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Do., 04.04.2019

Sportvorstand in Nürnberg: Krösche soll sich diese Woche äußern Die Entscheidung naht

Gegen den HSV saß Manager Markus Krösche noch auf der SCP-Bank. Ob es sein letztes Paderborner Pokalspiel war?

Gegen den HSV saß Manager Markus Krösche noch auf der SCP-Bank. Ob es sein letztes Paderborner Pokalspiel war? Foto: Jörn Hannemann

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Geht er nun, oder bleibt er doch? Seit zwei Wochen wird über die Zukunft von Manager Markus Krösche beim SC Paderborn spekuliert. Jetzt scheint der Tag der Entscheidung ganz nah zu sein. Nach WB-Informationen soll es bis zum Wochenende eine Erklärung geben.

Krösche war es selbst, der am Dienstag vor dem Pokalspiel gegen den Hamburger SV (0:2) noch einmal Bewegung in die für Paderborn hochbrisante Personalie gebracht hat . Auf entsprechende Fragen nach seiner Zukunft äußerte sich der 38-Jährige gegenüber dem Pay-TV-Kanal »Sky« so: »Erst einmal liegt der Fokus hier auf dem Spiel, alle anderen Dinge wird man dann sehen.« Ein Treuebekenntnis hört sich anders an, näher dazu Stellung nehmen wollte Krösche hinterher aber nicht.

Dabei soll der Vertrag mit allen Details längst ausgehandelt sein. Aus dem Umfeld des Nürnberger (Noch-)Bundesligisten sickerte durch , dass Krösche mehr Kompetenzen als sein im Februar geschasster Vorgänger Andreas Bornemann (47) bekommen würde und er damit sportlich beim FCN das alleinige Sagen hätte. Was Krösche dennoch zögern lassen könnte, ist die riesige Erwartungshaltung. Der Club ist mit knapp 24.000 Mitgliedern groß, blickt auf neun deutsche Meisterschaften sowie vier Pokalsiege zurück und Namensgeber des Stadions ist Max Morlock – einer der Weltmeister von 1954. Mehr Tradition geht nicht.

Die Gefahr ist groß

Allerdings passen Anspruch und Wirklichkeit seit Jahren nicht zusammen, fünf Nürnberger Abstiege aus der Bundesliga seit 1998 sagen einiges aus. Dazu gehören auch die nachdenklichen Töne, die Trainer Michael Köllner ausgerechnet im Aufstiegsmonat Mai 2018 anstimmte und mitten auf der großen Euphoriewelle des Erstligarückkehrers erhebliche Zweifel an seiner eigenen Zukunft äußerte: »Irgendwann werden die dich schneller vom Hof jagen, als es dir lieb ist. Sich wegjagen zu lassen, das ist eine unschöne Erfahrung, die ich auf keinen Fall machen will.« Musste er aber, auch der 49-Jährige ist längst gefeuert worden.

Genau diese Entwicklungen könnten auch Krösche zögern lassen. In Paderborn steht er maßgeblich für den Aufstieg eines Fast-Viertligisten mit einer Low-Budget-Mannschaft (aktueller Profietat: etwa sechs Millionen Euro) in die Spitzengruppe der 2. Liga und gilt bundesweit deshalb als eine spannende Personalie. Die Gefahr ist groß, dass diese vielversprechende Karriere einen empfindlichen Knacks bekommt, ehe sie richtig losgeht. Denn eines steht fest: Eine sehr zeitnahe Rückkehr in die 1. Liga mit dem Club wäre bei einem erneuten Abstieg im Mai 2019 Pflicht und auch realistisch. Doch was kommt dann? Krösche, der gerne perspektivisch denkt und plant, müsste auch in Nürnberg mit vergleichsweise wenig Geld auskommen. Im Gegensatz zum SCP sicher auf einem anderen Niveau, der logische nächste Karriereschritt wäre Nürnberg aber auch nur bedingt. Krösche sucht eher einen ambitionierten Verein, der perspektivisch auch in der 1. Liga konkurrenzfähig wäre – das ist der 1. FC Nürnberg aktuell nicht.

»Kein Kommentar«

Und was ist mit dem SC Paderborn? »Ich wäre ein bisschen nervöser, wenn auf mich schon jemand zugekommen wäre. Aber weder von Herrn Krösche noch von irgendeinem Verein habe ich zu diesem Thema irgendeine Info«, versicherte SCP-Präsident Elmar Volkmann.

Krösche, der beim SC Paderborn noch bis 2022 unter Vertrag steht, wollte sich zu den Spekulationen rund um seine Person nicht mehr äußern. Eine zeitnahe Entscheidung deutete er zwar auch an, sein Kommentar fiel am Ende aber nur kurz und knapp aus: »Kein Kommentar.«

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