>

Do., 21.02.2019

Klement nicht dabei – Ritter gegen Magdeburg in Paderborns Startelf »Das ist meine Chance«

Im Luftkampf gegen den Kölner Dominick Drexler zieht Marlon Ritter (vorne links) hier den Kürzeren. In der Nachspielzeit erzielte Ritter jedoc das Paderborner Siegtor.

Im Luftkampf gegen den Kölner Dominick Drexler zieht Marlon Ritter (vorne links) hier den Kürzeren. In der Nachspielzeit erzielte Ritter jedoc das Paderborner Siegtor. Foto: dpa

Von Peter Klute

Paderborn (WB). Der Kapitän (Christian Strohdiek) gesperrt, der beste Torschütze (Philipp Klement) verletzt. Bei solchen Nachrichten könnte der eine oder andere schon mal in Panik verfallen. Beim SC Paderborn ist das vor dem Zweitligaspiel beim 1. FC Magdeburg am Sonntag (13.30 Uhr) nicht der Fall.

»Es ist, wie es ist. Ich mache mir da keine Sorgen«, sagt Trainer Steffen Baumgart und beendet die Spekulationen: »Philipp Klement ist ein wichtiger Spieler, und wir hoffen, dass er schnell zurückkommt. Aber in Magdeburg wird er definitiv nicht dabei sein.« Bauchschmerzen bereite ihm das nicht: »Warum? Wir haben einen ausgeglichenen Kader. Es bringt nichts, über Spieler zu reden, die nicht zur Verfügung stehen.«

Wie bei Strohdiek, als Baumgart sich sofort auf Uwe Hünemeier als Ersatz in der Innenverteidigung festlegte, redet er auch nicht lange drumherum, wer die Position des zweiten Verhinderten im zentralen Mittelfeld einnehmen wird. »Marlon Ritter hat das gegen Köln gut gemacht. An unserer Ausrichtung ändert sich nichts, das ist das Entscheidende«, sagt Baumgart, dem im Training gestern neben Klement auch die vergrippten Leopold Zingerle und Klaus Gjasula fehlten.

Das System bleibt, für Marlon Ritter ändert sich dagegen eine ganze Menge. Denn es ist ein besonderes Gefühl für ihn, mal wieder in der Startelf zu stehen. Bei seinen 14 Einsätzen in der laufenden Saison zählte der 24-Jährige nur zweimal (in Fürth und Duisburg) zur Anfangsformation und spielte allein beim 0:2 im November gegen den MSV durch. »Es ist nicht schön, dass Philipp ausfällt, er hat uns in den vergangenen Monaten gut geführt. Aber das ist meine Chance«, sagt Ritter mit einem Lächeln. Das Warten hat endlich ein Ende, seine Vorfreude ist verständlicherweise riesig.

Dabei hatte es im Sommer ganz und gar nicht nach einer Nebenrolle des gebürtigen Esseners ausgesehen. Ende August 2016 von Fortuna Düsseldorf ausgeliehen, wurde der Mann mit der Rasenallergie zum Volltreffer und war einer der Aufstiegsgaranten. Danach gab es ein zähes Ringen um Ritter, am Ende wurden die Paderborner Bemühungen belohnt. Der Transfer klappte, auch weil der Spieler unbedingt beim SC Paderborn bleiben wollte. Doch erstens kam Ritter erst während der Vorbereitung, zweitens zog er sich nach nur einer Woche im Test gegen Verl einen Muskelfaserriss zu. »Das Hin und Her vor meinem Wechsel und dann direkt die Verletzung, das war doppelt unglücklich für mich«, blickt er zurück. Philipp Klement, der in der Rückrunde der Aufstiegssaison (kam im Winter aus Mainz) im rechten Mittelfeld gespielt hatte, rückte in die Mitte. »Philipp ist kein Außenbahnspieler«, hatte Baumgart schon nach der abgelaufenen Spielzeit festgestellt.

Dass Klement in die Mitte gehört, beweist er eindrucksvoll. Nicht nur aufgrund seiner elf Tore wurde er zum herausragenden Paderborner Spieler. Zum Leidwesen von Ritter, der über die Rolle des Einwechselspielers kaum noch hinauskommt. »Es ist schwer, aber ich fühle mich trotzdem wohl und habe nicht ernsthaft daran gedacht, den Verein im Winter zu verlassen. Ich bin keiner, der für mehr Geld irgendwo hingeht. Ich möchte spielen.«

Das tut er aktuell wenig, wie wichtig Marlon Ritter für den SC Paderborn dennoch ist, zeigte er am Freitag nach seiner Einwechslung für den angeschlagenen Klement mit dem späten Siegtreffer gegen den 1. FC Köln. »Marlon hatte in den ersten Minuten Probleme, aber es zeichnet ihn aus, dass er immer dranbleibt«, sagt Baumgart. Für Ritter ist seine Leistung wie das Abschneiden der Mannschaft keine Überraschung: »Das Fußballspielen verlernst du ja nicht. Und wir schwimmen längst nicht mehr nur auf der Aufstiegswelle und müssen uns vor keinem verstecken.« Am Sonntag erwartet er einen erbitterten Kampf: »Auch Magdeburg hat einen Lauf. Das wird ein heißes Spiel.« Und Marlon Ritter ist endlich mal wieder mittendrin statt nur dabei.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6407370?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F