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Sa., 16.03.2019

Sonntag kommt Ingolstadt: Ohne den Spielmacher gewinnt SCP nicht – mit Video Klement ist der Kopf

Antreiber Philipp Klement am Ball: Zweimal traf der SCP in dieser Saison schon auf Ingolstadt, zweimal gab es ein 2:1.

Antreiber Philipp Klement am Ball: Zweimal traf der SCP in dieser Saison schon auf Ingolstadt, zweimal gab es ein 2:1. Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Die Statistiken sind eindeutig: Ohne Philipp Klement hat Zweitligist SC Paderborn noch kein Spiel gewonnen, mit ihm auch noch keine Heimpartie verloren. Am Sonntag (13.30 Uhr) kommt Schlusslicht FC Ingolstadt. Der zuletzt angeschlagene Spielmacher ist wieder fit und könnte zum ersten Mal seit vier Wochen wieder anspielen.

In Duisburg (0:2), in Magdeburg (1:1) und im Heimspiel gegen den FC St. Pauli (0:1) stand Klement verletzungsbedingt (im November muskuläre Probleme, zuletzt Adduktorenverletzung) keine Minute auf dem Rasen. Zwei Niederlagen, ein Remis und nur ein Tor geschossen – das Resultat war äußerst mager und passte so gar nicht zum bisherigen Saisonverlauf. Einen Zusammenhang sieht Klement aber nicht und nennt ein Gegenbeispiel: »Bei unserem 3:2-Sieg gegen Köln musste ich zur Pause verletzt raus. Da lagen wir 0:1 zurück und die Mannschaft hat ohne mich das Spiel gedreht.«

Es ehrt Klement, dass er Statistiken dieser Art nicht für sonderlich wichtig hält, Fakt ist aber eins: Paderborns geballte Offensive ist auch abhängig von seinem besten Scorer (elf Tore, sechs Vorlagen), denn die Anzahl der Torabschlüsse ist in den vergangenen Wochen erheblich zurückgegangen. »Wir bekommen den letzten Pass nicht mehr in die richtigen Schnittstellen«, bemängelte Innenverteidiger Uwe Hünemeier in Aue. Klement, der im Erzgebirge erst spät kam, sieht die Ursachen noch woanders: »Wir bereiten unsere Angriffe schlecht vor. Uns fehlt die Ruhe. Wir sind viel zu hektisch, manchmal auch ein bisschen kopflos.«

Der Kopf ist nun einmal Klement

Der Kopf ist nun einmal Klement. Seiner Kritik stimmt teilweise auch Trainer Steffen Baumgart zu. Der Fußballlehrer kritisiert ebenfalls die Unruhe mit und ohne Ball, geht aber noch einen Schritt weiter: »Wir wollen zu viel und spielen deshalb viel zu kompliziert.« Eine Ursache ist das Fehlen von Klement – auch wenn Baumgart seinen Kader breit genug aufgestellt sieht. Er fordert vielmehr von seinen Jungs, dass sie neue Wege gehen, um Lösungen im schwächelnden Offensivspiel zu finden: »Was heute richtig ist, muss morgen schon nicht mehr der 100-prozentige Ansatz sein.« Doch dazu braucht es Kreativität – und auch dafür steht Klement. Wobei bei aller Wertschätzung auch diese Ergebnisse Fakten sind: Auswärts in Darmstadt, in St. Pauli, in Hamburg, in Regensburg und in Aue blieb Paderborn mit Klement punktlos.

Ein Punkt, zwei Tore aus den vergangenen drei Spielen – daraus einen Knacks oder eine Krise abzuleiten, geht Klement in jedem Fall (viel) zu weit. »Fußball ist viel Kopfsache. Wir hatten uns vielleicht etwas ans Gewinnen gewöhnt. Aber das wäre meckern auf hohem Niveau. Für uns geht es in der Tabelle auf jeden Fall noch nach oben«, ist er überzeugt. In wieweit es für ihn persönlich noch höher geht?

»Rückrunde begann so lala«

Im Winter hatte bereits Schalke 04 sein Interesse bekundet, auch der Hamburger SV soll Klement inzwischen auf dem Zettel haben. Hier hat Klement sogar noch zweimal die Gelegenheit, sich ganz persönlich vorzustellen: Am 2. April im Pokal und am 12. Mai im letzten Heimspiel. Klement selbst will sich dazu nicht mehr äußern und verweist auf die eigene Leistung. »Die Hinrunde war gut, die Rückrunde begann so lala und dann war ich verletzt. Bevor sich andere Gedanken machen, muss ich erst einmal wieder meine Leistung bringen.«

Wie beim 2:1-Sieg im Hinspiel: Da zirkelte der Mittelfeld-Stratege den Ingolstädtern zwei Freistöße direkt ins Netz.

So könnte der SCP spielen

Zingerle - Dräger, Schonlau, Strohdiek, Collins - Vasiliadis - Tekpetey, Klement, Antwi-Adjei - Michel, Zolinski

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