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Fr., 26.04.2019

Paderborns Uwe Hünemeier war beim Erstligaaufstieg 2014 dabei – mit Video »Wir sind deutlich schneller«

Uwe Hünemeier war schon beim Erstliga-Aufstieg 2014 beim SCP am Ball.

Uwe Hünemeier war schon beim Erstliga-Aufstieg 2014 beim SCP am Ball. Foto: Jörn Hannemann

Paderborn (WB). Als Abwehrchef der Saison 2013/14 war Uwe Hünemeier einer der Eckpfeiler des Paderborner Erstligaaufstiegs. Fünf Jahre später kann der 33-Jährige die Sensation noch einmal schaffen. Im Interview mit Matthias Reichstein vergleicht er die Ausgangslage.

Die Mannschaft

Wir sind im Vergleich zu 2014 deutlich jünger und unerfahrener, aber das macht im Moment keinen Unterschied. Unsere Jungs waren noch nie in so einer Situation und machen sich deshalb auch nicht so viele Gedanken. Damals war der Stamm ein über einige Jahre gewachsenes und gestandenes Team. Den Aufstieg hatten wir aber trotzdem nie auf dem Zettel. Unterm Strich bleibt festzuhalten: Wir hatten 2014 herausragende Spieler, und die haben wir jetzt auch.

Die Situation

Wir gehen mit der Lage ähnlich gelassen und unbekümmert um wie vor fünf Jahren. Auch damals standen wir auf Rang drei, hatten zwar einen Punkt mehr, waren aber dennoch die Mannschaft, die gar nichts zu verlieren hatte. Natürlich freuen wir uns über die Momentaufnahme und wollen da oben bleiben, aber wir haben den geringsten Druck und lassen da auch nichts an uns heran. Wir machen uns nie größer, als wir sind. Das war schon 2014 so und ist genau der richtige Weg.

Die Trainer

Jeder Trainer ist anders. Steffen Baumgart lebt den Fußball mit allen Fasern seines Körpers, ist noch extremer, wesentlich fordernder und lauter an der Linie. Auch An­dré Breitenreiter hatte damals eine klare Idee. Nach einem sehr holprigen Saisonstart gelang es ihm in der Rückrunde, die gesamte Serie noch zu drehen.

Der Fußball

Der ist deutlich schneller als 2014. Wir haben auf beiden Außenbahnen, vorne wie hinten, viel mehr Geschwindigkeit. Das liegt aber auch an der Art und Weise, wie wir Fußball spielen. André Breitenreiter wollte mehr Stabilität und bevorzugte die kontrollierte Offensive. Steffen Baumgart hat uns noch offensiver ausgerichtet. Bis auf Kiel und natürlich den 1. FC Köln spielt keine andere Mannschaft in der 2. Liga mit dieser Wucht nach vorne. Das erfordert in allen Mannschaftsteilen sehr viel Laufarbeit.

Die Manager

Markus Krösche ist sehr viel dominanter , hat eine klare Meinung. Er gibt sportlich die Richtung vor. Früher hat sich der Paderborner Fußball allein am Trainer orientiert, jetzt wird der passende Trainer zur Spielphilosophie des Managers gesucht. Michael Born war mehr der Kaufmann, der sich immer hinter den Trainer gestellt hat.

Die Präsidenten

Ich hatte ein gutes Verhältnis zu Wilfried Finke. Man kann seine Verdienste rund um den SCP nicht hoch genug bewerten. Es ist schade, dass er nicht mehr miterleben kann, was aktuell rund um seinen SCP los ist. Jetzt hat sich der Verein mit Elmar Volkmann an der Spitze neu aufgestellt. Es geht viel ruhiger und gesitteter zu. Das liegt aber sicher auch am Erfolg.

Die Fans

Die Unterstützung wird gerade auch in der Fremde immer größer. Ein gutes Beispiel war unser vergangenes Auswärtsspiel. Kiel liegt nicht gerade um die Ecke, und trotzdem konnten wir auf eine riesige Unterstützung bauen. Hier hat sich einiges total gewandelt. Wir werden immer mehr. Langsam, aber stetig.

Der Erfolg

Unser Weg zeigt, was im Fußball mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, mit einer klaren Idee, Herz, Einsatz und Mentalität alles möglich ist. Wir können jeder Mannschaft Probleme bereiten. Das haben wir, im Gegensatz zu 2013/14, sehr früh in der Saison schon gezeigt und über einen sehr langen Zeitraum bis heute fortgesetzt. Ich persönlich hatte das Vertrauen in die Truppe, dass wir nach unten keine Probleme bekommen würden. Aber diese Richtung konnte keiner erahnen.

Die 2. Liga

Die Qualität hängt auch immer davon ab, welche Klubs aus der Bundesliga absteigen müssen. Mit dem Hamburger SV und dem 1. FC Köln waren es vergangenes Jahr finanziell zwei Übermannschaften, insgesamt hat sich der Zweitligafußball aber nicht extrem verändert. Viele Mannschaften spielen noch immer aus einer kontrollierten Defensive.

Das Restprogramm

Vor fünf Jahren hatten wir zum Schluss drei Heimspiele und mussten nur noch einmal raus. Jetzt haben wir den 1. FC Heidenheim und den HSV zu Hause, spielen das Derby auf der Alm, und im letzten Spiel geht es nach Dresden. Jedes Spiel wird ganz eng, da wird uns nichts geschenkt. Wir müssen immer 100 Prozent geben, und damit fangen wir am Sonntag gegen Heidenheim an.

Das Ergebnis

2014 wurde der 1. FC Köln Erster, und wir stiegen als Zweiter direkt auf. Dagegen hätte ich auch diesmal nichts. Aber noch haben wir vier beinharte Spiele vor uns. Zu Hause müssen wir uns vor niemandem verstecken, und mit unserem Sieg in Kiel haben wir noch einmal ein Signal gesendet, dass wir auch auswärts immer bestehen können.

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