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Di., 19.03.2019

Für Paderborns Schlussmann Zingerle steht das Team an erster Stelle »Ich kann kein Tor schießen«

40 Gegentore in 26 Zweitligaspielen sind viel. Trotzdem ist Leopold Zingerle im Paderborner Tor ein sicherer Rückhalt.

40 Gegentore in 26 Zweitligaspielen sind viel. Trotzdem ist Leopold Zingerle im Paderborner Tor ein sicherer Rückhalt. Foto: dpa

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Wenn Leopold Zingerle ins Rampenlicht rückt, ist ihm das eher peinlich. Der Torhüter sieht sich als Teamplayer, Begriffe wie Matchwinner mag er nicht. Seine Reaktionen nach dem 3:1 (0:0) gegen Ingolstadt typisch: »Ich kann kein Tor schießen. Es geht nicht darum, dass ich tolle Bälle halte. Es geht nur darum, dass wir gewinnen.«

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Leo hat uns ein paar Mal den Arsch gerettet.

Christopher Antwi-Adjei

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Wobei der SCP am Sonntag ohne den Rückhalt zwischen den Pfosten auch das dritte Spiel in Folge verloren hätte. Der 24-Jährige hielt seine Mannschaft mit großartigen Reflexen im Spiel, drastisch formulierte es Doppel-Torschütze Christopher Antwi-Adjei : »Leo hat uns ein paar Mal den Arsch gerettet.«

Viel Lob für die nicht zu überwindende Mauer

Bereits nach 70 Sekunden gewann Zingerle das erste Duell gegen Sonny Kittel, Björn Poulsen (7.), erneut Kittel (28.) und Dario Lezcano (46./82.) folgten und Zingerle wirkte wie eine nicht zu überwindende Mauer. »Leo hat heute ein sehr gutes Spiel gemacht und einen großen Anteil am Sieg«, lobte Manager Markus Krösche. Ähnlich sah es Steffen Baumgart, wobei sich der Trainer gewohnt schwer tat, Einzelne hervorzuheben: »Alle haben sich gegenseitig aufgebaut und versucht, nach dem Ausgleich auf Sieg zu spielen.«

Verloren gegangenes Selbstbewusstein als Ergebnis der Ursachenforschung

Stichwort Ausgleich: Zum fünften mal in Folge lief der SCP einem Rückstand hinterher. Gegen Köln (3:2 nach 0:2) ging das gut, gegen Magdeburg (1:1), St. Pauli (0:1), Aue (1:2) nur zum Teil oder gar nicht. »Wir haben es auch gegen Ingolstadt bis zum 1:1 nicht gut gemacht«, bemängelte Zingerle und fügte hinzu: »Wenn ich wüsste, warum bei uns ein bisschen der Wurm drin ist, würde ich es ansprechen.« Zingerle betrieb noch am Spieltag Ursachenforschung und kam zu diesem Ergebnis: »Uns ist das Selbstbewusstsein verloren gegangen.«

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Wir haben aber nicht mehr so viele Chancen im Spiel und nutzen dazu die weniger gewordenen Möglichkeiten nicht gut

Leopold Zingerle

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Ein Ansatz, der zunächst verwundert: Der Zweitliga-Rückkehrer ist seit Wochen gesichert und wird in dieser Saison nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Mit nun 41 Punkten bräuchte man acht Spieltage vor Schluss schon rechnerisch ganz viel Fantasie, um noch eine Gefahr zu konstruieren. Außerdem hat sich das Team bis ins Viertelfinale des DFB-Pokals gespielt und steht hier vor einem neuen Höhepunkt in der fast 112-jährigen Geschichte. Warum sollte so einem Team das Selbstvertrauen fehlen? »Fußball ist viel Kopfsache. Wir leben von unserer Offensive, wir haben aber nicht mehr so viele Chancen im Spiel und nutzen dazu die weniger gewordenen Möglichkeiten nicht gut«, antwortete Zingerle und schloss den für ihn logischen Kreis: »Wenn man das Spiel wie gegen Ingolstadt kontrolliert, der Gegner aber trotzdem die Großchancen hat, dann geht das an einem Team nicht spurlos vorbei.«

Platz zwei und drei bei der Wahl zum »Tor des Monats«

3:1 nach 0:1 – den verlorenen Glauben an die eigene Stärke müsste sich der SCP zurückgeholt haben. Für was das noch reicht? »Wir schauen nur auf das nächste Spiel«, versicherte Zingerle und warb für Bescheidenheit: »Wir werden auch künftig die Gegner nicht an die Wand spielen.«

Bei der Wahl zum »Tor des Monats« belegte Uwe Hünemeier (Volley zum 1:1 in Magdeburg) Rang zwei. Dritter wurde Kai Pröger (Tor zum 2:2 gegen den 1. FC Köln, Endstand 3:2).

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