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Mo., 01.04.2019

3:1 – SCP beendet die Union-Serie, aber ein Duo bereitet Sorgen Fast wunschlos glücklich

Paderborner Torjubel an der Alten Försterei: Auch der Ex-Unioner Steffen Baumgart (rechts) schreit seine Freude heraus.

Paderborner Torjubel an der Alten Försterei: Auch der Ex-Unioner Steffen Baumgart (rechts) schreit seine Freude heraus. Foto: imago

Von Elmar Neumann

Berlin (WB). Als Steffen Baumgart in der Pressekonferenz nach dem  3:1-Triumph an der Alten Försterei seine Sicht der Dinge darlegt, ist ihm vom Ausgang der Partie nichts mehr anzusehen.  Der Coach des SC Paderborn 07 muss sogar von einem Berliner Journalisten zu einem angedeuteten Gewinnerlächeln animiert werden.

Im ehemaligen Kapitän des 1. FC Union sieht es jedoch komplett anders aus. »Das ist ein ganz besonderer Tag für mich. Ich habe schon immer davon geträumt, in diesem Raum selbst als Trainer stehen zu dürfen. Dann waren auch noch meine Eltern zum ersten Mal bei einem Zweitligaspiel mit mir als Trainer live im Stadion und wir haben gewonnen – glauben Sie mir, heute sind für mich viele Wünsche in Erfüllung gegangen«, sagte Baumgart.

So ruhig der 47-Jährige resümierte und so entspannt der sich anschließende Familienabend beim Lieblingsitaliener in Köpenick über die Bühne gegangen sein dürfte, so hoch emotional hatte er zuvor auf die drei Paderborner Treffer reagiert. Beim 1:0 von Christopher Antwi-Adjei (41.), beim 2:0 von Sven Michel (87.) und auch beim 3:0 von Philipp Klement (90.+2) war nicht zu übersehen, dass Baumgart keiner ist, der meint, sich an alten Wirkungsstätten mit dem Jubel zurückhalten zu müssen. Der »Unioner des Jahres« 2003 und 2004 ließ den Gefühlen freien Lauf und hatte auch allen Grund, diesen außergewöhnlichen (fünften) Auswärtssieg zu feiern.

Berliner Siegesserie

Zum einen beendete der SCP mit dem verdienten Erfolg die 20 Partien und 14 Monate lange Berliner Serie von niederlagenlosen Auftritten in der Festung Alte Försterei. Zum anderen verbesserten sich die Gäste im Zweitligaranking vom siebten auf den vierten Tabellenplatz und verkürzten den Rückstand auf die den Relegationsrang einnehmenden Gastgeber auf nur noch drei Punkte. Und dann war da natürlich vor allem die Leistung, mit der Baumgarts Mannschaft nach dem dominanten Start der Eisernen die eigenen Chancen beinahe minütlich steigerte: »Unabhängig von irgendwelchen Serien weiß ich ganz genau, was in diesem Stadion abgeht. Ich freue mich sehr darüber, wie die Jungs mit den Drucksituationen umgegangen sind und sich ins Spiel hineingearbeitet haben. Das ist in dieser Atmosphäre bestimmt nicht selbstverständlich.«

Zumal Baumgart im Hinblick auf das morgige DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den Hamburger SV (18.30 Uhr, Benteler-Arena) allen drei Paderborner Nationalspielern einen Bankplatz gegönnt und die zwei Außenverteidigerpositionen – wie eben deshalb schon in der Länderspielpause gegen den 1. FC Köln (5:3) getestet – mit  Lukas Boeder (rechts) und Tobias Schwede (links) besetzt hatte. »Mit dem Gedanken an Hamburg und an die Reisestrapazen der drei Jungs war das schon länger unser Plan. Und sowohl ›Boedi‹ als auch ›Tobi‹ haben gezeigt, dass auch sie über eine sehr hohe Qualität verfügen«, stellte »Baumi« gerne fest.

Gegen den HSV dürften allerdings wieder Mohamed Dräger (rechts) und Jamilu Collins (links) in der Viererkette verteidigen. Dagegen steht hinter dem Mitwirken von Torschütze Sven Michel ein eher kleines und dem von Mittelfeldarbeiter Sebastian Vasiliadis ein doch deutlich größeres Fragezeichen. »Bei ›Svenni‹, der Prellungen an beiden Füßen hat, mache ich mir weniger Sorgen, aber bei ›Vasi‹ müssen wir abwarten, wie er am Montag im Training auf die höhere Belastung reagiert. Er hat in einem Kopfballduell etwas abbekommen. Da werden wir kein Risiko eingehen«, sagte Baumgart. Allein der Wunsch, die Alte Försterei auch verletzungsfrei zu verlassen, blieb also unerfüllt.

Statistik

Berlin: Gikiewicz – Trimmel (73. Polter), Friedrich, Hübner, Lenz – Schmiedebach (59. Gogia) – Prömel, Zulj – Abdullahi, Andersson, Mané (59. Hartel)

Paderborn: Zingerle – Boeder, Schonlau, Strohdiek, Schwede (79. Collins) – Vasiliadis (74. Shelton) – Pröger, Klement, Antwi-Adjei – Zolinski (69. Gjasula), Michel

Schiedsrichter: Michael Bacher (Amerang-Kirchensur)

Zuschauer: 20.789

Tore: 0:1 Antwi-Adjei (41.), 0:2 Michel (87.), 0:3 Klement (90.+2), 1:3 Polter (90.+4)

Gelbe Karten: Trimmel / Gjasula, Schonlau

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