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Fr., 15.03.2019

Paderborner Zweitligist erhöht Kartenpreise um 20 Prozent SCP kündigt VIP-Partnern

Die Benteler-Arena in Paderborn.

Die Benteler-Arena in Paderborn. Foto: dpa

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Post vom SC Paderborn bekamen in dieser Woche die VIP-Partner des Fußball-Zweitligisten. Der Inhalt war eine Kündigung. Der Verein hat mit Wirkung zum 30. Juni alle bestehenden Vereinbarungen über die VIP-Tickets fristgerecht beendet. Hintergrund ist eine Preiserhöhung um 20 Prozent.

In dem von Präsident Elmar Volkmann, den beiden Geschäftsführern Martin Hornberger und Markus Krösche (Sport) sowie Rainer Saggau vom Vermarkter »Infront« unterzeichneten zweiseitigen Brief heißt es: »Wir sind mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem wir die seit zehn Jahren konstanten Preise in den Business-Bereichen an die geänderten Umstände anpassen müssen, einem Zeitraum, in dem alleine die Inflationsrate kumuliert über 12 Prozent betragen hat.«

Positive Resonanz

Begründet wird die bei den Gönnern zum Teil scharf diskutierte Maßnahme (»Viel Geld für Kantinenessen«) auch mit den Investitionen nicht nur in Beine, sondern auch in Steine – wie zum Beispiel das erst kürzlich mit drei Sternen (höchste Klasse) zertifizierte Nachwuchsleistungszentrum. Die vier Unterzeichner halten deshalb den Weg, das machen sie in ihrem Schreiben sehr deutlich, für alternativlos, um den zum 30. Juni 2018 mit 7,66 Millionen Euro verschuldeten SCP weiter zu stabilisieren und im Profifußball zu etablieren. »Die Kosten explodieren, gleichzeitig bewegen wir uns bei den Einnahmen im Vergleich zu anderen Zweitligisten immer im unteren Level«, sagte SCP-Boss Elmar Volkmann gestern auf Anfrage und versteht daher die Aufregung nicht: »Wir haben unsere Pläne sehr frühzeitig öffentlich gemacht. So kann jeder für sich entscheiden, ob er uns weiter unterstützen will.«

Finanzielle Einbußen befürchtet der 72-Jährige auch nicht: »In dieser Saison war die Nachfrage so groß, dass wir nicht allen Bewerbern VIP-Tickets verkaufen konnten.« Geschäftsführer Hornberger kennt den Unmut nicht: »Bei uns gab es noch keine Beschwerden. Im Gegenteil. Die Resonanz ist positiv. Die ersten Sponsoren haben bereits ihre Karten für die nächste Saison geordert.«

Infront korrigiert nach unten

Ein Grund für die Preiserhöhungen soll noch ein ganz anderer sein: Trotz des herausragenden sportlichen Erfolges ist im Umfeld rund um den SCP die ganz große Fußball-Euphorie (noch) nicht ausgebrochen. Die Arena war bislang nur zweimal (Bielefeld, Köln) ausverkauft. Der Vermarkter »Infront« hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen sein Saisonziel (fünf Millionen Euro Einnahme durch Sponsoren) nicht erreicht und soll seine Erwartungen nach unten korrigiert haben. »Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun«, sagte Volkmann. Zu konkreten Zahlen wollte er sich aber nicht äußern (»Das sind Interna«), sagte allerdings: »Es gibt allenfalls Wünsche, keine Verpflichtungen. Außerdem ist die Saison noch nicht beendet.«

Dem Kündigungsschreiben an die VIP-Partner liegt übrigens ein »verbindliches« Bestellformular für Dauerkarten der kommenden Saison bei. In der 2. Liga kosten die VIP-Tickets künftig zwischen 2900 und 4100 Euro, in der 1. Liga müssten noch einmal 600 Euro mehr bezahlt werden. Die 3. Liga wird nicht mehr angeboten.

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