Arminia Bielefeld, der SC Paderborn und andere Klubs verweigern Umfrage zur 50+1-Regel
Viel Gegenwind für die DFL

Frankfurt/Bielefeld/Paderborn (WB/dis/MR/dpa). Eine Reihe von Vereinen der 1. und 2. Liga hat nach einem Bericht der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« die Beteiligung an einer Befragung der Deutschen Fußball-Liga zur umstrittenen 50+1-Regel verweigert.

Mittwoch, 27.03.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 27.03.2019, 07:28 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
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Markus Rejek.

Markus Rejek. Foto: imago

Laut dem Bericht habe ein Großteil der Klubs die Fragen gar nicht oder nur zum Teil beantworten wollen. Nur knapp die Hälfte der Vereine soll im gewünschtem Maß an der Umfrage teilgenommen haben. Die Kritiker hätten die Fragestellung als tendenziös empfunden und an ihrer Legitimation gezweifelt, schreibt die »FAZ«. »Dazu geben wir aktuell keinen Kommentar«, teilte die DFL auf Anfrage mit.

Die nur in Deutschland gültige 50+1-Regel soll den Einfluss externer Investoren begrenzen. Sie stellt sicher, dass Vereine auch dann die Entscheidungsgewalt über ihre Profiabteilungen behalten, wenn sie diese in eine Kapitalgesellschaft ausgliedern.

»DFL sollte Entscheidung des Kartellamtes abwarten«

Martin Hornberger.

Martin Hornberger. Foto: Besim Mazhiqi

Markus Rejek, Finanz-Geschäftsführer des Zweitligisten Arminia Bielefeld, äußerte: »Wir haben an der Umfrage nicht teilgenommen. Auf Grund der Fragestellung erschließt sich uns nicht, wie eine Verbesserung der Rechtssicherheit der 50+1-Regelung, zu dessen Erhalt sich der DSC Arminia deutlich bekennt, herbeigeführt werden kann. Im Auftrag der DFL prüfen Juristen die gesamte Angelegenheit, das Ergebnis bleibt daher abzuwarten.«

So sieht das auch Martin Hornberger. Der Geschäftsführer des SC Paderborn sagte: »Die DFL sollte zunächst die Entscheidung des Kartellamtes abwarten und dann eine Befragung durchführen. Zum jetzigen Zeitpunkt macht eine Umfrage jedenfalls keinen Sinn. Darum haben wir uns daran auch nicht beteiligt.«

In einer Stellungnahme des Erstligisten Mainz 05 heißt es zum Thema: »Die Mitgliederversammlung hat das Präsidium der DFL im März 2018 beauftragt, einen Prozess zu initiieren, der eine Verbesserung der Rechtssicherheit der 50+1-Regel unter Beibehaltung der 50+1-Regel zum Ziel hat. Es ist uns nicht ersichtlich, inwieweit der nun vorgelegte Fragebogen und die aus diesem zu gewinnenden Erkenntnisse einen Beitrag zur größeren Rechtssicherheit der 50+1-Regel leisten können.«

Mainz und Pauli lehnen Fragebogen ab

Auch die Mainzer hätten den Fragebogen ebenso wie der FC St. Pauli abgelehnt. »Ja, das stimmt, da für uns als Vertreter des FC St. Pauli anhand der Fragestellung im Fragebogen nicht zu erkennen war, wie der Zweck der Herstellung von Rechtssicherheit von 50+1 erfüllt werden sollte«, bestätigte Pauli-Präsident Oke Göttlich.

Im November 2018 brachte die DFL bereits eine Befragung auf den Weg mit dem Ziel, die Einstellungen, Anregungen und Wünsche der Klubs zur 50+1-Regel zu erheben. Parallel dazu hat die DFL selbst ein Verfahren zur Überprüfung der Investorenregel beim Bundeskartellamt initiiert.

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