40 Punkte noch nicht erreicht haben. Auf den Aufstieg könnte das in naher Zukunft ebenfalls zutreffen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6400335?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F