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Mi., 20.03.2019

Zweitligisten stimmen am Donnerstag ab – SC Paderborn und DSC Arminia sind dafür Der Videobeweis kommt

Bisher gibt es den Videoassistenten nur in der Bundesliga.

Bisher gibt es den Videoassistenten nur in der Bundesliga. Foto: imago

Von Jens Brinkmeier und Peter Klute

Bielefeld/Paderborn (WB). Videobeweis ja oder nein: Am Donnerstag stimmen die 18 Fußball-Zweitligisten darüber ab, ob die technische Neuerung, die zur Saison 2018/19 in der Bundesliga offiziell eingeführt wurde, auch im Unterhaus zur Anwendung kommt. Die Tendenz ist eindeutig, auch bei den beiden Vereinen aus der Region.

Bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) in Frankfurt am Main finden sich die Klubvertreter Donnerstagvormittag ein. Arminia Bielefelds kaufmännischer Geschäftsführer Markus Rejek möchte der Abstimmung nicht vorgreifen, doch nach WESTFALEN-BLATT-Informationen wird der DSC für die Einführung des Videobeweises stimmen. Sportchef Samir Arabi hatte kürzlich schon erklärt, dass er dafür sei und auf einige Fehlentscheidungen hingewiesen, unter denen die Arminen in dieser Saison bereits leiden mussten. Wie zum Beispiel die klaren Abseitstore des SV Sandhausen (1:1) am 16. Spieltag und vom 1. FC Magdeburg (1:3) am 22. Spieltag.

180.000 Euro laufende Kosten pro Saison

Markus Krösche, Geschäftsführer Sport beim SC Paderborn, bekennt sich offen als Befürworter des Videoassistenten: »Ich denke, dass die Einführung Sinn macht, auch wenn uns als kleiner Verein die zusätzlichen Kosten natürlich belasten. Aber wenn man Fortschritt möchte, muss man akzeptieren, dass das etwas kostet. Wir leben ja nicht in einer Märchenwelt«, sagt Krösche.

Etwa 180.000 Euro laufende Kosten pro Saison müssen die Zweitligisten zusätzlich aufbringen. Die Summe musste bei der Einreichung der Lizenzierungsunterlagen vorige Woche bereits mit nachgewiesen werden, erklärt Rejek. Und zu den 180.000 Euro kommen noch die einmaligen Kosten für die Installation von sechs bis acht Kameras sowie für die Nachrüstung von Glasfaserkabeln, die für eine reibungslose Übertragung der Bilder zu den Videoassistenten nach Köln sorgen sollen. Rejek rechnet mit weiteren 30.000 bis 50.000 Euro. Die DFL verlangt, dass überall die gleiche Technik zum Einsatz kommt. Nur in den wenigsten Stadien der 2. Liga sind Glasfaserkabel bereits vorhanden.

Klare Richtlinien gefordert

Schon in der aktuellen Saison läuft ein VAR-Feldversuch in der 2. Liga – allerdings testweise in einer Offline-Phase, also noch ohne Auswirkung auf den Spielbetrieb. In der Bundesliga vergeht praktisch kein Spieltag ohne Diskussionen über die Schiedsrichter und ihre Assistenten im Kölner Keller. Besonders die Handspiel-Regelauslegung führt oft zu Kritik. Gerade am Wochenende nannte Dortmunds Trainer Lucien Favre die Regel »dumm, dumm, dumm!«

Krösche: »Der Videoassistent ist aus meiner Sicht eine sehr gute Geschichte, allerdings bin ich der Meinung, dass es eine klarere Abgrenzung geben muss, wann er eingreifen sollte. Man sollte das auf wenige Dinge wie Abseits, Tor und ob ein Foul im oder außerhalb des Strafraums begangen worden ist, beschränken. Bei den Handspielen im Strafraum werden wir wohl akzeptieren müssen, dass es immer eine Grauzone geben wird.« Arabi hatte zuletzt betont, er würde den Einsatz des VAR auf die Frage »Abseits oder nicht« beschränken. Durch kalibrierte Linien sei hier in der Regel eine eindeutige Entscheidung möglich.

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