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Mo., 04.03.2019

Paderborn hadert mit Chancenverwertung und destruktiven Gästen Zwischen Frust und Wut

SCP-Frust nach dem Ende der Heimserie: Marlon Ritter, Christian Strohdiek und Sebastian Vasiliadis (von links) sind bedient.

SCP-Frust nach dem Ende der Heimserie: Marlon Ritter, Christian Strohdiek und Sebastian Vasiliadis (von links) sind bedient. Foto: meierpress

Von Peter Klute

Paderborn (WB). Es war klar: Irgendwann würde die stolze Heimserie des SC Paderborn reißen. Nach 20 Pflichtspielen in der Benteler-Arena seit dem 9. Februar 2018 war es am Samstag gegen den FC St. Pauli soweit. »Das ist traurig«, kommentierte Trainer Steffen Baumgart die 0:1 (0:0)-Niederlage.

Traurig im doppelten Sinn, denn dieser dreifache Punktverlust war nicht nötig. »Mit dem Ergebnis bin ich natürlich nicht zufrieden, mit der Leistung schon«, analysierte Baumgart wie immer nüchtern. Andere Paderborner reagierten deutlich emotionaler. Es war eine Mischung von Frust und Wut, als Zielscheibe diente den Verlierern die Spielweise des Siegers. Was Pauli-Coach Markus Kauczinski als »ein Aufeinandertreffen unterschiedlicher Arten von Fußball beschrieb«, beurteilte Manager Markus Krösche so: »Wir haben ein super Spiel gemacht und unglücklich verloren. Wir sind heute auf eine sehr destruktive Mannschaft getroffen. Zu einem Fußballspiel gehören immer zwei, aber einer hat hier nicht teilgenommen. Das war schon im Hinspiel so.«

Mit dieser Meinung stand er nicht alleine da, Kapitän Uwe Hünemeier legte nach: »Es ist nicht unser Anspruch, so zu spielen, wie es St. Pauli getan hat, auch wenn ihnen das Ergebnis recht gibt. Wir haben heute sicher nicht alles richtig gemacht, aber ich bin mir sicher, dass wir mit unserem Fußball in den letzten zehn Saisonspielen noch viele Punkte holen werden.«

Glänzende Fußabwehr von St. Pauli-Torwart

Zumindest einer war auch diesmal drin. Bei allen statistischen Werten hatte der SCP die Nase vorne, doch am Ende stand bei der Mannschaft mit den zweitmeisten Toren der Liga zum sechsten Mal in dieser Saison vorne die Null. »Wir hatten genug Möglichkeiten, das Spiel für uns zu entscheiden«, haderte Krösche. Darunter drei sehr gute, die für mindestens einen Treffer hätten ausreichen müssen. In der 23. Minute traf Sven Michel nach Zuspiel von Babacar Gueye den Außenpfosten, in der 74. Minute scheiterte der kurz zuvor eingewechselte Ben Zolinski an einer glänzenden Fußabwehr von St. Pauli-Torwart Robin Himmelmann und in der Nachspielzeit köpfte Hünemeier den Ball an die Latte.

St. Pauli war quasi nur bei Standards gefährlich, hatte aber in Person von Alex Meier ebenfalls beste Gelegenheiten. Doch sowohl in der 46. als auch in der 66. Minute fand Meier seinen Meister in SCP-Keeper Leopold Zingerle, nachdem ein Tor des ehemaligen Frankfurters in der 35. Minute wegen angeblicher Abseitsstellung nicht anerkannt worden war. In der 81. Minute gab es dann, wie Kauczinski es formulierte, »den einen glücklichen Moment für uns«. Mit seinem fünften Tor im sechsten Spiel entschied Meier das Spiel. »Er hat da vorne eine unglaubliche Qualität«, fand Krösche doch noch lobende Worte für die Hamburger, die jetzt mit sechs Punkten aus zwei Partien ins Derby gegen den HSV gehen.

»Das ist ein Riesending und elektrisiert uns alle«, freute sich Kauczinski, vergaß aber den SCP nicht: »Respekt vor der Leistung von Paderborn.« Seinen Trainerkollegen konnte das nicht wirklich trösten. »Wir haben zweimal gegen St. Pauli verloren und stehen wieder mit leeren Händen da. Das müssen wir akzeptieren und da können sie nicht so viel falsch gemacht haben«, urteilte Baumgart. Das sahen längst nicht alle so.

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