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Mo., 11.03.2019

SCP verliert 1:2 in Aue: Diskussionen um Michel und Hünemeier Raus aus dem Aufstiegsrennen

Wofür? Uwe Hünemeiers Geste sagt alles, doch Schiri Lasse Koslowski (Berlin) zückt die Rote Karte. Paderborns Kapitän flog kurz vor der Pause vom Platz.

Wofür? Uwe Hünemeiers Geste sagt alles, doch Schiri Lasse Koslowski (Berlin) zückt die Rote Karte. Paderborns Kapitän flog kurz vor der Pause vom Platz. Foto: dpa

Von Matthias Reichstein

Aue (WB). 0:1 vor einer Woche gegen den FC St. Pauli, am Samstag 1:2 bei Erzgebirge Aue – zwei Niederlagen in Folge gab es für den SC Paderborn in dieser Saison noch nicht. Der forsche Zweitliga-Rückkehrer hat sich nach zuletzt drei sieglosen Spielen aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet.

Es waren zwei Szenen, die beim SC Paderborn nach den 90 Minuten für besonders viel Diskussionsstoff sorgten. Zunächst stand Sven Michel (6.) im Mittelpunkt. Paderborns zweitbester Schütze (neun Treffer) steuerte nach einem langen Pass von Uwe Hünemeier auf Aues Schlussmann zu, zog ab, doch Martin Männel reagierte glänzend und wehrte ab. Die Chance zur frühen Führung war damit mal wieder vergeben. Das passiert – beim SCP im Moment allerdings zu häufig und außerdem lief der Angriff in Überzahl.

Michel hätte den Ball nur quer für den mitgelaufenen Ben Zolinski auflegen müssen. Der hatte freie Schussbahn und ein leeres Tor vor sich. »Ich ärgere mich jetzt noch darüber. Wobei für mich die Situation nicht so klar war. Mein Gegenspieler stellte für mich im entscheidenden Moment den Weg zu, aber wenn es doch nicht so war, kann ich mich bei Benno nur entschuldigen«, meinte ein zerknirschter Michel. Vorwürfe gab es aber keine. »Sven hat seine Entscheidung getroffen, deshalb ist es müßig, darüber jetzt zu urteilen«, meinte Manager Markus Krösche. Trainer Steffen Baumgart sah es wie immer ziemlich pragmatisch: »Mir ist es egal, was Michel da macht. Der Ball muss nur reingehen.«

Zweikampf als Notbremse

Fünf Minuten später zeigten die Gastgeber, wie es geht und Emmanuel Iyoha (11.) traf zur 1:0-Führung. Das war ein empfindlicher Rückschlag, spielentscheidend griff aber erst Schiri Lasse Koslowski (Berlin) in die Partie ein. Der Unparteiische, der auch schon Paderborns spektakuläres 4:4 gegen Kiel geleitet hatte, zeigte Uwe Hünemeier (45.) nach einem Foul an Iyoha die Rote Karte und wertete damit den Zweikampf als Notbremse. Eine zumindest strittige Entscheidung. »Der Gegner legt den Ball vorbei, Hüne stellt seinen Körper rein.

Das war keine klare Torchance und deshalb hätte Gelb gereicht«, meinte Krösche. Rotsünder Hünemeier war sich gar keiner Schuld bewusst: »Ich war nicht letzter Mann, deshalb war es kein Platzverweis. Aber der Schiri war heute sowieso überfordert.« Damit sprach Hünemeier weitere diskussionswürdige Szenen an.

So ahndete Koslowski einen Kopfstoß von Pascal Testroet gegen Marlon Ritter (26.) nur mit Gelb, übersah wenig später noch ein absichtliches Handspiel von Testroet. Baumgart war hinterher aber bemüht, das 1:2 und die damit sechste Auswärtsniederlage nicht am Schiedsrichter festzumachen. Der 47-Jährige suchte zwar hinterher noch das Gespräch mit dem Berliner, sagte aber auch: »Die Jungs haben einen schweren Job. Er hat die Szenen anders bewertet, das müssen wir so hinnehmen.«

SCP nutzte seine Chancen nicht

Zumal sich der SCP auch mal wieder selbst schlug. Chancen zu punkten waren auch in Aue da, der SCP nutzte sie nur nicht. Ben Zolinski (35.) traf vor der Pause noch die Latte, Marlon Ritter (57.) verfehlte in Durchgang zwei knapp das Tor. Baumgarts Bilanz: »Wer klarste Möglichkeiten nicht nutzt, gewinnt nicht. In den drei vergangenen Spielen war mehr drin, aber im Moment kommen wir nicht mehr so konsequent zum Torabschluss.« Zwei Treffer fielen aber noch: Der eingewechselte Philipp Zulechner (81.) erhöhte auf 2:0, Paderborns Christopher Antwi-Adjei (87.) konnte als Joker verkürzen. Das war’s.

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