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Sa., 02.03.2019

2. Bundesliga: Paderborn unterliegt St. Pauli im Verfolgerduell mit 0:1 (0:0) SCP kassiert erste Heimniederlage seit über einem Jahr

Und da war der Ball im Tor: Der SCP verliert gegen St. Pauli.

Und da war der Ball im Tor: Der SCP verliert gegen St. Pauli.

Von Timo Schäfers

Paderborn (WB). Im Verfolgerduell des 24. Spieltags der 2. Fußball-Bundesliga musste der SC Paderborn 07 gegen den FC St. Pauli eine Niederlage hinnehmen. In einer intensiven Partie ließen die Ostwestfalen zu viele Torchancen liegen und mussten sich nach einem späten Tor von Alex Meier mit 0:1 (0:0) geschlagen geben. Für den SCP war es die erste Heimniederlage seit dem Februar 2018 und damit seit über einem Jahr.

Steffen Baumgart nahm im Vergleich zum vergangenen Wochenende zwei Wechsel vor: Kapitän Christian Strohdiek rückte nach seiner Gelbsperre zurück in die Anfangself und ersetzte Sebastian Schonlau, der in Magdeburg seinerseits die fünfte Gelbe Karte gesehen hatte. Zudem ersetzte Babacar Gueye (Gelb-Rot im Hinspiel), Ben Zolinski (Tor im Hinspiel) im Angriff. Pauli-Coach Markus Kauczinski wechselte ebenfalls zweimal: Jan-Philipp Kalla und Ryo Miyaichi durften für Luca-Milan Zander und Christopher Buchtmann anspielen.

Die erste Chance der Partie gehörte den Gastgebern. Nach nicht einmal 20 Sekunden tauchte Sven Michel frei vor Pauli-Keeper Robin Himmelmann auf, der den Schuss aus spitzem Winkel gut parierte. Diese Aktion gab die Richtung für die Anfangsphase vor – der SCP hatte mehr vom Spiel, agierte in den entscheidenden Momenten aber zu ungenau. Richtig gefährlich wurde es in der 15. Minute, als es Marlon Ritter bei einem Freistoß aus halblinker Position direkt versuchte und Himmelmann Schwierigkeiten hatte, den Ball zur Ecke zu klären.

Sven Michel kombiniert sich durch die Pauli-Abwehr

Die Gäste aus dem hohen Norden waren auch danach vorrangig auf eine defensive Grundordnung bedacht. Um dem Paderborner Spiel das Tempo zu nehmen zogen sich die Hamburger immer wieder mit allen Spielern in die eigene Hälfte zurück. Der SCP kam trotzdem zu Chancen: In der 23. Minute kombinierten sich Babacar Gueye und Sven Michel durch die gesamte Pauli-Abwehr – Michels Abschluss aus zehn Metern ging aber links am Tor vorbei. Nach einer halben Stunde traute sich dann auch mal der Tabellenvierte nach vorne. Der flinke Mats Moeller-Daehli – mit Abstand gefährlichster Paulianer – setzte sich auf der rechten Außenbahn durch und spielte den Ball scharf vor das Tor, fand mit seinem Ball allerdings keinen Abnehmer (31.).

Nur fünf Minuten später zappelte die Kugel nach einem Meier-Kopfball dann im Netz des SCP, der Angreifer stand allerdings zuvor im Abseits – kein Tor (34.). Auf der Gegenseite hatte Uwe Hünemeier die größte Gelegenheit des ersten Durchgangs. Nach einem Freistoß kam der Innenverteidiger frei zum Kopfball, scheiterte aber erneut an Himmelmann (41.). Es sollte die letzte Großchance vor der Pause sein – mit 0:0 ging es in die Kabinen (46.).

Mehr für die Offenheit tun

Nach dem Seitenwechsel legte dieses Mal St. Pauli stürmisch los, Alexander Meier kam 50 Sekunden nach Wiederanpfiff zum Abschluss und zwang Leopold Zingerle zu einer Glanzparade. Was folgte war wenig Spielfluss und viele Zweikämpfe im Mittelfeld. In der 59. Minute forderte der SCP dann Elfmeter, nachdem Buballa Pröger im Strafraum zu Fall gebracht hatte. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus ließ weiterspielen – eine knifflige Entscheidung. Kurz darauf wieder St. Pauli. Miyaichi setzte erneut Meier in Szene, der aus wenigen Metern zum Abschluss kam, doch erneut in Zingerle seinen Meister fand (65.).

Paderborn musste wieder mehr für die Offensive tun. Baumgart brachte Tobias Schwede für Kai Pröger (62.) und Ben Zolinski für Babacar Gueye (69.). Für Aufregung sorgte aber zunächst nur ein Aufeinandertreffen zwischen Marlon Ritter und Jan-Marc Schneider. Der Paderborner wollte einen Freistoß schnell ausführen, doch Schneider stellte sich in den Weg, wurde von Ritter getroffen und ging zu Boden. Nach der anschließenden Rudelbildung sahen sowohl Schneider als auch SCP-Keeper Zingerle gelb (72.). Zwei Minuten später wurde endgültig deutlich, dass dieser Samstag in der Benteler Arena ein guter für beide Torhüter war. Zolinski dribbelte sich frei vor das Tor, aber auch er konnte Himmelmann nicht überwinden (74.).

Paderborn bleibt Siebter

Zu Beginn der Schlussviertelstunde übernahm der SCP wieder die Kontrolle, die er phasenweise abgeben musste, präsentierte sich im Abschluss aber zu unkonzentriert. Das sollte sich in der 81. Minute rächen. Nach einem Freistoß von Marvin Knoll nickte Meier zur späten Gästeführung ein. Baumgart warf nun alles nach vorne und brachte erstmals Angreifer Khiry Shelton für Mohamed Dräger (85.). In der 87. Minute unterstützte Paulis Ersin Zehir unfreiwillig die Paderborner Schlussoffensive und kassierte nach einem Foul im Mittelfeld seine zweite Gelbe Karte des Tages – Platzverweis.

In der Nachspielzeit hätten die Ostwestfalen dann das 1:1 erzielen müssen, doch Hünemeier köpfte den Ball mit der letzten Aktion der Partie nur an die Latte. So musste der SCP nach vier Heimsiegen in Serie eine Niederlage hinnehmen. Mit 38 Punkten bleibt der SC Paderborn Siebter, Pauli bleibt als Vierter mitten im Aufstiegsrennen.

SC Paderborn: Zingerle – Dräger (85. Shelton), Strohdiek, Hünemeier, Collins – Vasiliadis – Pröger (62. Schwede), Ritter, Tekpetey – Michel, Gueye (69. Zolinski)

FC St. Pauli: Himmelmann – Kalla, Avevor, Hoogma, Buballa – Zehir, Knoll – Miyaishi (87. Carstens), Möller Daehli (89. Park), Sobota (67. Schneider) – Meier

Schiedsrichterin: Bibiana Steinhaus (Langenhagen)

Zuschauer: 14.504

Tore: 0:1 Meier (81.)

Gelbe Karten: Tekpetey (7), Zingerle (2), Strohdiek (6)/ Kalla (1), Zehir (2), Schneider (1), Buballa (2)

Gelb-Rote Karte: Zehir

 

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