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Fr., 03.05.2019

Für SCP-Trainer Baumgart ist die Saison schon jetzt ein Erfolg – mit Videos »Ich rede nur darüber, was ich gewinnen kann«

Was der SC Paderborn heute Abend auf der Alm verlieren könnte, blendet Trainer Steffen Baumgart aus.

Was der SC Paderborn heute Abend auf der Alm verlieren könnte, blendet Trainer Steffen Baumgart aus. Foto: Schwabe

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Hat der SC Paderborn drei Spieltage vor Saisonende noch etwas zu verlieren? Jens Keller sagte bei Sky Ja. SCP-Trainer Steffen Baumgart widerspricht seinem Kollegen.

Der Zweitliga-Rückkehrer SC Paderborn spielt eine überragende Saison und steht als Tabellenzweiter auf einem direkten Aufstiegsplatz. Das ist Fakt und findet bundesweit Beachtung. »Toll, wie der SCP Spieler aus unteren Ligen weiterentwickelt hat. Der Moment spricht ganz klar für Paderborn«, sagte Keller vor dem OWL-Derby dem Pay-TV-Sender. Ob die Mannschaft aber ihre Lockerheit behält, ist auch für den Fußballlehrer die große Frage: »Wer so kurz vor Saisonende auf einem Aufstiegsplatz steht, der will auch nächstes Jahr Bundesliga spielen. Deshalb ist der SCP jetzt in der Situation, dass er trotz dieser Erfolgsserie noch etwas verlieren kann.«

Auf diese Diskussion wollte sich Baumgart gestern erst gar nicht einlassen. »Ich spreche nie darüber, was man verlieren kann. Ich rede nur darüber, was ich gewinnen kann. Wir wissen, wie stark Bielefeld ist und was passiert, wenn wir nicht unsere Leistung bringen.« Baumgart will natürlich nicht noch zusätzlich Druck aufbauen, die Spieler selbst möchten sich mit einem möglichen Ende der Erfolgsserie auch nicht beschäftigen. »Wir werden alles daran setzen, weiter zu siegen. Aber egal, was passiert, wir spielen eine starke Saison und die bleibt auch klasse, wenn wir am Ende Vierter werden«, betont Sebastian Vasiliadis.

Paderborn bleibt bescheiden

Paderborn bleibt bescheiden und reist mit viel Respekt zum Nachbarn. Für Baumgart gehört Bielefeld zu den Topklubs der Liga (»Ich hatte vor der Saison Bielefeld unter den Top sechs erwartet, nicht uns«), und ist überzeugt: »Wenn diese Mannschaft alles abruft, steht da sehr viel Qualität auf dem Platz.« Vasiliadis hebt ebenfalls die »hohe Güte« der Gastgeber hervor und sagt: »Bielefeld spielt gefühlt schon eine Ewigkeit in der 2. Liga. Das wird ein ganz schwerer Gang.« Dass der Ligazweite beim Neunten antritt, ist auch für Sven Michel kein Argument, die Favoritenrolle anzunehmen: »Die Tabellensituation sagt vor einem Derby gar nichts aus. Das haben die Schalker doch gerade in Dortmund bewiesen.«

Für Baumgart hat besonders der Trainerwechsel (Uwe Neuhaus für Jeff Saibene) viel bewirkt. Die Arminen seien stabiler geworden, besonders lobte er aber die Offensive der Hausherren: »Die Qualität da vorne ist schon brutal. Mit Fabian Klos und Andreas Voglsammer stehen dort zwei Stürmer auf dem Platz, die in der 2. Bundesliga zur Extraklasse gehören.«

Hünemeier/Schonlau in der Innenverteidigung

Das Duo wird am Freitag auf Uwe Hünemeier und Sebastian Schonlau im Paderborner Abwehrzentrum treffen. Darauf legte sich Baumgart schon am Donnerstag fest. Ob er seine Offensivreihe umstellt, ließ er dagegen offen: »Zu 90 Prozent wird die gleiche Elf auflaufen, die auch schon gegen Kiel und Heidenheim gespielt hat. Ich habe aber gerade im Spiel nach vorne viele Möglichkeiten und werde vielleicht noch kleine Veränderungen vornehmen.« Wobei Baumgart ernsthaft wohl nur über einen Tausch nachdenkt: Ben Zolinski für Babacar Gueye. Sven Michel (zehn Saisontore), der sich seit einigen Wochen mit Oberschenkelproblemen plagt, stieg dagegen gestern wieder ins Training an.

Eine kleine Spitze in Richtung Alm konnte sich Baumgart bei allem Respekt vor dem DSC dann doch nicht verkneifen: »Wir haben uns in die Saison reingespielt und eine super Ausgangsposition erarbeitet. Es ist doch absolut positiv, wenn man noch etwas erreichen kann.« Das können die Arminen nicht mehr. Mit 40 Punkten nach 31 Spieltagen ist für Bielefeld die Spielzeit 2018/19 gelaufen.

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