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Mo., 18.03.2019

Nach Paderborns 3:1 gegen Ingolstadt: Trainer lobt, Manager kritisiert Ein Sieg, zwei Meinungen

Sein Tor ebnete den Weg zum Sieg: Philipp Klement machte mit seinem zwölften Saisontreffer das Dutzend voll.

Sein Tor ebnete den Weg zum Sieg: Philipp Klement machte mit seinem zwölften Saisontreffer das Dutzend voll. Foto: Wolfgang Wotke

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Nach drei sieglosen Auftritten in Folge hat sich Zweitligist SC Paderborn mit einem 3:1 (0:0)-Erfolg über Schlusslicht FC Ingolstadt zurückgemeldet. Die Meinungen über das Spiel gingen allerdings deutlich auseinander.

Besonders Manager Markus Krösche und Chefcoach Steffen Baumgart hatten gestern einen konträren Blick auf die 90 Minuten. Für Krösche war es sogar das schlechteste Spiel seiner Mannschaft in dieser Saison: »Das Ergebnis ist schön, die Art und Weise nicht. Wir waren heute in allen Bereichen schlecht. Alles, was uns über Monate ausgezeichnet hat, war überhaupt nicht da. «

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Die Jungs haben sich reingefightet und zum Schluss versucht mit dem Willen und ihrer Mentalität Akzente zu setzen.

Steffen Baumgart

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Mit dem Auftritt seiner Mannschaft war zwar auch Baumgart unzufrieden (»Heute hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen«), die Freude war bei dem 47-Jährigen dennoch groß: »Riesenkompliment an meine Mannschaft. Sie ist nach dem 0:1 drangeblieben. Das ist für viele selbstverständlich, für mich ist es das nicht. Die Jungs haben sich reingefightet und zum Schluss versucht mit dem Willen und ihrer Mentalität Akzente zu setzen.«

Schlussmann Zingerle hält Paderborn im Spiel

Nicht gut, aber temporeich – so begann das Spiel vor knapp 11.000 Zuschauern, in dem der SCP in Durchgang eins nur eine richtig gute Möglichkeit hatte: Nach Doppelpass mit Bernard Tekpetey verzog Sven Michel (25.) knapp. Auf der Gegenseite scheiterte Sonny Kittel (28.) an Paderborns mit Abstand bestem Spieler auf dem Platz: Leopold Zingerle. Der Schlussmann war es, der Paderborn im Spiel hielt und ihm war es auch zu verdanken, dass der SCP nach insgesamt mäßigen 70 Minuten nur 0:1 zurücklag. Wobei das Tor von Konstantin Kerschbaumer (53.) die Gäste lähmte.

Antwi-Adjei sorgt mit seinem zweiten Tor für die Entscheidung (85.)

»Nach der Führung hatten wir Angst, etwas zu verlieren. Wir sind zurückgewichen, haben nicht mehr aggressiv verteidigt und krasse individuelle Fehler gemacht«, analysierte FCI-Trainer Jens Keller später die kuriose Schlussphase. Paderborn nutzte Ingolstadts totalen Einbruch aus und drehte innerhalb von zwei Minuten das Spiel. Philipp Klement (75.) aus der Distanz und Christopher Antwi-Adjei (77.) trafen, Letztgenanter sorgte mit seinem zweiten Tor (85.) für die Entscheidung . Für Keller war es der vierte punktlose Auftritt in Folge: »Das ist ein ganz bitterer Tag. Wir haben jetzt noch acht Endspiele, aber so funktioniert das hier nicht.«

41 Punkte acht Spieltage vor Schluss – Baumgartl zieht seinen Hut

Keller war frustriert, Baumgart stolz auf das Erreichte. »Acht Spieltage vor Schluss haben wir 41 Punkte. Manchmal sage ich, dass ich meinen Hut ziehe. Heute tue ich es«, verdeutlichte Baumgart am Schluss der Pressekonferenz noch einmal seinen Respekt vor dem Team. Sein Spielmacher Philipp Klement sah es ganz ähnlich: »Manchmal würde eine gewisse Demut ganz gut tun. Wir dürfen uns auch in Paderborn noch über Siege freuen und wenn man hinten raus noch Körner hat, so ein Spiel zu drehen, dann ist das für mich auch eine gewisse Qualität.«

Krösche fehlen 70 Minuten lang Zielstrebigkeit und Fokussierung

Wie erwähnt, ging Krösche mit dem ersten Dreier nach vier Wochen deutlich kritischer um. Für den 38-Jährigen war das Gezeigte (viel) zu wenig. »Wir haben eine steile Entwicklung hinter uns und da ist es völlig in Ordnung, wenn wir mal stagnieren. Dennoch muss man die Spiele richtig einordnen. Über 70 Minuten haben mir Zielstrebigkeit, Positionswechsel und die nötige Fokussierung gefehlt. Da waren fünf bis zehn Prozent weniger und das reicht, um unsere Chancen, Spiele zu gewinnen, um 50 Prozent zu reduzieren.«

Ein Sieg, der vom Gewinner unterschiedlich bewertet wurde – das machte diesen Spieltag aus Paderborner Sicht besonders bemerkenswert.

Kommentar zum SC Paderborn

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