>

Di., 02.04.2019

Paderborn unterliegt dem HSV im DFB-Pokal-Viertelfinale mit 0:2 (0:0) – mit Video Lasogga beendet SCP-Traum vom Halbfinale

Der SC Paderborn, Christopher Antwi-Adjei (rechts), unterliegt dem HSV mit 0:2.

Der SC Paderborn, Christopher Antwi-Adjei (rechts), unterliegt dem HSV mit 0:2. Foto: Jörn Hannemann

Von Timo Schäfers

Paderborn (WB). Aus im Viertelfinale: Der SC Paderborn 07 musste sich am Dienstagabend dem Hamburger SV verdient mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. Die Rothosen zeigten speziell in der zweiten Halbzeit eine reife Leistung und zogen dank Doppelpacker Pierre-Michel Lasogga erstmals seit 2009 wieder in die Vorschlussrunde des  DFB-Pokal ein. Mit Video:

»Der HSV ist mehr als verdient weitergekommen. Heute muss man sagen, dass die bessere Mannschaft gewonnen hat. In vielen Situationen haben wir den einen oder anderen Fehler gemacht, den wir sonst nicht machen. Der HSV hat uns aufgezeigt, woran wir arbeiten müssen«, zollte SCP-Trainer Steffen Baumgart dem Gegner Respekt. Wer am Dienstagabend in die Paderborner Benteler-Arena kam, merkte schnell eine besonders große Vorfreude auf das Zweitligaduell im DFB-Pokal-Viertelfinale. Die Fanlager beider Seiten sorgten lange vor Anpfiff für großartige Stimmung. Fast rundum zufrieden zeigte sich am Ende auch HSV-Coach Hannes Wolf: »Ich bin glücklich mit dem Ergebnis und auch mit dem Spiel. Nach einer ausgeglichenen ersten Habzeit, waren wir in der zweiten Hälfte von der Schärfe her und im Spiel nach vorne auf einem guten Level.«

Baumgart wechselt dreimal - Zingerle feiert Pokal-Premiere

 Paderborns Trainer Steffen Baumgart wechselte im Vergleich zum 3:1-Auswärtssieg bei Union Berlin am vergangenen Wochenende dreimal. Die Nationalspieler Jamilu Collins, Mohamed Dräger und Bernard Tekpetey kamen für Tobias Schwede,  Lukas Boeder und Kai Pröger. Die angeschlagenen Sven Michel (Fußprellung) und Sebastian Vasiliadis (Gehirnerschütterung) waren dagegen von Beginn an mit von der Partie – genau wie Kepper Leopold Zingerle, der erstmals in dieser Spielzeit im Pokal zum Einsatz kam.

Beim HSV gab derweil Kyriakos Papadopoulos im neuen 3-4-3-System nach rund acht Monaten Verletzungspause sein Comeback. Die Partie begann schwungvoll. Beide Mannschaften überbrückten schnell das Mittelfeld und suchten immer wieder den direkten Weg in die Spitze.

In der gefährlichsten Situation der ersten zehn Minuten klärte SCP-Verteidiger Collins kurz vor der Linie gegen Bakery Jatta (7.). Die Gastgeber bekamen kurz darauf einen Freistoß aus vielversprechender Position zugesprochen, Klements zentraler Schuss war allerdings kein Problem für Julian Pollersbeck im Kasten der Rothosen (11.). Auch wenn sich das Spiel daraufhin ein wenig beruhigte, bekamen die 15.000 Zuschauer in der Benteler-Arena weiterhin Chancen zu sehen, erst traf Hamburgs Orel Mangala nur das Außennetz (19.), dann setzte wieder Klement einen Freistoß aus rund 20 Metern auf das HSV-Tor (20.).

SCP nicht konsequent genug

In der 26. Spielminute mussten die Gäste dann das erste Mal wechseln: Vasilije Janjicic

ersetzte den verletzten Rick van Drongelen in der defensiven Dreierkette. Torchancen waren in der Folge Mangelware, was vor allem daran lag, dass sich ins Paderborner Spiel einige Ungenauigkeiten einschlichen und der HSV, wenn sich die Möglichkeit ergab, nicht konsequent genug agierte. Erst sechs Minuten vor der Halbzeit der nächste Höhepunkt: Michel kam frei im Hamburger Strafraum zum Kopfball und zwang Pollersbeck zu einer guten Parade (39.) – 0:0 zur Pause.

