Paderborns Klaus Gjasula wird häufiger verwarnt als jeder andere
Der Gelbrekordler

Paderborn (WB). Alexander Malchow wird es verkraften können, aber der ehemalige Oldenburger ist seinen Rekord los. 1992/1993 benötigte der heute 49-Jährige 20 Zweitliga-Spiele, um elf Gelbe Karten zu sammeln. Paderborns Mittelfeldarbeiter Klaus Gjasula hat den Innenverteidiger a. D. nun gar um eine Partie unterboten.

Samstag, 06.04.2019, 08:40 Uhr aktualisiert: 06.04.2019, 09:00 Uhr
Schiedsrichter Christian Dietz zeigt Klaus Gjasula die Gelbe Karte. Elfmal ist der 29-Jährige in 19 Spielen verwarnt worden – Rekord. Foto: dpa
Schiedsrichter Christian Dietz zeigt Klaus Gjasula die Gelbe Karte. Elfmal ist der 29-Jährige in 19 Spielen verwarnt worden – Rekord. Foto: dpa

Beim 3:1-Sieg gegen Union Berlin nach 69 Minuten eingewechselt, wurde der Deutsch-Albaner 15 Minuten später für ein Handspiel bestraft. Vor dem 28. Spieltag und der Paderborner Partie beim SV Sandhausen (Samstag, 13 Uhr) belegt die Statistik, dass der 29-Jährige alle 96 Minuten Gelb sieht.

Zweimal war er daher schon in dieser Saison gesperrt. Die jüngste Entscheidung von Michael Bacher (Amerang-Kirchensur) im Stadion An der Alten Försterei galt als unstrittig, insgesamt sieht sich Gjasula auf dem Weg zu seiner zweifelhaften Bestmarke allerdings mit unangemessen viel fremder Hilfe versehen: »

, aber ich habe schon manchmal das Gefühl, dass die Karte bei mir etwas schneller gezogen wird als bei anderen Spielern.«

Im Schnitt drei Spiele verpasst

Nein, es ist nicht so, dass der Helmträger die Farbe Gelb erst jetzt für sich entdeckt hätte. Im Schnitt verpasst Gjasula seit dem Beginn seiner Profikarriere drei Begegnungen pro Saison. Vor allem die Bilanzen seiner Zeit bei den Kickers Offenbach (42-mal Gelb in 87 Spielen) und beim Halleschen FC (29-mal Gelb in 58 Spielen) sind deutlich leichter richtig als falsch zu interpretieren.

Doch auch sein Trainer Steffen Baumgart ist der Meinung, dass der 1,92-Meter-Mann mittlerweile mehr mit seinem Ruf als mit seiner Spielweise zu kämpfen hat: »Klaus ist ein Spieler, der von seinem Einsatz, von der Mentalität lebt. Aber wenn ich die elf Karten dieser Saison durchgehe, kann ich mindestens fünf nennen, die er nur bekommen hat, weil er Klaus ist. Ich habe schon den Eindruck, dass auf gewisse Spieler mit anderen Augen gesehen und da mit zweierlei Maß gemessen wird.«

Klausjürgen Wussow als Namensgeber

Der Gelbregen und das ob des Kopfschutzes, den er seit einem Jochbogenbruch im Jahr 2013 zu tragen pflegt, martialisch anmutende Äußere sind das Eine. Aber Gjasula, dessen letzte rein Rote Karte sechseinhalb Jahre zurückliegt, hat auch andere Seiten.

Seit knapp einem halben Jahr genießt er es, stolzer Vater eines Töchterchens zu sein und er schmunzelt immer wieder aufs Neue darüber, wie er und sein älterer Bruder Jürgen (33/Energie Cottbus) zu ihren Namen gekommen sind: Die hat sich nämlich ihre Oma ausgedacht, die großer Fan vom in der »Schwarzwaldklinik« praktizierenden Professor Brinkmann und damit von Schauspieler Klausjürgen Wussow war. Wäre es nach ihr gegangen, hätte Klaus sein Geld ebenfalls als Arzt verdient. Doch stattdessen wird er vom SCP für seine Defensivdienste bezahlt.

Zu Saisonbeginn stand der Zweitligadebütant regelmäßig in der Startelf. Mittlerweile muss er sich meistens hinter Sebastian Vasiliadis (21) anstellen. Doch in der Partie gegen den SV Sandhausen könnte mal wieder Gjasulas Stunde schlagen. Baumgart denkt darüber nach, in puncto Mentalität neue Akzente zu setzen und hat in diesem Zusammenhang auch seinen Namen genannt. Gjasula selbst erwartet gegen den zuletzt dreimal in Serie siegreichen Abstiegskandidaten »ein dreckiges Spiel«. Das klingt doch wie gemacht für den neuen Gelbrekordler der 2. Bundesliga.

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