»In der zweiten Halbzeit war dann ein klarer Leistungsunterschied zu erkennen«, erklärte SCP-Trainer Steffen Baumgart. Nach dem Seitenwechsel kamen beide Mannschaften unverändert aus den Kabinen, den besseren Start erwischten die Nordlichter, die durch einen Schuss von Douglas Santos aus halblinker Position nur knapp die Führung verpassten (48.) und zunächst einmal die Spielkontrolle übernahmen. In der 54. Minute dann die verdiente Führung für den HSV: Lasogga stieg nach einer Santos-Ecke am höchsten und nickte zum 1:0 aus Sicht der Gäste ein. Bereits wenige Sekunden zuvor war Lasogga – auch nach einer Ecke – zum Kopfball gekommen, diesen hatte Zingerle noch in höchster Not entschärft.

Hamburger werden nach Führung ballsicherer, Lasogga trifft zum 2:0

Mit der Führung im Rücken wurden die Hamburger noch ballsicherer und kamen zu weiteren Chancen. Doch erst zielte Lewis Holtby deutlich zu hoch (57.), dann blockte Vasiliadis einen Schuss des ehemaligen Schalkers – dessen Vertrag am Saisonende nicht verlängert wird – im Strafraum (60.). SCP-Coach Steffen Baumgart musste reagieren und brachte Kai Pröger für den äußerst unauffälligen Tekpetey (65.). Der Wechsel verpuffte allerdings umgehend: Mangala schickte Lasogga mit einem cleveren Pass zwischen die beiden Paderborner Innenverteidiger auf die Reise, der Angreifer nahm den Ball gut mit und schoss aus 16 Metern ein – 0:2 (68.). Nur vier Minuten später hatte Lasogga Feierabend, für ihn kam Berkay Özcan (72.). Baumgart erhöhte das Risiko und brachte Marlon Ritter für Dräger (70.).

An der Statik des Spiels änderten die Wechsel wenig. Hamburg, um den auffälligen Jatta, zeigte eine reife Leistung und bestimmte den Rhythmus. Mehr als ein ungefährlicher Distanzschuss von Ritter war für den SCP nicht drin, der in der 77. Minute auch den letzten Wechsel vollzog und Uwe Hünemeier für Ben Zolinski ins Sturmzentrum brachte. Aber auch der Routinier, der in der ersten Runde noch zweifach gegen den FC Ingolstadt getroffen hatte, konnte keine Akzente mehr setzen.

"

Ich habe jetzt zweimal gegen den HSV verloren und ich verliere nicht gerne zweimal.

Steffen Baumgart

"

So musste sich der SC Paderborn zum zweiten Mal in Folge im Viertelfinale des DFB-Pokals geschlagen geben. Gästetrainer Hannes Wolf freute sich: »Dass wir en Halbfinale spielen dürfen, fühlt sich extrem gut an.« Sein Paderborner Kollege dachte angesichts der 0:2-Niederlage schon das Rückspiel in der 2. Bundesliga: »Wir sehen uns am vorletzten Spieltag wieder. Dann haben wir vielleicht das Lächeln im Gesicht. Ich habe jetzt zweimal gegen den HSV verloren und ich verliere nicht gerne zweimal.« Seine Mannschaft wurde dennoch nach Schlusspfiff minutenlang von ihren Fans gefeiert. Der HSV zieht nach einer starken zweiten Halbzeit und dank eines starken Pierre-Michel Lasogga dagegen verdientermaßen in die Runde der letzten Vier ein.

SC Paderborn: Zingerle – Dräger (70. Ritter), Schonlau Strohdiek, Collins – Vasiliadis – Tekpetey (65. Pröger), Klement, Antwi-Adjei – Zolinski (77. Hünemeier), Michel

Hamburger SV: Pollersbeck – Bates, Papadopoulos, van Drongelen (26. Janjicic) – Sakai, Jung, Mangala, Santos – Holtby, Lasogga (72. Özcan), Jatta (84. Narey)

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)

Zuschauer: 15.000

Tore: 0:1 Lasogga (54.), 0:2 Lasogga (68.)

Gelbe Karten: Collins, Vasiliadis / Jung, Sakai, Santos

Das Facebook-Video wird geladen

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6514877?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F